- 30.03.2007, 12:02:43
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Hochsaison für Ostereier
AGES: Ein gesunder Mensch verträgt zu den Feiertagen auch mal das eine oder andere Ei mehr
Wien (OTS) - Färben, verstecken, pecken und verspeisen: Jedes Jahr
durchlaufen in Österreich rund 50 Millionen Eier diese Prozedur.
Wobei den einen oder die andere nach den Feiertagen vielleicht das
schlechte Gewissen drückt, hat das Ei aufgrund seines hohen
Cholesteringehaltes von durchschnittlich 250 mg doch einen schlechten
Ruf erworben. Damit deckt ein Ei bzw. ein Eidotter bereits 80 Prozent
der maximal empfohlenen täglichen Cholesterinzufuhr.
"Wer keinen erhöhten Cholesterinspiegel hat, kann zu Ostern auch
mal das eine oder andere Ei mehr essen", beruhigt die renommierte
Ernährungswissenschafterin Ingrid Kiefer, Leiterin des
Kompetenzzentrums Ernährung und Prävention der AGES, der
Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
GmbH. Studien haben gezeigt, dass das aufgenommene
Nahrungscholesterin beim gesunden Menschen, unter Berücksichtigung
von Alter, Geschlecht, Rauchverhalten und Bewegung, keinen
nennenswerten Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel hat.
Langzeitstudien über acht bzw. 14 Jahre ergaben, dass der tägliche
Konsum von Eiern bei gesunden Personen mit keinem erhöhten Risiko für
Herzkreislauferkrankungen bzw. Schlaganfall einhergeht. Zudem wird
vermutet, dass das im Ei enthaltene Lecithin die Aufnahme des
Cholesterins vom Darm in den Körper zusätzlich hemmt. Dies könnte ein
weiter Grund sein, warum sich regelmäßiger Eikonsum nicht auf den
Cholesterinspiegel auswirkt. Da ein gesunder Organismus mit einer
einmaligen hohen Cholesterinzufuhr ohne Probleme fertig werden kann,
sind ein bis zwei Eier täglich zu den Osterfeiertagen tolerierbar.
"Generell wird jedoch ein Konsum von maximal drei Eiern pro Woche
empfohlen", sagt Kiefer.
Wer besonders viele Ostereier konsumiert, sollte trotzdem auf eine
ballaststoffreiche, fettarme Ernährung achten. Beispielsweise ist der
traditionelle Osterschinken eine geeignete Alternative zu fettreichen
Wurstsorten. Beim Ostermenü sind Gemüsesuppen, große Salatportionen
und Desserts auf Basis von fettarmen Milchprodukten, wie z.B.
Topfencremes, ideal und helfen mit, die Kalorien- und Fettzufuhr zu
den Feiertagen im Rahmen zu halten.
Ostereier halten lange
Übrigens braucht man die Ostereier ja nicht alle zu den Feiertagen
verspeisen. Denn sie halten recht lange, wie ein Versuch der AGES
zeigt. Gekochte, gefärbte Eier bleiben bei Zimmertemperatur vier
Wochen, bei Kühlschranktemperaturen sogar sechs Wochen lang haltbar
und bakteriologisch unbedenklich. Voraussetzung dafür ist allerdings
die Verwendung von frischen, einwandfreien Eiern als
Ausgangsmaterial. Wie frisch ein rohes Ei ist erkennt man, indem man
es in kaltes Wasser legt. Mit zunehmendem Alter nimmt die Dichte ab,
da die Luftkammer im Ei während der Lagerung immer größer wird. Geht
das Ei unter und bleibt flach auf dem Boden liegen, dann ist das Ei
frisch. Etwas ältere Eier schweben im Wasser und sollten so bald als
möglich verarbeitet werden. Vorsicht ist geboten, wenn das Ei bereits
oben auf schwimmt bzw. wenn die stumpfe Spitze aus dem Wasser ragt.
In diesem Fall ist das Ei nicht mehr zum Verzehr geeignet.
Eine blau-grüne Verfärbung an der Eiklar-Dotter-Grenze eines
gekochten Eis ist übrigens kein Zeichen dafür, dass das Ei alt ist:
Sie zeigt nur an, dass das Ei lange gekocht wurde. Dabei wird aus dem
Dotter Eisen, aus dem Eiklar Schwefel frei. Diese reagieren
miteinander zu Eisensulfid, wodurch der farbige Ring entsteht. Diese
Färbung ist unbedenklich, das Ei kann ruhigen Gewissens gegessen
werden. Bei gefärbt gekauften Eiern wird übrigens pro Ei nur rund ein
Gramm Farbe aufgespritzt.
Eier sollten prinzipiell gut durchgegart werden. Damit verhindert
man eine mögliche Infektion mit Salmonellen. Auf das Abschrecken der
gekochten Eier sollte auch verzichtet werden: Dabei können aus dem
kalten Wasser Bakterien in das Ei eindringen und einen frühzeitigen
Verderb verursachen. Abgeschreckte Eier sollten daher innerhalb von
zwei Tagen gegessen werden. Übrigens erreicht man durch das
Abschrecken auch nicht, dass sich das Ei leichter schälen lässt: Das
hängt vom Alter des Eis ab - je älter ein Ei, desto leichter lässt es
sich schälen.
Factbox:
Ein mittelgroßes Ei (60 g) hat in etwa 85 kcal, 7 g Fett und 8 g
Eiweiß. Das Eiweiß zeichnet sich durch eine besonders hohe
biologische Wertigkeit aus. Das bedeutet, dass das im Hühnerei
enthaltene Eiweiß sehr gut in Körpereiweiß umgebaut werden kann. Das
im Eidotter enthaltene Fett hat zudem ein für den Organismus
günstiges Fettsäuremuster. Zwei Drittel der enthaltenen Fette
bestehen aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Dieser
Anteil allerdings hängt stark von der Fütterung ab. Eier sind auch
reich an Vitaminen (v. a. Vitamin A, E, Vitamin B2, Folsäure und
Biotin) und Mineralstoffen (Zink und insbesondere Eisen) und gehören
zudem zu den wenigen Quellen für Vitamin D.
Rückfragehinweis:
AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH Unternehmenskommunikation: DI Oskar Wawschinek Spargelfeldstraße 191, A-1226 Wien Tel: 050 555-25000 E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at www.ages.at Fachlich: Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer Tel: 01/42707-768 E-Mail: ingrid.kiefer@ages.at
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