• 28.03.2007, 09:30:40
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Neue Tarife Wr. Linien: wirtschaftlich notwendig - sozial gestaltet

Erstmals nach 5 Jahren: Tarifanpassung von durchschnittlich 9,9 % notwendig

Wien (OTS) - "Die Wiener Linien haben in den letzten Jahren massiv
in den Ausbau, die Sicherheit und die Qualität von U-Bahn,
Straßenbahn und Bus investiert. Diese Strategie setzen wir konsequent
im Interesse einer intelligenten Verkehrspolitik, einer
verantwortungsvollen Umweltpolitik und letztendlich im Interesse
aller Fahrgäste fort. Um diese Qualität zu halten und weiter zu
verbessern, brauchen wir ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen. Es
ist deshalb nach fünf Jahren ohne Preiserhöhung notwendig, die Tarife
der Wiener Linien anzupassen. Unser Ziel in den Gesprächen mit den
Wiener Linien war es, die betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten zu
berücksichtigen, gleichzeitig die Tarife aber möglichst niedrig zu
halten", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin
Vizebürgermeisterin Maga. Renate Brauner am Mittwoch.****

Im Durchschnitt werden die Tarife ab 1. Juni 2007 um 9,9 Prozent
angehoben. "Zwei Gruppen waren uns bei der fairen Tarifgestaltung ein
besonderes Anliegen: Die Tarife für Sozialpass-BezieherInnen, das
sind Mindestpensionisten und Dauerleistungsbezieher in der
Sozialhilfe, werden nicht erhöht. Und für Wiens Studenten gibt es
einen Bonus: Sie erhalten die Semesterkarte für das Wintersemester
07/08 gratis. Generell war es unser Ziel, die Stammkunden der Wiener
Linien, möglichst wenig zu belasten ", so Brauner weiter.

Um in Zukunft Tarif- und Gebührenanpassungen nur mehr in kleinen
Schritten vornehmen zu müssen, erklärte Brauner, dass sie den Auftrag
erteilt hat, noch heuer eine entsprechende generelle Regelung zur
Valorisierung auf Basis eines fixen Berechungsschlüssels
auszuarbeiten und die notwendigen Beschlüsse in den Gremien
herbeizuführen. Tarife und Gebühren sollen in Zukunft nur dann
angepasst werden, wenn der Anstieg des Berechnungsindexes die Grenze
von 3 Prozent überschreitet.

Qualität und Streckenangebot der Wiener Linien massiv
verbessert

Seit der letzten Tarifanpassung im Jahr 2002 haben die Wiener
Linien ihr Angebot massiv ausgebaut. Beispiele dafür sind der Ausbau
der U1 und U2, in die insgesamt 1,8 Milliarden Euro fließen.
Konsequent wird der Fuhrpark der Wiener Linien modernisiert mit 25
neuen V-Wagen für die U1, 38 neuen U6-Garnituren, 150
ULF-Straßenbahnen der neuesten Generation und 176 Niederflurbussen.
Der Gesamtwert dieser 389 Fahrzeuge beträgt rund 716 Millionen Euro.

Ebenfalls verbessert wurde der Nachtautobusverkehr. Mit der
neuen Nightline haben nun seit März 2006 bereits 95,5 Prozent der
WienerInnen die Möglichkeit auch in der Nacht mit öffentlichen
Verkehrsmitteln sicher und komfortabel unterwegs zu sein.

Darüber hinaus wird das Wiener-Linien-Netz laufend durch
Betriebszeitenverlängerung und Intervallverdichtungen optimiert und
den Kundenbedürfnissen angepasst. Seit 2002 wurden auf 28 Linien die
Intervalle verdichtet und auf 17 Linien die Betriebszeiten
ausgeweitet. So ist zum Beispiel der Autobus 76A in der Frühspitze
alle 10 Minuten statt bisher 15 Minuten unterwegs, das Kurzintervall
auf der U1 wurde am Abend verlängert. Ein weiteres Beispiel: Der
letzte Zug der Straßenbahnlinie 5 fährt nun nicht wie bisher um
23.04 Uhr sondern erst um 00.04 Uhr.

Leistungsangebot gestiegen - Effizienz gesteigert

Gelungen ist diese Ausweitung der Angebote bei gleichzeitiger
Effizienzsteigerung. Die Produktivität der MitarbeiterInnen der
Wiener Linien hat sich in den vergangenen Jahren enorm gesteigert.
Der Personalstand der Wiener Linien ist heute mit 7.757
MitarbeiterInnen um rund 600 MitarbeiterInnen geringer als im Jahr
2002.

Sicherheit hat höchste Priorität

Die Wiener Linien zählen zu den sichersten öffentlichen
Verkehrsmitteln weltweit. Diesen hohen Standard gilt es auch in
Zukunft zu halten. Deshalb sind alle neuen U-Bahngarnituren mit
Videoüberwachung ausgestattet. Mittlerweile wurde auch der
Probebetrieb für die Videoüberwachung in den neuen Stationen der U1
Verlängerungsstrecke von der Datenschutzkommission für vorerst zwei
Jahre genehmigt. Auch alle U2 Stationen, die derzeit im Rahmen der
U2-Verlängerung gebaut werden, sind von vornherein für die
Videoüberwachung ausgestattet.

Auch die Kontrollen durch die U-Bahn Aufsicht der Wiener Linien
wird weiter verstärkt, inklusive der Kontrollen in den durchgängig
begehbaren U-Bahnen.

Regelmäßige Service-Checks sorgen dafür, dass bis auf die
Außenhülle des Fahrzeugs, die gesamte Technik und die
Innenausstattung alle acht Jahre komplett erneuert werden. Das
Ergebnis sind höchste Standards bei der Betriebssicherheit.

