vida-Frauen fordern rasche Ausverhandlung des Mindestlohns

Vondrasek: Nächster Schritt ist 1.100 Euro in allen Kollektivverträgen

Wien (vida/ÖGB) - Eine rasche Aushandlung des 1.000 Euro-Mindestlohns per Generalkollektivvertrag fordert die Frauenvorsitzende der Gewerkschaft vida, Elisabeth Vondrasek. "In den von uns organisierten Branchen gibt es leider einige wenige Bereiche, wo 1.000 Euro Mindestlohn für Vollzeitbeschäftigung noch nicht verwirklicht sind. Wir begrüßen daher die Schaffung des Generalkollektivvertrages", sagt Vondrasek. Weitere Maßnahmen zum Schließen der Einkommensschere und eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie fordert die vida-Frauenvorsitzende am heutigen Internationalen Frauentag.++++

FriseurInnen nach Abschluss der Lehre in der so genannten Behaltefrist sowie KosmetikerInnen, FußpflegerInnen und MasseurInnen verdienen derzeit laut Kollektivvertrag unter 1.000 Euro. "Unsere Gewerkschaft ist deshalb in den kommenden Verhandlungsrunden zum Generalkollektivvertrag mit dabei. Wir wollen einen raschen Beschluss des General-Kollektivvertrages", erklärt Vondrasek und hat bereits ein nächstes Ziel vor Augen. "Wir vida-Frauen fordern die Umsetzung von 1.100 Euro Mindestlohn in allen Kollektivverträgen."

Zum Schließen der Einkommensschere solle zudem der Zuschlag für die Mehrarbeit bei Teilzeitbeschäftigten raschest beschlossen werden. "Gerade in schlecht entlohnten Branchen wie im Friseurbereich hat die Teilzeit stark zugenommen. Von den Beschäftigten wird Flexibilität erwartet, sie müssen oft über das vereinbarte Arbeitsausmaß hinaus Mehrstunden leisten. Dafür muss - parallel zu den Überstundenzuschlägen bei Vollzeit - ein Zuschlag bezahlt werden", verlangt Vondrasek.

Das lückenhafte Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen erschwert es Frauen oft im Verkehrsbereich, der ebenfalls von vida vertreten wird, Fuß zu fassen. "Es gibt viele Frauen, die sich für eine Beschäftigung zum Beispiel als Zugbegleiterin interessieren. Oft steigen die Frauen aber nach kurzer Zeit wieder aus, weil die Turnusdienste kaum mit ihren Betreuungspflichten vereinbar sind. Wir brauchen mehr Kinderbetreuungseinrichtungen und auch eine Ausweitung ihrer Öffnungszeiten", fordert Vondrasek.

Für die Betreuungsberufe wie die Heimhilfen verlangt Vondrasek mehr gesellschaftliche Anerkennung und eine faire Entlohnung. "Kranke und alte Menschen brauchen die bestmögliche Betreuung und Pflege. Genauso ist aber darauf zu achten, dass die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten im Betreuungsbereich passen. Das heißt Einhaltung von Arbeitszeitbestimmungen, Gewährleistung des ArbeitnehmerInnenschutzes und eine menschenwürdige Bezahlung", so die vida-Frauenvorsitzende abschließend.

SERVICE: Für die Gewerkschaft vida ist die Gleichstellung der Geschlechter ein zentrales Anliegen. In einem eigenen Internetportal informiert vida über die Strategie des Gender Mainstreaming. Mehr unter http://gender.vida.at

ÖGB, 8. März 2007 Nr. 170

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