• 06.04.2007, 10:10:47
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  • OTS0059 OTW0059

Rotes Kreuz - Klimawandel: neue Katastrophen töten langsam

Anlässlich des aktuellen UN-Klima-Berichtes fordert das Rote Kreuz stärkeren Fokus auf Katastrophenvorsorge

Wien (Rotes Kreuz) - Wassermangel steht im Zentrum der
Erkenntnisse des zweiten Teils des UN-Klimaberichtes. Die
Konsequenzen des Temperaturanstieges von 1,5 bis 2,5 Grad sind
weniger Trinkwasser, daraus resultierende Seuchengefahren sowie
längere Dürrperioden, Überschwemmungen und Wirbelstürme. Der aktuelle
Klimabericht kommt zu denselben Schlussfolgerungen, die das Rote
Kreuz bereits in seinem Weltkatastrophenbericht gezogen hat. Den
Auswirkungen des Klimawandels am schutzlosesten ausgeliefert sind die
Ärmsten der Armen.

Die Beobachtungen des Internationalen Roten Kreuzes zeigen eindeutig:
während nach Naturkatastrophen zwar tendenziell immer weniger
Todesopfer zu verzeichnen sind, nehmen die vor allem von wetter- und
klimabedingten Naturkatastrophen angerichteten kurz- und
langfristigen wirtschaftlichen Schäden deutlich zu.
Kurz: Naturkatastrophen töten langsam. Menschen verlieren weniger
häufig ihr Leben, immer mehr aber ihre Lebensgrundlage.

"Die entscheidenden Hilfsmaßnahmen in den kommenden Jahren bestehen
in Risiko-Reduktion und Katastrophenvorsorge", so Dr. Wolfgang
Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. Planung
der Landnutzung, Vorsorge, Frühwarnsysteme und Stärkung der lokalen
Kapazitäten sind die Schlüsselelemente. Kosteneffektive Maßnahmen,
die die Akuthilfe von außen auf das Notwendigste beschränken und die
wirtschaftliche Entwicklung vor Ort fördern.

In Vietnam hat das Rote Kreuz entlang der Küstenregion
Mangrovenwälder gepflanzt, die heute die zerstörerische Wucht von
Stürmen bremsen. Diese Maßnahmen kosteten rund eine Million Euro und
sparen seither Jahr für Jahr sieben Millionen an Wiederaufbau-Kosten.
"Ökonomisch betrachtet rechnet sich die Investition", betont Wolfgang
Kopetzky. Langfristiges Denken sei nicht nur wichtig, sondern auch
wirtschaftlich, und schließt an, dass diese Erkenntnis auch in den
Entwicklungshilfebudgets abzulesen sein sollte.

Rückfragehinweis:

ÖRK-Pressestelle
   Mag. Andrea Winter
   Tel: 01/58 900-153
   Mobil: 0664/823 48 54
   mailto:[email protected]
   www.roteskreuz.at

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