- 25.04.2007, 10:00:00
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AUVA BusINFO: "Südburg"-Passagiere jederzeit selektiv und aktuell informiert
Pilotprojekt im Burgenland soll Unfallrate senken
Wien (OTS) - Die AUVA Landesstelle Wien startete gemeinsam mit dem
burgenländischen Busunternehmen Südburg, Tochter der Dr. Richard
Gruppe, ein Pilotprojekt im Burgenland: 59 Busse, die rund 2,37
Millionen Fahrgäste im Jahr befördern, werden erstmals in Österreich
mit einem einzigartigen elektronischen Informationssystem
ausgestattet. Das innovative Medium der Salzburger Sinnovision GmbH
erlaubt es, selektiv den Monitor in jedem Bus jederzeit mit aktuellen
Informationen zu versorgen. Die AUVA Landesstelle Wien setzt die
Businformation vorerst vor allem für Sicherheitstipps für Pendler
ein.
Die AUVA-Landesstelle Wien will mit dem Projekt AUVA BusINFO neue
Wege in der Unfallverhütung für Erwachsene und Schüler gehen, um die
Anzahl von Arbeits- und Schülerunfällen weiter zu senken. Das
ehrgeizige Ziel der AUVA Landesstelle Wien ist die Senkung der
Unfallrate für Burgenland, Niederösterreich und Wien um zwei Prozent
pro Jahr.
Dir. Ing. Johann Kaiser schilderte bei der Vorstellung am
Mittwoch, dem 25. April 2007, in Eisenstadt die Beweggründe für das
ungewöhnliche Projekt: "Im Burgenland passieren rund zwölf
Arbeitsunfälle pro Arbeitstag. Ein Arbeitsunfall im Burgenland ist
relativ teuer und verursacht im Durchschnitt Kosten von 18.415 Euro.
Die Unfallrate liegt besser als der Österreich-Durchschnitt und
konnte in den vergangenen fünf Jahren gesenkt werden. Allerdings sind
die Pendler überdurchschnittlich oft von Arbeitsunfällen - meist in
anderen Bundesländern - betroffen. Genau hier setzen wir mit der AUVA
BusINFO an. Wir wollen informieren, sensibilisieren, auf Gefahren
aufmerksam machen und so Familien vor den unangenehmen Folgen eines
Arbeitsunfalls schützen.
Gemeinsam mit der Firma Südburg wird das Informationssystem im
Burgenland derzeit in 59 Bussen auf Herz und Nieren geprüft. Wir
wollen wichtige Aufschlüsse für die Ausweitung auf andere
Bundesländer und weitere Einsatzgebieten im öffentlichen Raum
gewinnen. Derzeit laufen Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern
für die dieses neue Medium ebenfalls interessant ist. Gestaltung,
Steuerung und Aktualisierung erfolgt durch die Sinnovision GmbH in
Zusammenarbeit mit den Salzburger Nachrichten und der
Burgenländischen Volkszeitung."
Das neue Medium AUVA BusINFO wird seit Jahresbeginn 2007 rund ein
Jahr im Burgenland getestet. Es soll zur Sensibilisierung der
Businsassen auf dem Weg zur und von der Arbeitsstätte beitragen. Die
AUVA Landesstelle Wien investiert in dieses Pilotprojekt rund Euro
135.000,-, also lediglich Cent 6,75 je Fahrgast und somit ein
Bruchteil, verglichen mit herkömmlichen Aktionen. Bei einer
durchschnittlichen Fahrzeit von etwa sechzig Minuten kann jeder
Fahrgast die gleichen oder neue Informationen etwa drei Mal sehen; es
entstehen Kosten von nur Cent 2,25 je Kontakt und Fahrgast. Eine
Ausweitung auf weitere Bundesländer und Einsatzgebiete (z.B.: Messen,
Unfallkrankenhäuser) ist angedacht sofern sich das Pilotprojekt
bewährt. Projektleiter ist Siegfried Weinert vom
Unfallverhütungsdienst der AUVA Landesstelle Wien; ihm zur Seite
stehen der Leiter der Außenstelle Oberwart der AUVA, Franz Szaffich,
und der Präventionsexperte Dipl.-Ing. (FH) Christof Tallian.
In Kooperation mit der Firma Südburg, dem größten privaten
Busunternehmen, sind derzeit 59 Busse mit dem Informationssystem
ausgestattet. Sie befördern rund 2,37 Mio. Fahrgäste im Jahr. Jeder
Fahrgast, ob Schüler oder Pendler, Hausfrau oder Pensionist,
verbringt rund 60 Minuten pro Tag in einem Linienbus.
