• 11.04.2007, 09:26:54
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10 Jahre Gentechnik-Volksbegehren - Widerstand gegen Gentech-Landwirtschaft geht weiter

InitiatorInnen: Erfolgreiche Bilanz mit Handlungsauftrag

Wien (OTS) - Zehn Jahre nach dem Gentechnik-Volksbegehren ziehen
die InitiatorInnen in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien eine
positive Bilanz und identifizieren weiteren Handlungsbedarf. "Das
Volksbegehren hat außerparlamentarisch viel bewirkt: Der Markt hat
auf den klaren Wunsch nach gentechnikfreien Produkten reagiert.
Bauern und Lebensmittelerzeuger bemühen sich erfolgreich, Gentechnik
zu vermeiden", fasst Peter Weish, Bevollmächtigter und Sprecher des
Volksbegehrens zusammen. In anderen Teilen der Welt sind viele
Befürchtungen über die Auswirkungen des Einsatzes von Gentechnik in
der Landwirtschaft Wirklichkeit geworden, zum Teil mit geradezu
erschütternden Konsequenzen. In Indien haben in einem Jahr mehr als
1.000 Bauern Selbstmord begangen, ruiniert durch gentechnisch
veränderte Baumwolle von Monsanto. "Die Menschen verstehen zunehmend,
dass Gentechnik die Macht der Agrokonzerne weiter steigert und die
Bemühungen um eine zukunftsfähige, ökologische Landwirtschaft
weltweit behindert", so Weish weiter.

"Die Kirche sieht sich einem umfassenden Lebensschutz verpflichtet
und tritt daher entschieden für die Sicherung der Lebensgrundlagen
durch eine ökologische Landwirtschaft ein. Wir lehnen jede riskante
Manipulation, wie den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft,
daher strikt ab, heute wie vor 10 Jahren", so Isolde M. Schönstein
von der ARGE Schöpfungsverantwortung.

Ins selbe Horn stoßen die Bäuerinnen und Bauern der ÖBV-Via
Campesina Austria. Die Besorgnis erregenden Entwicklungen wie die
Genehmigung des Imports dreier Gentech-Rapssorten durch die
EU-Kommission am 26. März führen deutlich vor Augen, wie notwendig
ein EU-weiter Verzicht auf den Anbau transgener Pflanzen ist. "Wir
fordern die österreichische Regierung und alle ParlamentarierInnen
dazu auf, sich anlässlich des 10-Jahresjubiläums des
Anti-Gentechnikvolksbegehrens verstärkt für die Gentechnikfreiheit
der europäischen Landwirtschaft zu engagieren", so Irmi Salzer von
ÖBV-Via Campesina Austria.

Trotz aller Erfolge wartet 10 Jahre nach dem Volksbegehren noch viel
Arbeit auf die österreichische Bundesregierung. "Die zwei jüngst
EU-weit zugelassenen Gentech-Rapssorten Ms8 und Rf3 müssen zum Schutz
der österreichischen Landwirtschaft umgehend von Bundesministerin
Kdolsky mit einem Importverbot belegt werden", so Jens Karg von
GLOBAL 2000. Eine weitere Forderung der UmweltschützerInnen liegt im
Futtermittelbereich. "Gentech-Soja steht immer noch auf dem
Speisezettel vieler heimischer Masttiere. Wir fordern von
Bundesminister Pröll, ein Maßnahmenpaket gegen Gentechnik in
Tierfutter zu schnüren", so Steffen Nichtenberger von Greenpeace.
"Als ersten Schritt müssen die zuständigen Minister Kdolsky und Pröll
ein Verbot der Verfütterung von Gentech-Futter im
AMA-Gütesiegelprogramm festlegen", so die UmweltschützerInnen
abschließend.

Rückfragehinweis:
Jens Karg, GLOBAL 2000, 0699/14 2000 20
Steffen Nichtenberger, Greenpeace CEE, 0664/6126703
Isolde Schönstein, ARGE Schöpfungsverantwortung, (0) 1 878 39-539
Irmi Salzer, ÖBV - Via Campesina 0699/11827634
Markus Piringer, Ökobüro, 0699/10373960

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