Diskotheken bekennen sich zum Jugendschutz

Riefenthaler distanziert sich von sogenannten 50-Cent-Partys und exzessiven "Saufveranstaltungen" und setzt auf verstärktes Verständnis innerhalb der Branche

Wien (PWK206) - Das Thema "Komatrinken" beherrscht europaweit
immer stärker die Medien und die öffentliche Diskussion. Die österreichischen Gastronomen haben es in diesem Zusammenhang satt, als Sündenbock für den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen herzuhalten. Betroffen sehen sich vor allem die Diskotheken. Deren Berufsgruppenobmann Franz Riefenthaler weist darauf hin, dass seine Mitglieder mittlerweile zu den best- und meistkontrollierten Betrieben in Österreich gehören.

Wenn nun der politische Ruf nach verstärkten Ausschank- und Verkaufskontrollen laut wird, sollte man sich auf jene Bereiche konzentrieren, wo bis dato kaum oder überhaupt nicht kontrolliert wurde, betont Riefenthaler. Der Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen beginnt nun einmal nicht in der Gastronomie, vielfach versorgen sich die Jugendlichen mit mitgebrachtem Alkohol aus dem Rucksack (das sogenannte "Vorglühen") oder auf dem Parkplatz. Ganz offensichtlich hat sich auch eine unkontrollierte Szene außerhalb der gewerblichen Gastronomie gebildet. "Völlig unverständlich ist für uns, dass auch in den mit öffentlichen Geldern geförderten Jugendclubs unkontrolliert Alkohol ausgeschenkt wird und keinerlei Maßnahmen zum Nichtraucherschutz getroffen werden", meint Riefenthaler. Schon im Interesse eines fairen Wettbewerbs zwischen den Anbietern muss es hier gleiche Voraussetzungen geben, damit Jugendliche nicht in den unkontrollierten nichtgewerblichen Bereich ausweichen. "Kontrollen des Alkoholausschanks und des Rauchverbots müssen sich auch auf Jugendclubs, Clubbings und Zeltfeste erstrecken", fordert Riefenthaler.

Die österreichische Gastronomie bekennt sich zum aktiven Schutz der Jugend vor übertriebenem Alkoholkonsum und zu freiwilligen Präventivmaßnahmen. So haben der Fachverband Gastronomie bzw. die Landesorganisationen mit www.promille.at eine Homepage eingerichtet, die sich mit den Themen Jugendschutz, Alkohol und Haftungsfragen beschäftigt. Darüber hinaus haben die Fachgruppen der Gastronomie eine Reihe von beispielgebenden Aktivitäten gesetzt.

Etwa die Aktion "Mehr Spaß mit Maß": Gemeinsam mit den Ländern und anderen Partnern werden z.B. in Niederösterreich, Vorarlberg und in der Steiermark flächendeckende Informationsveranstaltungen in den Schulen zu den Themen Alkohol, Nikotin und Drogen durchgeführt. Oder die Aktion "Disco-Checkpoint", ebenfalls gemeinsam mit dem Land:
Ausgebildete Sozialarbeiter bieten im "Checkpoint" von Diskotheken Informationen, Beratung und Betreuung rund um die Themen Sucht, Substanzen, Sexualität, Alkohol und Nikotin.

Die Aufklärungsarbeit gehört aber auf eine breitere Ebene gestellt. Wie in der Fernsehsendung "Report" am Dienstag von Univ. Prof. Wilhelm Müller, Klinikvorstand des LKH Graz, festgestellt wurde, lässt sich dieses gesellschaftliche Problem nicht durch Verbote oder Strafen lösen, sondern nur durch entsprechende Aufklärungsmaßnahmen bereits im Vorschulalter.

Die Berufsgruppe der Diskotheken und der Fachverband Gastronomie distanzieren sich daher mit aller Deutlichkeit von vereinzelt vorkommenden exzessiven Alkoholpartys, wie z.B. "Kübelsaufen" oder 50-Cent Partys. Derartige Aktionen schaden dem Image der gewerblichen Gastronomie und machen die Bemühungen der Branche um den Jugendschutz zunichte. Riefenthaler ersucht vor allem Betreiber von Jugendlokalen und Diskotheken, sich der großen Verantwortung bewusst zu sein. Die Einhaltung der einschlägigen Jugendschutz¬bestimmungen muss eine Selbstverständlichkeit sein.

"Jegliche Maßnahme, die eine praxisnahe und einfache Kontrolle der bestehenden Jugendschutzvorschriften im Betrieb erleichtert, wie z.B. die von Jugendministerin Andrea Kdolsky vorgeschlagenen fälschungssicheren Personalausweise in verschiedenen Farben, wird von uns ausdrücklich begrüßt und unterstützt", betont Riefenthaler. (hp)

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Fachverband Gastronomie
Dr. Thomas Wolf
Tel.: (++43) 0590 900-3560
gastronomie@wko.at
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