• 29.03.2007, 10:51:04
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FORMAT: Kriminalpolizei entdeckte Verzetnitsch-Wertpapierdepot

Hinweis nach Einvernahme von Elsner-Sekretärin

Wien (OTS) - Das Bundeskriminalamt Wien ist im Zuge der
Bawag-Ermittlungen auf ein Wertpapierdepot der Ehefrau von
Ex-ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch gestoßen. Dies berichtet das
Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

FORMAT zitiert aus einer exklusiv vorliegenden Niederschrift über
die zeugenschaftliche Einvernahme von Elsner-Sekretärin Sandra
Rogatsch. Gemäß dem mit 29. Juni 2006 datierten Polizeiprotokoll hat
Rogatsch am selben Tag einen "Abrechnungsbeleg über den Kauf von
Bawag-PSK Euro Cash (A) in Höhe von 136.005,10 Euro (...) betreffend
das Depot Nr. 168-870-175 bei der Bawag" erhalten: "Mir ist bekannt,
dass Herr Verzetnitsch solche Belege für eben dieses Depot bei seiner
Anwesenheit im Haus bei uns im Sekretariat abgeholt hat. (...) Somit
nehme ich an, dass es sich um sein Depotkonto handelt. Seit ich nicht
mehr in der Bank arbeite, habe ich erst einmal im vorigen Sommer
solche Belege zugesandt bekommen. Damals habe ich sie in sein Büro in
Wien im ÖGB-Haus gebracht. Es war immer so und es haben auch immer
alle davon gewusst."

Fritz Verzetnitsch weist über seinen Rechtsanwalt Georg Schima
die "böswilligen Unterstellungen" zurück und betont, dass das Depot
seiner Ehefrau Lisbeth Sonnleithner-Verzetnitsch gehöre. Zur Herkunft
der 136.005,10 Euro sagt Schima gegenüber FORMAT: "Es handelt sich um
eine Vermögensumschichtung." Warum die Depot-Abrechnungen nach dem
Ausscheiden von Frau Rogatsch aus der Generaldirektion im Jahr 2003
an deren Privatadresse und nicht direkt an Frau Verzetnitsch
geschickt wurden? "Rogatsch erfüllte eine Botenfunktion. Das hat gut
funktioniert. Aus Bequemlichkeit wurde daran nichts geändert."
(Schima)

"Die gerichtlichen Vorerhebungen gegen Herrn Verzetnitsch sind
noch lange nicht abgeschlossen", stellt Staatsanwalt Gerhard Jarosch
gegenüber FORMAT fest. Die Wiener Anklagebehörde ermittelt seit fast
einem Jahr gegen Verzetnitsch wegen des Verdachts möglicher
Untreuehandlungen. Angesprochen auf den Stand der
kriminalpolizeilichen Ermittlungen bezüglich des Verzetntisch-Depots
sagt Jarosch: "Das ist nicht vom Tisch. In diesem Zusammenhang müssen
noch Zeugen einvernommen werden." Für Verzetnitsch gilt bis zum
Abschluss des Verfahrens die Unschuldsvermutung.

Rückfragehinweis:
FORMAT Business
Ashwien Sankholkar
01-21755-4126

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