- 13.03.2007, 11:45:45
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Brauner/Jank: 17.000 Lehrlinge in Wien in Ausbildung
Wiener Lehrausbildungsoffensive bringt Rekord bei Ausbildungsplätzen - 1.000 Unternehmen neu für die Lehrausbildung
Wien (OTS) - "Die Anzahl der Lehrausbildungsplätze in Wien steigt
wieder. Mit 17.000 Jugendlichen in einer Lehrausbildung im Jahr 2006
- das sind um fast fünf Prozent bzw. 850 Jugendliche mehr als im Jahr
2005 - haben wir einen lange nicht mehr dagewesenen Höchststand
erreicht. Diese positive Entwicklung hat bereits 2005 begonnen und
sich im Jahr 2006 fortgesetzt. Wir führen das maßgeblich auch auf die
im Jahr 2004 gestartete Wiener Lehrausbildungsoffensive zurück, in
die wir seither mehr als rund 32 Millionen Euro investiert haben",
erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Maga.
Renate Brauner beim Bürgermeistermediengespräch am Dienstag.****
Mehr Lehrstellen, mehr Lehrausbildner, mehr ausbildende
Betriebe
"Mit der Initiative haben wir zum Beispiel über 1.000 Wiener
Unternehmen für den Neu- bzw. Wiedereinstieg in die Lehrausbildung
gewonnen und fast 700 Betriebe bei der Ausbildung von 1.156
Lehrausbildnern finanziell unterstützt. Eine aktuelle Evaluierung der
Lehrstellenakquisition zeigt, dass sowohl Lehrstellensuchende, als
auch die Unternehmen profitieren. 97 Prozent der betreuten
Unternehmen sind mit dem Angebot sehr zufrieden bzw. zufrieden.
Der Erfolg gibt uns Recht und wir werden die Offensive weiter
fortsetzen. Uns geht es darum, den jungen Menschen in Wien eine
Perspektive zu geben, indem sie in Wiener Unternehmen ihre
Berufsausbildung machen können und dann für die Wiener Wirtschaft als
ausgezeichnet qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen", so
Brauner weiter. Brauner zog die erfreuliche Bilanz über die
Entwicklung der Lehrausbildung gemeinsam mit der Wirtschaftskammer
Wien Präsidentin KR Brigitte JANK und waff-Geschäftsführer Mag. Fritz
Meiszl.
"Die Wiener Unternehmerinnen und Unternehmer nehmen ihre
Verantwortung für die Ausbildung unserer Jugend in vorbildlicher
Weise wahr. 17.000 Lehrlinge, die höchste Anzahl seit zehn Jahren,
sprechen eine klare Sprache. Besonders erfreulich ist es, dass auch
die Zahl der Ausbildungsbetriebe signifikant gestiegen ist. Dies ist
ein eindeutiges Zeichen, dass der eingeschlagene Weg in Sachen
Lehrlingsausbildung der richtige ist, erklärte Wirtschaftskammer Wien
Präsidentin KR Brigitte Jank."
Motivieren - Beraten - Auswählen - Vermitteln - Ausbilden
Über 1.000 Betriebe neu für die Lehrausbildung gewonnen
Die Wiener Lehrausbildungsoffensive besteht aus einer breiten
Palette von Maßnahmen. Es geht darum die Wiener Unternehmen verstärkt
zu motivieren, Lehrlinge auszubilden und vor allem die Klein- und
Mittelbetriebe in organisatorischen und rechtlichen Belangen der
Lehrausbildung zu beraten, aktiv zu unterstützen und Arbeit
abzunehmen. Das geschieht über die 12 sogenannten
Lehrstellenakquisiteure, die in ganz Wien unterwegs sind. Außerdem
wird den Betrieben bei der Auswahl der Lehrlinge geholfen, für die
Ausbildung der Lehrausbildner gibt es finanzielle Unterstützung. Und
nicht zu letzt wurde auch ein engmaschiges Auffangnetz mit 4.300
Plätzen im Ausbildungsjahr 2006/2007 geknüpft, um all jenen
Jugendlichen, die in Wiener Betrieben keine Lehrstelle finden, die
Ausbildung in Lehrgängen und Stiftungen im Rahmen des
Jugendausbildungssicherungsgesetzes (JASG) zu ermöglichen. Für die
Fortsetzung dieses Maßnahmenpakets investiert die Stadt Wien im
Ausbildungsjahr Herbst 2006/2007 insgesamt 12,8 Millionen Euro.
