- 29.03.2007, 12:08:40
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Klimafolgenforschung soll Auswirkungen des Klimawandels auf die Alpen feststellen
Lebensministerium beteiligt sich am strategischen Klimaforschungsprojekt ClimChAlp
Wien (OTS) - "Um die Folgen des Klimawandels richtig einschätzen
zu können, beteiligt sich die Wildbach- und Lawinenverbauung des
Lebensministeriums seit März 2006 an dem Projekt ClimChAlp, einem
strategischen und zukunftsweisenden Klimaforschungsprojekt im Rahmen
des EU-Programms INTERREG. Obwohl der Wissensstand über die
Auswirkungen des Klimawandels auf Naturgefahren noch sehr gering ist,
muss mit Auswirkungen auf die Intensität, die
Auftretenswahrscheinlichkeit und die Verteilung von meteorologischen
Extremenereignissen durch die globale Klimaerwärmung gerechnet
werden", so Gerhard Mannsberger, Leiter der Sektion Forstwesen im
Lebensministeriums, heute im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich
des dritten Partnermeetings des Projektes ClimChAlp in Wien.
Die weltweite Klimaerwärmung betrug im 20. Jahrhundert
durchschnittlich 0,6 Grad Celsius, in Österreich sogar 1,8 Grad
Celsius. Für die Zukunft erwarten wir, dass die
Durchschnittstemperatur der erdnahen Atmosphäre bis zum Jahr 2100 um
weitere 1,4 bis schlimmstenfalls 5,8 Grad zunehmen wird. Als
wesentlicher Faktor für den Temperaturanstieg wird die Emission von
Treibhausgasen gesehen. "Die alpine Umwelt wäre durch eine globale
Klimaänderung besonders betroffen, die Zahl der Tage mit
geschlossener Schneedecke würde sinken. Der Rückgang der Gletscher
und der Anstieg der Permafrostgrenze führen zu einer Destabilisierung
von Fels- und Schuttmassen und könnten eine Erhöhung der
Massenbewegung bewirken", bestätigt Herbert Formayer, Klimaforscher
an der Universität für Bodenkultur, die Klimaerwärmung und seine
voraussichtlichen Folgen auf Naturkatastrophen.
Neben der vordringlichen Notwendigkeit der Reduktion der den
natürlichen Treibhauseffekt verstärkenden Gase sind auch Strategien
gefordert, welche die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf ein sozial-
und volkswirtschaftlich verträgliches Ausmaß reduzieren. Mit einem
Budget von 3,5 Millionen Euro hat das länder- und
bereichsübergreifende EU Projekt ClimChAlp - Climate Change in Alpine
Areas - das Ziel, eine gemeinsame Vision und eine gemeinsame
Herangehensweise der Alpenländer an die Herausforderungen des
Klimawandels zu entwickeln und konkrete Empfehlungen zu formulieren.
Bisher wurde der Alpenraum nur sektoral betrachtet, eine
Untersuchung, die den Alpenraum als Einheit betrachtet, steht in
Zusammenhang mit der Klimaänderung noch aus. Bis 2008 sollen
Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte, wie etwa die Evaluierung von
verfügbaren regionalen Klimamodellen oder die verbesserte Reaktion
auf Naturgewalten durch frühzeitige Kenntnis von Hanginstabilitäten,
umgesetzt werden. Im Rahmen des Projektes soll weiters durch eine
tief greifende Analyse aller Auswirkungen der Klimaänderung auf den
alpinen Raum Instrumente geschaffen werden, die alpenweit ein
flexibleres Handeln auf die Folgen der Klimaerwärmung ermöglichen.
Konkret beteiligt sich Österreich mit rund 230.000 Euro an vier
von neun Arbeitspaketen. Dazu zählen unter anderem die Workpackages
"Klimaänderung und zusammenhängende Naturgefahren", "Monitoring,
Prävention und Management spezifischer Auswirkungen der Klimaänderung
auf die Natur" sowie "Flexible Systeme zur Anpassung an den
Klimawandel".
"Ziel ist es, die große Lücke, die bezüglich des Wissens über die
Zusammenhänge in der Natur, der Wirtschaft und im sozialen Bereich
mit dem komplexen Phänomen Klimawandel besteht, zu schließen", weiß
Florian Rudolf-Miklau von der Abteilung Wildbach- und
Lawinenverbauung. "Die Entwicklung einer neuen Risikokultur in
Österreich integriert allerdings auch das Wissen, dass dem Schutz vor
Naturgefahren technische und wirtschaftliche Grenzen gesetzt sind",
so Mannsberger abschließend.
Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823
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