"Neben der Fahrzeugausstattung (Klimaanlage, hoher Sitzabstand,
Schlafsessel, etc.) schaffen innovative Telematiktechnologien neue
Möglichkeiten: Fahrgastunterhaltung und Information gestalten den
Aufenthalt im Bus noch angenehmer und kurzweiliger. Das mit der AUVA
Landesstelle Wien und der Sinnovision GesmbH realisierte Projekt ist
ein wesentlicher Schritt in diese Richtung. Südburg sieht für die
Zukunft in einem stärker liberalisierten Verkehrsmarkt gute Chancen.
Dazu tragen die guten Situation der Südburg, die Unterstützung durch
die Südburg-Mitarbeiter und die Einbettung in die Dr.
Richard-Busgruppe wesentlich bei," erklärte Dr. Ludwig Richard die
Motivation der Firma Südburg, sich an diesem Pilotprojekt zu
beteiligen.
Die AUVA BusINFO: ein einzigartiges Medium der Sinnovision GmbH
Das neue standort-unabhängige Informationsmedium Sinnovision
ermöglicht es, jeden einzelnen Bus aktuell mit individuellen
Informationen zu versorgen - unabhängig von den geplanten
Sendungsschleifen. Sinnovision ist ein innovatives
Informationsmedien. Es funktioniert stabil, ort- und zeitunabhängig
und erlaubt es, sekundenaktuell Inhalte online zu stellen.
Primär richten sich die Botschaften der AUVA an Arbeitnehmer,
Schüler und Studenten. Ohne Ton laufen prägnante, mit Fotos und
Illustrationen aufgelockerte Informationen in Farbe über
19-Zoll-Bildschirme, die im vorderen Busbereich angebracht sind. Die
Monitore werden entweder in der Mitte der Frontblende oder hinter dem
Fahrer befestigt.
Zu den Themen der AUVA BusINFO zählen beispielhaft: - Aufstiegshilfen (Leitern etc.) - Sicherheitstipps für Dacharbeiten - Haut- und Sonnenschutz - 20 Jahre "Hallo Auto" - Kinder der 3. und 4. Volksschulklasse lernen den Bremsweg kennen und schätzen den Anhalteweg eines Autos ein - Sichere (Kraft-)Fahrzeuge (Licht, Reifen, Bremsen, Scheibenwischer, etc.) - Ergonomie am Arbeitplatz (Bildschirmarbeitsplatz, Stehpulte, Beleuchtung, etc.) - AUVAsicher aus Oberwart (sicherheitstechnische Betreuung von Kleinbetrieben) - Sicheres Arbeiten mit Handwerkzeugen - Richtig Heben und Tragen - Umgang mit Chemikalien (Reinigern, Farben und Lacken, Lösungsmitteln, etc.) - Gefahrguttransporte bzw. Ladegutsicherung - Persönliche Schutzausrüstung (Sicherheitsschuhe, Schutzhelm, Schutzbrille, Schutzhandschuhe, etc.)
Für die Umsetzung ist das Salzburger Unternehmen Sinnovision GmbH
zuständig. An der Sinnovision GmbH sind die Salzburger Nachrichten
und Sebastian Mettler, Innovationswerkstatt Salzburg, beteiligt.
Sebastian Mettler ist Innovator des Mediums und hat dieses nach
sieben Jahren Entwicklungsarbeit marktreif in die Sinnovision GmbH
eingebracht. Durch die innovative Software kann Sinnovision zu jeder
Zeit große Datenmengen empfangen und benötigt zum Unterschied von
vielen anderen Systemen keine Standleitungen oder ähnliche
Übertragungskanäle. Das System besteht aus Rechner, Monitor und
Datenkarte (von A1). Über die Datenkarte wird eine ständige, sichere
Verbindung hergestellt, die es erlaubt, Informationen laufend
abzurufen.
Sinnovision ermöglicht die Übertragung von Informationen über
Bildschirme an jeden beliebigen Standort - gleich, ob mobil zum
Beispiel in Busse, Züge bis hin zu Gondeln oder fix. Letztere können
Wartezimmer, Schaufenster, Einkaufszentren oder auch Standorte für
Leit- und Informationssysteme in Gebäuden sein. Der Vorteil für
Unternehmen ist, dass es sich bei Sinnovision um ein offenes System
handelt und somit auch firmenspezifische Systeme implementiert werden
können.
Die Geschäftsführerin der Sinnovision GmbH, Mag. (FH) Renate
Kaiser, zum Erfolgskonzept des Unternehmens: "Die Sinnovision setzt
auf schlanke Strukturen. Wir können rasch und individuell agieren.
Durch das gute Netzwerk aus Technikern, Entwicklern, Graphikern und
Redakteuren entsteht ein perfektes Ergebnis zum Erfolg aller
Beteiligten. Dadurch ist Sinnovision immer einen Sprung voraus."