Neue Tarife: Stammkunden fahren weiterhin am günstigsten

Die Tarife für die Stammkunden, also die Besitzer einer
langfristigen Zeitkarte, werden höchstens bis 10 Prozent angehoben.
Rund 80 Prozent aller mit den Wiener Linien abgewickelten Fahrten
erfolgen mit solchen Zeitkarten.

Bei den kurzfristigen Zeitkarten (1 bis 8 Tage) sowie den
Einzelfahrscheinen wurde sowohl dem Umstand Rechnung getragen, dass
hier eine Abstimmung mit dem Verkehrsverbund Ost Region notwendig ist
(um einen gespaltenen Tarif zu vermeiden) als auch die erforderliche
Rundung auf volle 10 Cent für die Automatenbedienung. Die Anhebung
dieser Karten bewegt sich dabei zwischen 10% und 15%.

Wie bisher schon gilt auch weiterhin für SchülerInnen mit der
entsprechenden Streckenkarte für den Weg von der Wohnung zur Schule
Freifahrt bei den Wiener Linien. Auch die Lehrlinge sind mit der
Lehrlingsnetzkarte der Wiener Linien zum Nulltarif unterwegs.
Allerdings wird vom Bund ein geringer Selbstbehalt in Höhe von
jährlich 19,60 Euro eingehoben. Zusätzlich haben die SchülerInnen bei
den Wiener Linien die Möglichkeit, ihre Streckenkarte um sechs Euro
monatlich zu einer Netzkarte aufzuwerten, mit der sie in der ganzen
Stadt unterwegs sein können.

Die Wiener Studenten erhalten einen Bonus. Im Wintersemester
07/08 bekommen sie die Semesterkarte gratis. Die Voraussetzung:
Ordentlicher Wohnsitz in Wien zumindest seit 22. 3. 2007, unter 26
Jahre und Familienbeihilfe-Bezieher.

Nach einem von der Stadt Wien in Auftrag gegebenen externen
betriebswirtschaftlichen Gutachten (Ersteller: BDO Auxilia GesmbH)
wäre eine Erhöhung von rund 20,2 Prozent gerechtfertigt gewesen.
Diese Erhöhung hätte die Entwicklung des Tariflohnindex, des
Verbraucherpreisindex sowie der bei den Wiener Linien stattgefundenen
Qualitätssteigerung entsprochen.

Neue Tarife ab 1. Juni 2007 im Detail:

Die durchschnittliche Erhöhung bei den neuen Tarifen beträgt 9,9
Prozent. Ab dem 1. Juni 2007 gelten folgende Tarife für die Wiener
Linien:

o Jahreskarte / Teilzahlung: 458,00 Euro (+ 9,8 %)              
o Jahreskarte / Einmalzahlung: 449,00 Euro (+ 9,8 %)            
o Seniorenjahresnetzkarte / Teilzahlung:                         
229,00 Euro (+ 9,6 %) 
o Seniorenjahresnetzkarte / Einmalzahlung: 224,00 Euro (+ 9,6 %)
o Monatskarte für SozialpassbezieherInnen: 15,20 Euro (+ 0,0 %) 
o Monatskarte: 49,50 Euro (+ 10,0 %)                            
o Wochenkarte: 14,00 Euro (+ 12,0 %)                            
o Einzelfahrschein: 1,70 Euro (+ 13,3 %)

Wiener Linien sind europaweit einer der billigsten Anbieter

Die Wiener Linien zählen mit den neuen Tarifen nach wie vor zu
den billigsten Anbietern von Öffentlichem Verkehr in europäischen
Millionenstädten. Auch im Österreichvergleich zeigt sich, dass die
Wiener Linien das beste Preis-Leistungs-verhältnis bieten. Wien hat
das größte Streckenangebot aller Städte.

So zahlt ein Fahrgast in Innsbruck bei einem Streckennetz von
191 Kilometern für die Jahreskarte 400 Euro. In Wien kostet die
Jahreskarte (Einmalzahlung) bei einem fünfmal so großen Netz (961
Kilometer) 449 Euro.

Wien           Berlin    Hamburg    München      
                  Wiener Linien  BVG      HVV         MVV          
Tarif seit        1.6.2007       1.8.2005  1.4.2006   1.4.2006     
Einzelfahrschein  1,70           2,10      2,50       2,20         
Wochenkarte      14,00           25,40     22,0       15,10        
Monatskarte      49,50           67,00     83,00      55,00        
Jahreskarte     458/449          650      808,80      550,00/522,00
              Abbuchung/                              Abbuchung/   
              Barzahlung                              Barzahlung   
Einwohner                                                          
in Mio.       1,65               3,40     1,75        1,32         
Linienlänge   961 km          2.104,4 km  982 km      764          
              (2006)          (2006)      (2005)     (2005 excl.   
                                                      Busse)

Preise in Euro

Alte Vorverkaufsfahrscheine werden zurückgekauft

Vorverkaufsfahrscheine zum alten Tarif wie etwa
Einzelfahrscheine, Zweifahrten-Fahrscheine, Streifenkarten,
Einkaufskarten, 8-Tages-Karten, sowie 24- und 72-Stunden-Wien-Karten
können noch bis 30. Juni 2007 benützt werden.

Der Rückkauf alter Vorverkaufsfahrscheine findet zwischen 1.
Juni und 31. August 2007 bei allen Vorverkaufsstellen der Wiener
Linien und im Kundenzentrum in Erdberg statt. (Schluss) brc/gaw

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Maga. Cécile-Veronique Brunner
Wolfgang Gatschnegg
Mediensprecher Vizebürgermeisterin Maga. Renate Brauner
Tel: 01-4000-81 219 oder 81 845
Handy: 0664/345 04 51 oder 0664/826 82 16
E-Mail: [email protected]/
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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