• 14.03.2007, 10:33:07
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Klimawandel erreicht Rio Negro

Notstand durch Trockenheit in Amazonien ausgerufen

Wien (OTS) - Verringerte Niederschläge und gleichzeitiger
Temperaturanstieg gefährden den Regenwald und dessen BewohnerInnen.
Klimabündnis-PartnerInnen am Rio Negro hoffen auf wirksame Maßnahmen
für den Klimaschutz.

Vergangenen Februar fiel im Gebiet des Rio Negro (Amazonien) nur
etwa die Hälfte der durchschnittlichen Regenmenge dieser Jahreszeit -
dadurch sank der Wasserspiegel um drei Meter. Der Bootsverkehr musste
eingestellt werden, die Versorgung der Orte São Gabriel da Cachoeira
und Santa Isabel ist nicht mehr möglich. Über 400 Dörfer sind bereits
von der Außenwelt abgeschnitten. Am 3. März wurde daher der Notstand
in der Region ausgerufen.

Laut Domingos Barreto, Präsident der
Klimabündnispartnerorganisation FOIRN, ist die Situation in den
Dörfern noch nicht dramatisch, weil sie sich selbst mit
Nahrungsmittel versorgen. Aber in den Städten und größeren Orten
fehlen bereits Lebensmittel und die Preise dafür sind stark
gestiegen. Das Dieselöl für die Stromaggregate geht zu Ende und damit
bricht die Energieversorgung zusammen.

Die Indigenen beobachten schon seit Jahren, dass sich die
Niederschläge verringern und immer öfter ausbleiben, während die
Temperatur steigt. Ende Februar veröffentlichte die brasilianische
Umweltministerin Marina da Silva eine Studie, die einen
Temperaturanstieg um bis zu 8Grad für Amazonien prognostiziert.
Gleichzeitig werden sich die Niederschläge verringern, was zur
Schwächung und zum Absterben vieler Pflanzen führen wird. Sollte der
Klimawandel ungehemmt weiter gehen wird der Großteil des Regenwaldes
absterben. Welche globalen Auswirkungen das Verschwinden des letzten
großen Regenwaldgebietes der Erde, in dem sich auch ein Fünftel der
weltweiten Süßwassermenge (!) befindet, haben wird kann niemand
wirklich voraussagen. Aber nach Meinung der Schamanen ist das
Überleben der Menschheit stark an das Schicksal der Wälder geknüpft.

"Wir indigene Völker haben immer die Natur mit Respekt und
Verantwortung behandelt und den Regenwald erhalten. Aber jetzt leiden
wir unter den Folgen des Klimawandels, der letztlich durch die
Profitgier und Verantwortungslosigkeit von Unternehmern und
Politikern, die nur ihre eigenen Interessen verfolgen, verursacht
wird" stellt Domingos Barreto fest. "Wir hoffen, dass jene, die sich
schon seit langem für den Klimaschutz einsetzen, viel mehr Gehör
finden und dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden!"

Rückfragehinweis:
Klimabündnis Österreich
Ing. Johann Kandler
Mobil: 0664/121 7553
mailto:[email protected]
http://www.klimabuendnis.at

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