- 07.03.2007, 11:36:45
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Rauchen: ÖsterreicherInnen laut OGM für Information statt Verbot
Plattform "Rauchfrei(heit)!" gegen Bevormundung präsentiert Charta
Wien (OTS) - "Es geht nicht primär um Rauchen oder Nichtrauchen -
es geht um den Widerstand gegen den Versuch, die privaten Lebens- und
Konsumgewohnheiten mündiger Bürgerinnen und Bürger zunehmend per
Gesetz regeln zu wollen." Mit diesen Worten unterstrich der
Rechtsanwalt Dr. Manfred Ainedter die Intention hinter der von ihm
ins Leben gerufenen Plattform "Rauchfrei(heit)!". Diese präsentierte
Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz auch neueste
OGM-Umfragedaten (n=500) vom Februar 2007 zu diesem Thema. 75% der
Befragten fordern, dass die Politik mehr Informationsarbeit leisten
soll, bevor neue gesetzliche Regelungen getroffen werden, und 70
Prozent der ÖsterreicherInnen würden es den Gastwirten selbst
überlassen, ob sie ein Raucher- oder Nichtraucherlokal oder ein Lokal
mit Raucher- und Nichtraucherbereich einrichten wollen.
Schutz der Nichtraucher ohne Diskriminierung der Raucher, kein
gesetzliches Rauchverbot in Österreichs Gastronomie, Ausbau der
rauchfreien Bereiche in Gastronomie und Hotellerie auf freiwilliger
Basis, dazu mehr Aufklärung und Grundlagenforschung sowie Erhalt der
österreichischen Wirtshaus- und Kaffeehauskultur - dafür tritt die
Plattform in ihrer Charta "Rauchfrei(heit)!" ein, die von zahlreichen
prominenten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterstützt wird
und der sowohl Nichtraucher als auch Raucher angehören.
Obwohl überzeugte Europäer, wenden sich die Mitglieder der
Plattform strikt gegen "überbordende Regulative seitens der EU" und
plädieren für den Weg des Dialoges, der Aufklärung und der
Freiwilligkeit. Das betrifft vor allem das immer wieder geforderte
generelle gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie - in den Augen
der Plattform nicht nur ein Eingriff in die Freiheit der Konsumenten
und die Freiheit des Marktes mit der Gefahr deutlich wirtschaftlicher
Einbußen, sondern auch ein "Kulturfrevel": "Die heimische Wirtshaus-
und Kaffeehaustradition ist ein Teil unseres kulturellen Erbes, auf
den wir mit Recht stolz sein können. Wir müssen uns entscheiden, ob
wir Orte der Begegnung wollen, Treffpunkte von Kultur, Politik und
Gesellschaft, Zentren des Dialogs und des Genusses, oder ob wir ein
Monopol anonymer, stereotyper Gastronomieketten wünschen", betonte
Ainedter.
Heute steht für die Plattform das Thema Rauchen im Vordergrund,
aber, so Ainedter, "das ist wohl erst der Beginn einer Ver- und
Gebotswelle in privaten Lebensbereichen. Was kommt nach dem
Rauchverbot? Wird die Politik den Themen Alkohol, Ernährung oder
Bewegung ebenso mit Verboten entgegentreten wollen?"
Weiters verwiesen Vertreter der Plattform auf das generelle
Rauchverbot im öffentlichen Raum, das in Österreich bereits seit zwei
Jahren in Kraft sei und auch exekutiert werde - "im Gegensatz zu
vielen anderen europäischen Ländern sind wir hier Vorreiter". In
weiterer Folge will die Plattform Kommunikationsaktivitäten
initiieren und sowohl im Dialog mit Meinungsbildnern und Entscheidern
ihre Anliegen vertreten als auch weitere Untersuchungen und
Grundlagenstudien anregen. "Wir setzen auf Dialog statt Verbot, auf
Kommunikation statt Konfrontation - das gilt für Raucher wie
Nichtraucher, für Politiker wie Wähler, für Arbeitgeber wie
Arbeitnehmer."