Wichtig für die Erstellung eines guten Gesamtprogramms ist die
Qualität der Informationen. Als "Content Provider" wurden die
Salzburger Nachrichten, die APA und das Niederösterreichische
Pressehaus als Herausgeber der BVZ gewonnen. Die Aktualisierung der
Inhalte erfolgt mehrmals täglich. Die Fahrgäste der "Südburg"
erhalten einen aktuellen Überblick über Nachrichten aus aller Welt
bis hin zu Informationen aus ihrer Region.
Weiters wird die AUVA BusINFO anderen Sozialpartnern als
kundennaher Infokanal angeboten.
Burgenland: 12 Arbeitsunfälle pro Tag - Unfallrate soll weiter sinken
Im Burgenland passieren rund 11 Arbeitsunfälle - im engeren Sinn -
und 0,765 Wegunfälle pro Arbeitstag. Die Unfallrate - die von der
AUVA anerkannten Schadensfälle pro 1.000 Dienstnehmer - schwankte in
den vergangenen fünf Jahren zwischen 26,2 (2002) und 29,6 (2004).
2006 lag der Wert bei 27,7. In den Jahren 2005 und 2006 erreichte das
Burgenland hinter Wien (22,1), Tirol (22,1 bzw. 25,1) und Vorarlberg
(2005: 24,4) die drittniedrigste Unfallrate im Bundesländervergleich.
Die Unfallrate für das Burgenland liegt deutlich unter dem
Österreich-Durchschnitt von 33,1 (2006) und 36,4 (2004).
41 Burgenländer hatten in den Jahren 2002 bis 2006 einen tödlichen
Arbeitunfall; 26 starben nach einem Unfall am Arbeitsplatz und 15
nach einem Wegunfall. Die Anzahl der Krankenstandstage lag zwischen
rund 39.000 (2003) und 46.000 (2004) Tagen pro Jahr.
Die meisten Arbeitsunfälle passieren im politischen Bezirk
Oberwart. Am zweithäufigsten sind die Pendler betroffen, die in
anderen Bundesländern verletzt werden. Weiters folgen Oberpullendorf,
Neusiedl am See, Mattersburg, Eisenstadt (Stadt) und Güssing. Die
Tendenz in allen Regionen weist eine zunehmende Anzahl an
Arbeitsunfällen auf. Der Anteil der Schüler- und Studentenunfälle an
allen Schadensfällen im Burgenland nimmt im 5-Jahresvergleich
erfreulicherweise ab.
Die unfallträchtigsten Branchen sind Bauwesen, Metallverarbeitung
und Maschinenbau, sowie Handel inklusive Kfz-Reparatur. Während sich
die Baubranche und die Metallverarbeitung mit Maschinenbau zwischen
2002 und 2006 tendenziell verbessert haben, nahm die Anzahl der
Unfälle im Handel zu. Unfallursache Nummer 1 bleiben Sturz und Fall
gefolgt von maschinellen Betriebseinrichtungen und scharfen und
spitzen Gegenständen an dritter Stelle.
Ein Arbeitsunfall im Burgenland kostet im Durchschnitt 18.415 Euro
- ein relativ hoher Wert, der sich durch den verhältnismäßig hohen
Anteil an Verkehrsunfällen erklären lässt. Die Gesamtkosten aller
burgenländischen Arbeitsunfälle in einem Jahr erreichen mehr als 35
Millionen Euro. Die Hälfte davon trägt die Volkswirtschaft, den Rest
teilen sich die AUVA und die Betriebe im Verhältnis 3:1. Die für ganz
Österreich geschätzten Gesamtfolgekosten für das Unfallgeschehen
eines einzigen Jahres betragen rund 1.354 Millionen Euro.
Die Arbeit der AUVA in den vergangenen Jahrzehnten war geprägt
davon, Arbeitsplätze möglichst sicher zu gestalten. Dies geschah vor
allem durch Beratungen, Messungen, Schulungen und vieles mehr.
Während der technische Arbeitsschutz in hohem Maß zufrieden stellend
geregelt und organisiert ist, bleibt der Mensch das schwächste Glied
dieser Präventionskette. In Zukunft wird es in verstärktem Maß
notwendig sein, das Gesundheits- und Sicherheitsbewusstsein zu
fördern, die Mitwirkung des Einzelnen zu erreichen. Die
Sensibilisierung von Arbeitnehmern bzw. der Schüler und Studenten
konnte zumeist nur während der Betriebs- bzw. Schulzeiten
stattfinden.
Die AUVA Präventionsarbeit setzt daher in Zukunft - zusätzlich zu
den traditionellen Kommunikationswegen - auf neue Medien zur
Übermittlung von Botschaften und Anliegen. Vorrangiges Ziel ist und
bleibt, die Arbeitswelt so sicher und gesund wie nur möglich zu
gestalten.
Rückfragehinweis:
und Fotos:
Gabriela Würth, GWK,
Tel.: (02242) 38300, (0676) 33 24 879
E-Mail: [email protected]
Die AUVA Landesstelle Wien finden Sie im Internet unter www.auva.at/wien
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