Zusammenarbeit: Stadt Wien, Wirtschaftskammer Wien,
Arbeiterkammer, ÖGB, AMS, waff und Bundesstellen kooperieren
Die Wiener Lehrstellenoffensive wurde im Rahmen des
"Landesforums für Lehre und Berufsausbildung" gestartet. Dieses Forum
wurde bereits im Jahr 2004 eingerichtet, um die Frage der Sicherung
der Berufsausbildung zu behandeln. Neben den Vertretern der Stadt
Wien und des Wiener Stadtschulrates nehmen am Landesforum auch die
Wiener Wirtschaftskammer, die Arbeiterkammer, der ÖGB, das Wiener
Arbeitsmarkservice (AMS), der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds
waff und auch der Beauftragte der Bundesregierung für
Jugendbeschäftigung und Lehrausbildung teil.
o Wiener Lehrausbildungsoffensive - Baustein 1: Lehrstellenakquisiteure 1.000 Unternehmen neu für die Lehrausbildung gewonnen
Die Lehrstellenakquise wurde im Jahr 2004 als Kooperation
zwischen waff, Wirtschaftskammer und AMS gestartet. Insgesamt 12
Lehrstellenakquisiteure, die von der Wirtschaftskammer Wien und dem
AMS gestellt werden, sind vor Ort in den Betrieben unterwegs und
beraten in allen Fragen der Lehrausbildung. Betriebe, die bisher noch
keine Lehrausbildungsberechtigung hatten, werden dabei unterstützt,
den notwendigen Feststellungsbescheid (Erlaubnis zur Lehrausbildung)
und damit die rechtliche Voraussetzung zu beantragen. Außerdem
erhalten die Betriebe Informationen über alle finanziellen
Fördermöglichkeiten bei der Ausbildung von Lehrlingen.
Die Bilanz der letzten zwei Jahre: Über 1.000 Unternehmen - die
erstmalig in die Lehrausbildung einsteigen wollten bzw. die seit
längerer Zeit nicht mehr ausgebildet hatten - konnten durch diese
Initiative erreicht werden, und werden nun wieder einen Lehrling
aufnehmen Um dieses Ergebnis zu erreichen wurden 5.078 Unternehmen
kontaktiert und 2.200 Betriebe persönlich besucht und beraten.
Weiters wurden im Rahmen der Lehrstellenakquise in 1.100 Fällen
die Wiener Betriebe bei der Vorauswahl eines Lehrlings unterstützt
und damit von der aufwändigen Arbeiten, wie der Sichtung von
Bewerbungsunterlagen, der Abwicklung von Vorstellungsgesprächen und
der Überprüfung der Eignung bzw. der Klärung der Interessen der
Jugendlichen entlastet.
o Wiener Lehrausbildungsoffensive - Baustein 2: Die waff Lehrlingsfinder bieten Hilfe bei der Auswahl der Lehrlinge
Die Lehrstellenakquisiteure werden bei der Arbeit in den
Betrieben vor Ort von den drei Lehrlingsfindern des waff unterstützt.
Ihre Aufgabe besteht darin, gemeinsam mit den AMS-Mitarbeitern den
Betrieben bei der Auswahl der Lehrlinge zu helfen. Wenn ein Betrieb
einen Lehrling aufnehmen möchte, kann er zusätzlich dieses kostenlose
Service in Anspruch nehmen. Das erspart den Betrieben viel Zeit,
stellt sicher, dass nur wirklich geeignete Lehrlinge an einen Betrieb
vermittelt werden und erhöht die Chancen für Wiener
Lehrstellensuchende auf einen Ausbildungsplatz.