ÖsterreicherInnen wollen laut OGM-Umfrage mehr Infos statt Verboten
70 Prozent der ÖsterreicherInnen (83 Prozent der Raucher) in der
aktuellen OGM-Umfrage zum Thema "Lebens- und Konsumgewohnheiten"
würden es den Gastwirten selbst überlassen, ob sie ein Raucher- oder
Nichtraucherlokal oder ein Lokal mit Raucher- und Nichtraucherbereich
einrichten wollen. 80 Prozent der ÖsterreicherInnen glauben, dass bei
einem Rauchverbot in der Gastronomie eine Verlagerung in andere
Bereiche stattfinden würde, und dass deshalb insgesamt nicht weniger
geraucht würde.
Dem zufolge sind auch drei Viertel der Befragten der Meinung, dass
die Politik mehr Informationsarbeit leisten soll, bevor neue
gesetzliche Regelungen getroffen werden. Gesellschaftliche Konflikte
sollten nach Meinung von 58 Prozent der ÖsterreicherInnen durch
Information und Aufklärung gelöst werden. Nur 9 Prozent der Befragten
glauben, dass man über gesetzliche Verbote eine gesündere Lebensweise
erreichen kann.
Der Staat soll nach Meinung der ÖsterreicherInnen nur dann
eingreifen, wenn es um Jugendschutz geht, meinen 39 Prozent der
Befragten. Vor allem Nichtraucher schließen sich dieser Meinung an.
Und jedem/r zweiten ÖsterreicherIn ist die eigene Gesundheit am
wichtigsten, gefolgt von Toleranz (27 Prozent).
Fast ein Drittel der Befragten ist der Meinung, dass der Staat
bisher zu viel in ihr Privatleben eingegriffen hat. Der Großteil der
ÖsterreicherInnen glaubt, dass Vorbildwirkung von Medien, Politik,
Eltern und Schule am meisten dazu beiträgt, eine gesündere
Lebensweise bei der Bevölkerung zu erreichen. Interessant: Raucher
meinen, dass am ehesten Aufklärung und Information zu diesem Ziel
führen.
In der derzeitigen EU-Raucherdebatte vertreten die
ÖsterreicherInnen, allen voran die Raucher selbst, die Meinung, dass
die EU bzw. der Staat die Jugend schützen soll, während den
Erwachsenen die freie Entscheidung für oder gegen das Rauchen
gelassen werden soll.
Über das derzeitige Rauchverbot an öffentlichen Stellen sind die
ÖsterreicherInnen sehr gut informiert (80 Prozent), unabhängig davon,
ob sie selbst Raucher sind.
Die Plattform "Rauchfrei(heit)!" wird u.a. unterstützt von
- Dr. Manfred Ainedter, Rechtsanwalt - Walter + Eveline Eselböck, Gastronomen - Dr. Stefan Gergely, Gastronom - Mag. Karl-Heinz Grasser, ehem. BM für Finanzen - Dr. Peter Hofbauer, Unternehmer - Leo Hillinger, Winzer - Brigitte Karner, Schauspielerin - Dipl. Ing. Dr. Markus Liebl, Generaldirektor der Brau Union Österreich AG und Obmann des Verbandes der Brauereien Österreichs - Heinz Marecek, Schauspieler - Mag. Siegfried Menz, Vorstandsvorsitzender Ottakringer Brauerei - Toni Mörwald, Koch und Unternehmer - Dr. August Ruhs, Psychoanalytiker - Dr. Georg Springer, Geschäftsführer Bundestheater-Holding - Martin Zimmermann, Gastronom
Infos: www.rauchfreiheit.at
Photos: www.fotodienst.at
Rückfragehinweis:
Ecker & Partner
Mag. Axel Zuschmann
Tel. ++43-1-599 32-32
eMail [email protected]
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