24. April: Welttag des Versuchstieres

Wien (OTS) - Weltweit wird am 24. April an jene Tiere erinnert,
die hinter den verschlossenen Türen der Versuchslabors ihr trostloses Dasein fristen und bis zu ihrem Tod qualvolle Experimente über sich ergehen lassen müssen. Qualvoll deshalb, weil nur Versuche, die für die Tiere mit Schmerzen, Leiden und Qualen verbunden sind, gesetzlich als Tierversuche definiert sind.

Demnach stirbt in Österreich laut amtlicher Statistik alle drei Minuten ein Versuchstier. "Aber das ist nur die Spitze des Eisberges, oder genauer gesagt, die eines Leichenberges", so Gerda Matias, Präsidentin des Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner (IBT). Schließlich gelten Eingriffe an Tieren, die nach der persönlichen Einschätzung des Experimentators für das Tier nicht leid- und qualvoll sind, gemäß der österreichischen Gesetzeslage gar nicht als Tierversuche. Sie müssen weder genehmigt noch gemeldet werden und unterliegen somit keiner Kontrolle und keiner statistischen Erfassung.
"Ein unhaltbarer Zustand, der schnellstens bereinigt werden muss, so Gerda Matias. Sie fordert, dass alle Tiere, die einem Eingriff unterzogen werden oder eigens für Experimente getötet werden, wenigstens gemeldet werden müssen.

Nächster Schritt: Abschaffung aller Tierversuche an Affen

Als weiteren Arbeitsschwerpunkt hat sich der IBT ein Handels- und Zuchtverbot von Affen aus Wildfängen und die Abschaffung aller Tierversuche an Affen - sowohl österreich- als auch EU-weit - zum Ziel gesetzt.
Aus diesem Grund nimmt der IBT anlässlich des Welttages des Versuchstieres am Samstag, den 21. April, bei der Veranstaltung und Demonstration in München teil, die unter dem Motto "Stopp Tierversuche an Affen" steht.

In der EU wurden laut der letzten Statistik (mit den noch 15 Mitgliedstaaten) über 11 000 Affen in Labors "verbraucht".
In Österreich wurden gemäß letzter amtlicher Tierversuchsstatistik an insgesamt 56 Meerkatzen, einer Affenart, Experimente durchgeführt. Sie wurden zur Forschung und Entwicklung für Produkte und Geräte der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin in Zusammenhang mit "sonstigen Krankheiten des Menschen" eingesetzt.

Tierversuche an Großen Menschenaffen sind seit dem 1. Jänner 2006 in Österreich gesetzlich verboten. Ein schöner Erfolg, der nicht zuletzt auch durch die vom IBT initiierte Parlamentarische Bürgerinitiative zustande kam.

Der Internationale Tag des Versuchstieres wird seit 1962 begangen. Er geht auf den Geburtstag von Lord Dowding, einem Mitglied des britischen Oberhauses zurück, der sich sehr für den Tierschutz engagierte.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Romana Rathmanner
Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)
Tel.: +43/1/713 08 23-10 bzw. 0676/583 67 62, Fax: +43/1/713 08 24,
E-Mail: rathmanner@tierversuchsgegner.at
Homepage: www.tierversuchsgegner.at

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