- 27.03.2007, 16:03:15
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ÖGB-Foglar: Für nachhaltigen Aufschwung Masseneinkommen stärken
Nicht jene fördern, die auf dem Sonnendeck liegen
Wien (ÖGB) - "So erfreulich die etwas nach oben korrigierte
Konjunkturprognose ist, so wenig darf das darüber hinweg täuschen,
dass für stärkeres Wachstum Wesentliches fehlt", kommentiert
ÖGB-Wirtschaftssprecher Erich Foglar, Bundesvorsitzender der
Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN), die heutige
Wifo/IHS-Prognose für 2007 und 2008. "Wenn weiterhin zu wenig zur
Stärkung der Masseneinkommen getan wird, bleiben wir auch in den
kommenden Jahren hinter unserem Potential zurück."++++
"Die Ursachen für das bescheidene Wachstum sind ernst", führt
Foglar aus: "Normalerweise steigt im zweiten Jahr eines Aufschwungs
das Bruttoinlandsprodukt stärker an als im ersten Jahr. Die jüngste
Konjunkturprognose zeigt jedoch genau das umgekehrte Muster - die
Konjunktur droht heuer gleich wieder zu verflachen." Der Grund dafür
liege laut den Prognosen der Wirtschaftsforscher im immer noch zu
geringen Zuwachs des privaten Konsums, der weiterhin deutlich unter
dem BIP-Wachstum und der Produktivität liege. Foglar: "Der
prognostizierte Anstieg der Löhne und Gehälter soll netto real für
2007 gerade einmal 0,4 Prozent betragen. Das ist viel zu wenig, um
den privaten Konsum nachhaltig zu beschleunigen. So bekommt der
Aufschwung nicht die nötige Dynamik, weil die Masseneinkommen zu
schwach bleiben."
Prognose lässt Spielraum für höhere Löhne und Gehälter
"Die Schwäche des privaten Konsums ist aber auch eine direkte
Folge der Einkommensumverteilung und Belastungen in den vergangenen
Jahren", so Foglar. "Für nachhaltiges Wachstum brauchen wir eine
kreativere Wirtschaftspolitik als die in der Vergangenheit betriebene
- nämlich das Fördern für jener, die ohnehin schon auf dem Sonnendeck
liegen und ihre Gewinne zählen, während die große Mehrheit immer mehr
rudern muss, um voranzukommen", fordert Foglar. "Vernünftige
Wirtschaftspolitik zum Wohl einer gesunden Volkswirtschaft muss den
Menschen genügend Geld zum Ausgeben übrig lassen, sonst wird der
Konjunkturmotor trotz guter Wirtschaftsdaten weiterhin stottern." Der
Spielraum für höhere Löhne und Gehälter sei, so Foglar, laut
Konjunkturprognose jedenfalls gegeben: "Denn die Lohnstückkosten in
der Sachgütererzeugung werden sinken, und die Wettbewerbsfähigkeit
Österreichs gegenüber unseren internationalen Handelspartnern wird
neuerlich zunehmen. Damit die österreichische Wirtschaft wirklich in
Fahrt kommt, müssen die ArbeitnehmerInnen in Form kräftigerer
Lohnerhöhungen am Aufschwung beteiligt werden."
ÖGB, 27. März 2007 Nr. 216
Rückfragehinweis:
Nani Kauer GMTN Öffentlichkeitsarbeit (01) 501 46 242 0664 6145 915 www.gmtn.at
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