• 22.03.2007, 13:10:48
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Diskotheken bekennen sich zum Jugendschutz

Riefenthaler distanziert sich von sogenannten 50-Cent-Partys und exzessiven "Saufveranstaltungen" und setzt auf verstärktes Verständnis innerhalb der Branche

Wien (PWK206) - Das Thema "Komatrinken" beherrscht europaweit
immer stärker die Medien und die öffentliche Diskussion. Die
österreichischen Gastronomen haben es in diesem Zusammenhang satt,
als Sündenbock für den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen
herzuhalten. Betroffen sehen sich vor allem die Diskotheken. Deren
Berufsgruppenobmann Franz Riefenthaler weist darauf hin, dass seine
Mitglieder mittlerweile zu den best- und meistkontrollierten
Betrieben in Österreich gehören.

Wenn nun der politische Ruf nach verstärkten Ausschank- und
Verkaufskontrollen laut wird, sollte man sich auf jene Bereiche
konzentrieren, wo bis dato kaum oder überhaupt nicht kontrolliert
wurde, betont Riefenthaler. Der Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen
beginnt nun einmal nicht in der Gastronomie, vielfach versorgen sich
die Jugendlichen mit mitgebrachtem Alkohol aus dem Rucksack (das
sogenannte "Vorglühen") oder auf dem Parkplatz. Ganz offensichtlich
hat sich auch eine unkontrollierte Szene außerhalb der gewerblichen
Gastronomie gebildet. "Völlig unverständlich ist für uns, dass auch
in den mit öffentlichen Geldern geförderten Jugendclubs
unkontrolliert Alkohol ausgeschenkt wird und keinerlei Maßnahmen zum
Nichtraucherschutz getroffen werden", meint Riefenthaler. Schon im
Interesse eines fairen Wettbewerbs zwischen den Anbietern muss es
hier gleiche Voraussetzungen geben, damit Jugendliche nicht in den
unkontrollierten nichtgewerblichen Bereich ausweichen. "Kontrollen
des Alkoholausschanks und des Rauchverbots müssen sich auch auf
Jugendclubs, Clubbings und Zeltfeste erstrecken", fordert
Riefenthaler.

Die österreichische Gastronomie bekennt sich zum aktiven Schutz
der Jugend vor übertriebenem Alkoholkonsum und zu freiwilligen
Präventivmaßnahmen. So haben der Fachverband Gastronomie bzw. die
Landesorganisationen mit www.promille.at eine Homepage eingerichtet,
die sich mit den Themen Jugendschutz, Alkohol und Haftungsfragen
beschäftigt. Darüber hinaus haben die Fachgruppen der Gastronomie
eine Reihe von beispielgebenden Aktivitäten gesetzt.

Etwa die Aktion "Mehr Spaß mit Maß": Gemeinsam mit den Ländern und
anderen Partnern werden z.B. in Niederösterreich, Vorarlberg und in
der Steiermark flächendeckende Informationsveranstaltungen in den
Schulen zu den Themen Alkohol, Nikotin und Drogen durchgeführt. Oder
die Aktion "Disco-Checkpoint", ebenfalls gemeinsam mit dem Land:
Ausgebildete Sozialarbeiter bieten im "Checkpoint" von Diskotheken
Informationen, Beratung und Betreuung rund um die Themen Sucht,
Substanzen, Sexualität, Alkohol und Nikotin.

Die Aufklärungsarbeit gehört aber auf eine breitere Ebene
gestellt. Wie in der Fernsehsendung "Report" am Dienstag von Univ.
Prof. Wilhelm Müller, Klinikvorstand des LKH Graz, festgestellt
wurde, lässt sich dieses gesellschaftliche Problem nicht durch
Verbote oder Strafen lösen, sondern nur durch entsprechende
Aufklärungsmaßnahmen bereits im Vorschulalter.

Die Berufsgruppe der Diskotheken und der Fachverband Gastronomie
distanzieren sich daher mit aller Deutlichkeit von vereinzelt
vorkommenden exzessiven Alkoholpartys, wie z.B. "Kübelsaufen" oder
50-Cent Partys. Derartige Aktionen schaden dem Image der gewerblichen
Gastronomie und machen die Bemühungen der Branche um den Jugendschutz
zunichte. Riefenthaler ersucht vor allem Betreiber von Jugendlokalen
und Diskotheken, sich der großen Verantwortung bewusst zu sein. Die
Einhaltung der einschlägigen Jugendschutz¬bestimmungen muss eine
Selbstverständlichkeit sein.

"Jegliche Maßnahme, die eine praxisnahe und einfache Kontrolle der
bestehenden Jugendschutzvorschriften im Betrieb erleichtert, wie z.B.
die von Jugendministerin Andrea Kdolsky vorgeschlagenen
fälschungssicheren Personalausweise in verschiedenen Farben, wird von
uns ausdrücklich begrüßt und unterstützt", betont Riefenthaler. (hp)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Fachverband Gastronomie
   Dr. Thomas Wolf
   Tel.: (++43) 0590 900-3560
   mailto:gastronomie@wko.at
   http://diegastronomie.at

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