Die drei waff-Lehrlingsfinder haben seit Beginn der Initiative
im Jahr 2004 insgesamt 145 Lehrlinge auf offene Lehrstellen in
Betrieben vermittelt. 227 Betriebe haben insgesamt 288 offene
Lehrstellen den waff Lehrlingsfindern zur Vorauswahl übergeben. Die
Unterstützung durch den waff setzt genau dort an wo der Schuh
drückt. Denn eine der größten Hürden für Unternehmen in die
Lehrausbildung ein zu steigen, ist jene, geeignete Lehrlinge zu
finden. Denn rund 40 Prozent der in der
Lehrstellenakquisen-Evaluierung befragten Ausbildungsbetriebe und
Nicht-Ausbildungsbetriebe haben angegeben, dass sie Probleme bei der
Suche nach passenden Lehrlingen haben.
o Wiener Lehrausbildungsoffensive - Baustein 3: Förderung der Kosten für die Ausbildung von LehrausbildnerInnen
Seit 2003 bis inkl. März 2007 wurden im Rahmen des Programms zur
Förderung von LehrausbildnerInnen rund 1.156 AusbildnerInnen (631
Frauen und 130 Männer) in 661 Betrieben gefördert. Allein im Jahr
2006 unterstützte der waff die Ausbildung von 293 AusbildnerInnen
(163 Frauen und 130 Männer) in 171 Betrieben. Damit ist die Anzahl
der Förderungen gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent gestiegen. Von
den 2006 geförderten Betrieben gaben 15 Prozent an, erstmals einen
Lehrling im Betrieb aufzunehmen. Der überwiegende Anteil der
Betriebe, in denen AusbildnerInnen gefördert wurden, hat bis zu 50
MitarbeiterInnen.
Hintergrund für diese Förderung: Damit Betriebe Lehrlinge
ausbilden dürfen, müssen sie dafür ausgebildetes und dazu
berechtigtes Lehrpersonal haben. Zur Ausbildung dieser Lehrausbildner
werden vom waff die Kosten für den nötigen Kurs und die
Prüfungsgebühr zu 50 Prozent übernommen. So wird Betrieben, die
bisher keine Lehrlinge ausbildet haben, der Einstieg in die
Lehrausbildung ermöglicht. Die Förderung kommt vor allem wieder
Klein- und Mittelbetrieben zu gute und wirkt damit punktgenau. Denn
45 Prozent der Unternehmen, die keine Lehrlinge ausbilden, gaben bei
der Evaluierung der Lehrstellenakquisition an, dass ihnen das
Ausbildungspersonal für die Lehrlinge fehlt.
o Wiener Lehrausbildungsoffensive - Baustein 4: Auffangnetz 4.300 Lehrausbildungsplätze in JASG-Kursen und JASG-Stiftungen
Aber auch für jene Jugendlichen, die keine Lehrstelle in den
Wiener Betrieben finden, ist vorgesorgt mit einem engmaschigen
Auffangnetz im Rahmen des Jugendausbildungssicherungsgesetzes (JASG).
Insgesamt stehen rund 4.300 Ausbildungsplätze im Ausbildungsjahr
2006/2007 in Lehrlingsstiftungen bzw. in Lehrgängen bereit. Bereits
im Herbst 2006 haben 1.500 Jugendliche mit ihrer Lehrausbildung im
JASG begonnen. Weitere 800 Jugendliche sind im Februar 2007 in die
JASG-Ausbildung eingestiegen.
Die Ausbildungslehrgänge nach dem
Jugendausbildungssicherungsgesetz (JASG) werden vom AMS Wien mit
finanzieller Beteiligung des waff durchgeführt. Dabei handelt es sich
um 12monatige Lehrgänge, die die einzelnen Lehrjahre überbrücken und
zwar solange, bis eine Lehrstelle in einem Betrieb gefunden wird.
Notfalls laufen die Kurse auch bis zum Lehrabschluss. In den
JASG-Stiftungen wird grundsätzlich eine Lehrausbildung über alle
Lehrjahre inklusive Lehrabschluss angeboten. TeilnehmerInnen an
JASG-Maßnahmen besuchen so wie andere Lehrlinge auch die
Berufsschule.
