Volkshilfe Beschäftigung zum Tag der Arbeit: Ziel 5 Prozent Arbeitslose und alles ist gut?

Wien (OTS) - "Nein", betont Michael Reiter, Geschäftsführer von Volkshilfe Beschäftigung, "das hieße nämlich, dass es in Ordnung wäre, wenn jeder Zwanzigste ohne Job bliebe".

Der gemeinnützige Verein Volkshilfe Beschäftigung hat große Hoffnungen in die neue Bundesregierung gesetzt. Auch wenn die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahr jetzt leicht zurückgegangen ist, bedeutet das noch keinen Grund sich zurückzulehnen, da dies in erster Linie konjunkturbedingt ist. Die leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt muss daher als Ansporn für die Regierung gesehen werden, noch mehr zu tun, um dauerhaft für mehr Beschäftigung in Österreich zu sorgen.

Wien ist anders - auch in der Beschäftigungspolitik

Die Beschäftigungsdauer von Transitsarbeitkräften in sozialökonomischen Betrieben und gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten wurde durch das AMS-Wien Anfang 2007 von zwölf auf sechs Monate gekürzt. Dies bedeutet, immer mehr KlientInnen sind in immer kürzerer Zeit "job-ready" für den ersten Arbeitsmarkt zu machen. Gerade bei der Zielgruppe der Langzeitbeschäftigungslosen reicht diese Zeitspanne meist nicht aus, um alle Vermittlungshemmnisse von mangelnder Qualifizierung über Schulden, Wohnproblemen bis hin zu Suchtproblematiken zu klären und auszuräumen. Diese deutliche Verschlechterung bewirkt, dass langzeitarbeitslose Menschen in Wien noch weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Volkshilfe Beschäftigung fordert strukturelle Änderungen

"Es braucht mittel- und langfristige arbeitsmarktpolitische Strategien, zum Beispiel stabilere Rahmenbedingungen für sozialökonomische Betriebe, wodurch ein längerfristiger Entwicklungsprozess unabhängig von Konjunkturentwicklungen entstehen könnte. Die frei werdenden Mittel durch die sinkenden Arbeitslosenzahlen müssen genutzt werden, um mehr Transitarbeitsplätze auf dem zweiten Arbeitsmarkt zu schaffen. So könnten wichtige zusätzliche Angebote für arbeitsmarktferne Personen, für die die bestehenden Programme nicht ausreichen, entwickelt werden.", fordert Michael Reiter. Und weiter: "Nach wie vor gibt es keine Präventivarbeit, sprich Erarbeitung von nachhaltigen Strukturen, die Arbeitslosigkeit verhindern. Im Namen der 350 bei Volkshilfe Beschäftigung befristet angestellten ehemals langzeitarbeitslosen Menschen, fordere ich die zuständigen Ministerien und das AMS auf, dringend weitere Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Denn wer Arbeitslosigkeit nicht bekämpft, erntet Armut."

Volkshilfe Beschäftigung, gemeinsam von der Volkshilfe Österreich und der Volkshilfe Wien gegründet, ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel einer nachhaltigen Integration von arbeitslosen und behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt.
Volkshilfe Beschäftigung arbeitet im Auftrag des Arbeitsmarktservice Wien, des Bundessozialamtes für Wien, Niederösterreich, Burgenland, der Stadt Wien und des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF).

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