- 27.03.2007, 14:23:58
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EU-Getreideangebot aus kommender Ernte 2007 weit weg von Überschuss
Beratender Ausschuss - Branchenverbände: Höhere Ernte führt kaum zu Bestandsaufbau
Brüssel/Wien (AIZ) - Weltweit wird in der kommenden Saison 2007/08
wieder mehr Weizen zur Verfügung stehen. Auf der Nordhalbkugel werden
sich die Ernteerträge 2007 nach bisherigen Schätzungen normalisieren.
Aber von Überschüssen und oder gar einem Preisdruck könne dennoch
keine Rede sein, waren sich die Branchenverbände am Freitag im
Beratenden Ausschuss in Brüssel einig. Die EU-Kommission veranschlagt
das globale Weizenangebot im kommenden Wirtschaftsjahr 2007/08 auf
625 Mio. t. Das ist mehr als der Durchschnitt der vergangenen fünf
Jahre mit 600 Mio. t. Besonders in der Schwarzmeerregion, aber auch
in der EU und in den USA wird mit steigendem Weizenangebot gerechnet,
etwa in der EU-27 um rund 10 Mio. t mehr als im laufenden
Wirtschaftsjahr 2006/07.
Österreichische Experten bestätigen, trotz größerer
Weizenanbauflächen und möglicherweise höherer Erträge müsse die
Gesamtverfügbarkeit von Weizen 2007/08 nicht gezwungenermaßen auch
ansteigen, weil die Märkte gleichzeitig auch mit geringeren
Endbeständen aus 2006/07 und Reserven ins neue Wirtschaftsjahr gehen
werden. Sie verweisen auf Daten des IGC (Internationaler
Getreiderat): Demnach sank vom vergangenen Wirtschaftsjahr 2005/06
auf das laufende Wirtschaftsjahr 2006/07 die globale Weizenerzeugung
von 620 auf 590 Mio. t, während gleichzeitig der Verbrauch auch
zurückging, aber nicht so stark wie die Erntemenge, nämlich von 624
Mio. t auf 607 Mio. t. Damit seien die globalen Weizenreserven aus
den Endbeständen übers Jahr von 133 auf 116 Mio. t geschmolzen.
Alle Ernteschätzungen prägten zudem zu diesem Zeitpunkt noch große
Unsicherheitsfaktoren, betonten die Verbände in Brüssel weiters. Im
Ausschuss wurde festgehalten, wie empfindlich die zu weit
entwickelten Getreidebestände gegen Krankheiten seien. In Spanien und
in Ungarn gebe es zudem erste Anzeichen für Trockenheit.
Trotz größerer Ernte 2007 kaum Aufbau zusätzlicher Getreidebestände
Die jüngste Ernteschätzung von COCERAL, dem europäischen Verband
des Getreidehandels, beziffert die EU-Getreideerzeugung im
Wirtschaftsjahr 2007/08 (Ernte 2007) mit 278,4 Mio. t, im Vergleich
zu 258,5 Mio. t aus der Ernte 2006. Der größte Teil dieses Zuwachses
beruht auf im Jahresvergleich höheren Flächenerträgen. Sie waren zur
Ernte 2006 in fast allen EU-Ländern unterdurchschnittlich ausgefallen
und sollten 2007 wieder Durchschnittsniveau erreichen. Österreich
könne demnach 2007 1,4587 Mio. t Weichweizenernte nach zuletzt 1,329
Mio. t erwarten. Dabei soll die Anbaufläche von 268.000 ha auf
270.000 ha gestiegen sein und der Hektarertrag gegenüber 2006 von
49,6 dt auf 54 dt anwachsen.
Die Rapsproduktion der EU-27 könnte laut dieser Prognose zur Ernte
2007 auf 18,9 Mio. t anwachsen. Das wäre gegenüber 2006 ein Plus um
fast 3 Mio. t. Der Anstieg gehe hauptsächlich auf eine
Flächenausdehnung zurück. Die neuen EU-Mitgliedsländer Rumänien und
Bulgarien könnten zur Gesamternte 2007 etwa 620.000 t beitragen.
COPA/COGECA, der europäische Dachverband der nationalen Bauern-
und Genossenschaftsorganisationen, vermutet eine fast gleich hohe
EU-Erntemenge im kommenden Sommer wie COCERAL. Trotz der um 20 Mio. t
höheren Getreideernte werde sich der Bestand am Ende der Saison
2007/08 nur um 4 Mio. t erhöhen, schätzt COCERAL in seiner Bilanz.
Dies liege vor allem an den niedrigen Anfangsbeständen, mit denen man
ins kommende Wirtschaftsjahr hineinginge.
EU-Interventionsbestände schmelzen - leicht steigender Verbrauch für
Bioethanol
COCERAL vermutet, dass die Interventionsbestände in der EU bis zum
Ultimo des Wirtschaftsjahres 2006/07 am 30.06.2007 auf 2,7 Mio. t
schmelzen werden. In das laufende Wirtschaftsjahr 2006/07 war die
EU-27 mit Anfangsbeständen in den Interventionslagern von 13,97 Mio.
t gegangen. Der Verbrauch an Getreide steige im kommenden Jahr um
rund 2 Mio. t. Vorsichtig ist COCERAL mit den Schätzungen für
Bioethanol. Der Getreidebedarf des Energiesektors soll von 3,3 Mio. t
in dieser Saison auf lediglich 4 Mio. t ansteigen. Der Verband ist
nicht davon überzeugt, dass alle Investitionspläne umgesetzt werden.
Die Getreideexporte könnten sich von angenommenen 17,7 Mio. t im
Wirtschaftsjahr 2006/07 auf 20,2 Mio. t erhöhen, wenn die Ernte in
der EU wieder ihr normales Niveau erreichen wird.
(Schluss) mö/pos
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