- 22.04.2007, 08:00:00
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"profil": Eurofighter: Staatsanwaltschaft hatte schon 2002 Hinweise auf Rumpold-Millionen und Wolf-Geschäft
Ermittlungen damals aber eingestellt, nun droht Verjährung - Sprecher: "Werden nun in der Sache Rumpold tätig werden" - Wolf wegen mutmaßlich falscher Zeugenaussage angezeigt
Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazins "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, wird die Staatsanwaltschaf nun auch
bezüglich der Millionen-Verträge des Ehepaars Gernot und Erika
Rumpold und ihrer Werbeagentur "100 % Communication" Ermittlungen
einleiten. Das bestätigte der Sprecher der Staatsawaltschaft Wien,
Gerhard Jarosch, gegenüber "profil". Jarosch: "Wir werden nun in der
Sache Rumpold tätig werden und alle entsprechenden Zahlungsvorgänge
von und an das Ehepaar Rumpold und die dementsprechenden Unternehmen
prüfen."
Weiters prüft die Staatsanwaltschaft nun ein Vorgehen gegen den
suspendierten "Airchief" Erich Wolf wegen mutmaßlich falscher
Zeugenaussage vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Der
Ausschuss hat Wolf wegen seiner widersprüchlichen Aussagen vor dem
Ausschuss zu Geldflüssen rund um die Unternehmen seiner Frau bei der
Justiz offiziell angezeigt. Auch das bestätigt die Staatsanwaltschaft
gegenüber "profil".
Zuletzt hatte die Staatsanwaltschaft bereits Ermittlungen gegen
Wolf wegen der jüngst bekannt gewordenen Überweisungen des
Waffenlobbyisten Erhard Steininger an die Firma von Wolfs Frau
eingeleitet. Mögliche mutmaßliche Delikte: Amtsmissbrauch bzw.
verbotene Geschenkannahme. Da die Typenentscheidung jedoch im Sommer
2002 fiel droht nun in wenigen Wochen eine Verjährung der etwaigen
Vergehen. Frist bei beiden Straftatbeständen: fünf Jahre.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
Wie "profil" weiters berichtet hatte die Staatsanwaltschaft Wien
jedoch schon im Jahr 2002 Hinweise auf die EADS-Millionen der
Rumpold-Werbeagentur "100 % Communication" sowie angebliche
Geldflüsse an das Unternehmen der Wolf-Gattin, Anna Maria
Frühstück-Wolf. In anonymen Anzeigen vom 22. Juli 2002 und 10. März
2003 hieß es damals, die Firma der Frau des damaligen Luftwaffenchefs
Wolf, habe Geld über die Agentur des damaligen FP-Werbers Gernot
Rumpold Geld vom Eurofighter-Hersteller EADS erhalten. Der
Waffenlobbyist Steininger, von dem Wolfs Frau im Jahr 2002 rund
87.600 Euro für ein noch zu erstellendes Marketing-Konzept erhalten
hat, wurde in diesem Zusammenhang allerdings nicht genannt.
Die Staatsanwaltschaft Wien stellte die Ermittlungen damals mit
Genehmigung des Justizministeriums unter Minister Dieter Böhmdorfer
ein. "Wir haben alles genauestens geprüft, konnten aber den
Tatverdacht nicht ausreichend erhärten", sagt der mittlerweile
pensionierte Staatsanwalt Erich Müller gegenüber "profil".
Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
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