- 27.04.2007, 13:39:02
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Grüne Wien: Gesamtkonzept zur Jugendbeschäftigung fehlt
Vana fordert Bindung der öffentlichen Auftragsvergabe an Schaffung von Lehrstellen
Wien (OTS) - "Die Vorstellungen der SPÖ zur Bekämpfung der
Jugendarbeitslosigkeit sind von Schönfärberei und Konzeptlosigkeit
getragen", ärgert sich Monika Vana, Stadträtin der Grünen, über die
Ankündigungen der SPÖ in der heutigen Aktuellen Stunde des
Gemeinderats. "Die Jugendlichen brauchen Taten statt Worte. Mit den
ewig gleichen Konzepten und der alleinigen Konzentration auf die
Lehrlingsförderungen für Unternehmen wird man in der Bekämpfung der
Jugendarbeitslosigkeit nicht weiter kommen."
Die Situation von Jugendlichen am Wiener Arbeitsmarkt ist trotz
sinkender Arbeitslosenrate Besorgnis erregend. Nicht nur hat Wien den
größten Lehrstellenmangel aller Bundesländer (auf 1.168
Lehrstellensuchende kommen lediglich 338 offene Lehrstellen). Jede 2.
Lehrstelle ist bereits eine durch die öffentliche Hand geförderte,
was darauf hinweist, dass die Lehre als Ausbildungsmodell in einer
tiefen Krise steckt.
Vana vermisst insbesonders innovative Maßnahmen im Lehrlingsbereich
wie einen Lehrlingsfonds, in den auch nicht ausbildende Betriebe
einzahlen, und Maßnahmen gegen den zunehmenden Gender Gap: Die
Einkommensunterschiede zwischen Mädchen und Burschen sind bereits bei
Lehrlingen beträchtlich. 72 Prozent aller weiblichen Lehrlinge sind
auf nur 10 Lehrberufe konzentriert, jenen, mit den schlechteren
Einkommensaussichten. Die Dropout-Rate der weiblichen Lehrlinge ist
um einiges höher als jende der Burschen, viele Unternehmen wollen
nach wie vor keine weiblichen Lehrlinge ausbilden. Hier fehlen
spezifische Maßnahmen für Mädchen.
Doch auch Lehre, Schulabschluss oder Universität sind noch keine
Garantie für die Chancen auf einen Job. Ein zunehmendes Problem am
Arbeitsmarkt ist die "Generation Praktikum", junge gut ausgebildete
Fachkräfte ohne Entgelt und ohne arbeits- und sozialrechtlichen
Schutz. "Dieser in einer rechtlichen Grauzone agierenden Form der
Ausbeutung muss ein Riegel vorgeschoben werden durch ein
PraktikantInnengesetz, die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns
und volle Einbindung in das Arbeits- und Sozialrecht. Es kann nicht
sein, dass immer mehr junge Leute den Berufseinstieg ausserhalb des
regulären Arbeitsmarktes finden müssen".
Die Wiener Grünen wiederholen ihre Forderungen nach der Einrichtung
eines Lehrlingsfonds, einer Produktionsschule für benachteiligte
Jugendliche und der Bindung öffentlicher Auftragsvergaben an die
Ausbildung von Lehrlingen. "Die Stadt Wien sollte endlich Nägel mit
Köpfen machen: Wer eine Wirtschaftsförderung oder einen öffentlichen
Auftrag der Stadt will, soll auch bestimmte Kriterien wie zB die
Ausbildung von Lehrlingen erfüllen."
Rückfragehinweis:
Pressereferat Mag. Katja Svejkovsky Tel.: (++43-1) 4000 - 81814 Mobil: 0664 22 17 262 mailto:[email protected] http://wien.gruene.at
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