Auszeichnung für vorbildliche Lehrbetriebe
Im Rahmen des Beschäftigungspaktes setzt der waff mit der
Prämierung der besten Lehrbetriebe ein wichtiges Signal, um die
Bedeutung der Lehrausbildung hervorzuheben. Wie aus der aktuellen
Studie zur Lehrstellenakquisition hervorgeht, bezeichnen 93 Prozent
der befragten Ausbildungsbetriebe, die Lehrausbildung als eine "Frage
der Verantwortung." Ein Sichtweise die es zu prämieren lohnt.
Im Rahmen der Aktion "Lehre: Ausgezeichnet & Informiert" wurden
insgesamt 138 Betriebe von ExpertInnen der Wirtschaftskammer und der
Arbeiterkammer Lehrlingsstellen als vorbildliche Lehrbetriebe
ausgezeichnet. Erst kürzlich, am 8. März, konnten sich wieder sechs
Betriebe, drei aus der Brigittenau, drei aus der Leopoldstadt, über
eine Auszeichnung wegen der Qualität ihrer Lehrausbildung freuen.
Kriterien für die Wahl zum vorbildlichen Lehrbetrieb sind u.a. die
Ausbildung von Mädchen in nicht traditionellen Berufen, gute
Erfolgsquote beim Lehrabschluss sowie das Engagement für die
Lehrausbildung insgesamt.
Neue Evaluierung zeigt: Wiener Lehrstellenakquise wirkt -
Bessere Jobchancen für Jugendliche
Um die Wirksamkeit - vor allem der Lehrstellenakquise -
überprüfen zu können, wurde die Initiative im Jahr 2006 Zentrum für
Bildung und Wirtschaft (ZBW) evaluiert. Dabei wurde eine
repräsentative Stichprobe von 302 Unternehmen, die an der Initiative
teilgenommen haben, befragt.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Lehrstellenakquise konsequent
erfolgreicher wird. Während der evaluierten Laufzeit seit 2004 sind
sowohl die Anzahl kontaktierter Unternehmen, die Zahl der neu
dokumentierten Feststellungsbescheide sowie die Anzahl der neu
geworbenen Lehrstellen und der Unternehmen kontinuierlich gestiegen.
Zwischen 2004 und 2006 leistete die Lehrstellenakquise einen
bedeutenden Beitrag für die Ausweitung des Lehrstellenmarktes in
Wien. Es wurden erfolgreich neue Lehrstellen akquiriert und Betriebe
beraten die in die Lehrausbildung einsteigen wollen. Die Evaluation
lobt auch die gut funktionierende Kooperation zwischen dem AMS, der
Wirtschaftskammer und dem waff als einen Erfolgsfaktor hervor.
Die Zufriedenheit der Unternehmen mit dem Angebot ist
ausgezeichnet. 97 Prozent der Unternehmen waren mit der Beratung sehr
zufrieden bzw. zufrieden. 84 Prozent der Betriebe waren zufrieden mit
der Hilfe in administrativen Belangen. 85 Prozent zeigten sich
zufrieden mit Organisation und Ablauf, sowie mit der Schnelligkeit
der Beratung der Lehrlingsfinder.
Sowohl Lehrstellensuchende, als auch Unternehmen haben von der
Lehrstellenakquisition massiv profitiert. Dies ergab die im Rahmen
der Studie durchgeführte Analyse der Nutzungseffekte. Die Vorteile
sind die punktgenaue Beratung und die administrative Entlastung.
Besonders profitieren die Klein- und Mittelbetriebe durch die Hilfe
bei der Einreichung der Feststellungsbescheide, durch die Schulung
der AusbildnerInnen, sowie durch das Angebot der Vorauswahl
geeigneter Lehrlinge. So ziehen die KMU, die einen hohen Bedarf an
FacharbeiterInnen haben, jedoch nicht über ausreichende Ressourcen
verfügen, die größten Nutzungseffekte. (Schluss) gaw
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Wolfgang Gatschnegg
Mediensprecher Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner
Tel: 01/4000-81845
Handy: 0664/826 82 16
E-Mail: [email protected]
Mag. Christian Dolezal
Wirtschaftskammer Wien
Pressestelle
Tel: 01/514 50-1320
http://www.wko.at/wien
Mag.a (FH) Ilkim Erdost
waff - Pressesprecherin
Tel: 01/217 48-318
E-Mail: [email protected]
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