Rahmenbedingungen für duales Rundfunksystem müssen entscheidend nachjustiert werden

VÖZ-Präsident Pirker unterstreicht den "belebenden Zusammenhang" zwischen Wettbewerb und Innovation

Wien (OTS) - Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für das so
genannte duale System in Österreich müssen entscheidend nachjustiert werden, um ein Gleichgewicht zwischen dem öffentlich-rechtlichen ORF und privaten Rundfunkanbietern herzustellen, betonte VÖZ-Präsident Horst Pirker in seinem Bericht für die Generalversammlung des Verbandes Österreichischer Zeitungen am 8. März in Wien. Die unvergleichlich späte und selbst dann noch zögerliche Öffnung des Marktes für private Anbieter sowie die ausgeprägte und noch immer fortschreitende gesetzliche Privilegierung des ORF haben eine Marktsituation festgeschrieben und schreiben sie weiter fort, wie sie sonst nur in Staaten anzutreffen ist, die nicht demokratisch verfasst sind.

Deshalb tritt der VÖZ für den Ausbau und die Stärkung des dualen Rundfunksystems ein, um endlich auch in Österreich Voraussetzungen für eine vernünftige Wettbewerbssituation zu schaffen, damit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein privater Rundfunk mit zumindest ähnlicher Marktbedeutung gegenüberstehen kann.

"Belebender Zusammenhang" zwischen Wettbewerb und Innovation

Zwischen Wettbewerb und Innovation gebe es einen durchaus belebenden Zusammenhang, stellte Pirker fest. Das zeige gerade die Entwicklung der Printbranche im Vorjahr: Die Zahl der Medien und ihrer Verbreitungskanäle sei größer denn je, Print - eben noch von manchen Gurus totgesagt - habe sich insgesamt als innovativste Mediengattung präsentiert und sich dazu als reichweitenstarker und werbestärkster Medienbereich behauptet.

Print am Werbemarkt ganz klar die Nummer eins

Erfreulich sei, so der VÖZ-Präsident, dass Print laut FOCUS mit einem Anteil von 56,6 % oder 1,32 Milliarden Euro bei den Bruttoaufwendungen der klassischen Werbung - und das bei zunehmendem intermedialen Wettbewerb - ganz klar die Nummer eins und unbestrittener Marktführer ist. Der Brutto-Werbeaufwand in Tageszeitungen legte gegenüber 2005 um 6,4 % überdurchschnittlich zu, die regionalen Wochenzeitungen erzielten ein Wachstum von 3,6 %, die Magazine und Illustrierten, die zuletzt noch mit Problemen der Werbeflaute zu kämpfen hatten, erreichten mit einem Plus von 0,8 % ebenfalls wieder den Wachstumspfad.

Stabile Auflagenentwicklung trotz Gratiszeitungen

Auch der Lesermarkt war 2006 von zunehmendem Wettbewerb geprägt. Bemerkenswert ist aber in diesem Zusammenhang, dass sich die Auflagen der Kaufzeitungen und -magazine im Großen und Ganzen recht stabil entwickelt haben, betonte Pirker. Bemerkenswert vor allem deshalb, weil durch Pendlerzeitungen und sonstige Gratisangebote beispielsweise jetzt allein wochentags rund 800.000 Exemplare kostenlos verbreitet werden.

Zukunft der Zeitung und Selbstkontrolle sind Schwerpunkte im VÖZ-Jahrbuch "Presse 2006"

Aus Anlass der Generalversammlung am 8. März 2007 ist das VÖZ-Jahrbuch "Presse 2006" erschienen, zu dem der traditionelle Tätigkeitsbericht des Verbandes erweitert wurde. Dieses Jahrbuch, welches in dieser Form bereits zum achten Mal erscheint, ist damit heute nicht nur eine Servicepublikation des VÖZ für seine Mitglieder, sondern darüber hinaus vor allem für die an Medienthemen interessierte Öffentlichkeit eine gefragte Informationsquelle und durch das reichhaltige Dokumentations- und Datenmaterial ein verlässliches Nachschlagwerk.

Das Jahrbuch "Presse 2006" bietet auf 375 Seiten in vier thematischen Abschnitten mit insgesamt 24 Beiträgen nicht nur einen umfassenden Überblick über die Vielfalt der Aktivitäten und (Dienst-)Leistungen des Verbandes, sondern reflektiert auch die großen Veränderungen und Herausforderungen, denen sich die Printmedien gegenübersehen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden diesmal Beiträge zur Zukunft der Zeitung sowie zur Qualitätssicherung durch Selbstregulierung und Selbstkontrolle. Außerdem beinhaltet das "Medienjahrbuch" des Verbandes wichtige Informationen zur Presse in Österreich, zu ihrem Umfeld sowie zu Medienpolitik und Medienrecht.

Interessenten können das Jahrbuch "Presse 2006" gegen eine Schutzgebühr von Euro 10,- beziehen unter: gs@voez.at, Tel. (01) 533 79 79.

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Hannes Schopf
Leiter Öffentlichkeitsarbeit des VÖZ
Tel.: 0676/63 470 83

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