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"Kleine Zeitung" Kommentar: "In den Karawanken glühen die Wände wieder kräftig orange" (Von Reinhold Dottolo)

Ausgabe vom 2.4.2007

Graz (OTS) - Die anderen Parteien finden partout kein Rezept gegen
Jörg Haider.

Eines kann man Andreas Mölzer nicht nachsagen: kein Sensorium für
politische Entwicklungen im Frühstadium zu haben: An Stelle der
"Haider-Macher" von einst, repräsentiert durch Franz Vranitzky und
dessen Ausgrenzungs-Strategen, schlage in Kärnten jetzt die Stunde
der "Haider-Retter", konstatierte der blaue Vordenker kürzlich.
Mölzers - die eigene FPÖ nicht verschonende - Diagnose: Die
Mediokrität, sprich die Mittelmäßigkeit der anderen Parteien, mache
möglich, dass Jörg Haiders BZÖ bei den nächsten Landtagswahlen wieder
zur stimmenstärksten Gruppierung werden könnte.

Ein Blick auf die Kontrahenten der Orangen vermittelt in der Tat ,
dass nur wer Feind seines Geldes ist, derzeit auf eine Abwahl Haiders
wetten sollte. Nicht wunschloses, aber ziemlich tatenloses Unglück
beherrscht die Szene. Die SPÖ gibt nach gutem Beginn ihrer
Vorsitzenden Gaby Schaunig kaum mehr Themen vor. Dass Schaunig etwa
in der Ortstafelfrage zur Schweige-Obfrau geworden ist und ohne
selbst Akzente zu setzen alles von Wien gelöst haben möchte, ist ein
Signal der Kraftlosigkeit. Nur gegen Haider zu sein wird als Programm
nicht reichen.

Etwas, aber nicht viel besser ist die Lage der Kärntner Volkspartei.
Deren Chef Josef Martinz laviert zwischen den Lagern, erzielt da und
dort Erfolge, weil er Zünglein an der Waage in der Landesregierung
spielen kann. Allein - eine klare Linie zu vermitteln, das ist den
Schwarzen nicht gelungen.

Bei den kleinsten Gruppierungen ist die Situation ähnlich. Die
Grünen, mit zwei Mandataren im Landtag, setzen zwar bunte
Positionslichter, kommen aber in der Öffentlichkeit nicht rüber und
werden wohl eher die Medien als sich selbst dafür verantwortlich
machen. Die FPÖ schließlich ist nach internen Streitigkeiten und
durch ein kaum berauschendes personelles Angebot dabei, jene
Prozentpunkte zu verspielen, die Jörg Haider die Nummer-1-Position
und damit den wichtigsten Anspruch auf des Landeshauptmann kosten
könnten.

Fazit: Im Süden glühen die Karawanken wieder orange. Der schon im
nahenden Ausgedinge gesehene Bärentaler tourt g'schaftig durchs Land
und rückt mit einer massiven Werbe-Offensive in den Hintergrund, was
ihm selbst angekreidet werden könnte - vom Ortstafel-Kasperltheater
bis zum Seebühnen-Desaster. Und die Konkurrenz steht daneben und
staunt. Dass die verunsicherte SPÖ von einem von ihr seinerzeit
eingebrachten Antrag auf Neuwahlen in Kärnten jetzt nichts mehr
wissen will, ist somit gleichermaßen verständlich wie
bezeichnend.****

Rückfragehinweis:
Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047
mailto:[email protected]
http://www.kleinezeitung.at

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