Rauchen: ÖsterreicherInnen laut OGM für Information statt Verbot

Plattform "Rauchfrei(heit)!" gegen Bevormundung präsentiert Charta

Wien (OTS) - "Es geht nicht primär um Rauchen oder Nichtrauchen -es geht um den Widerstand gegen den Versuch, die privaten Lebens- und Konsumgewohnheiten mündiger Bürgerinnen und Bürger zunehmend per Gesetz regeln zu wollen." Mit diesen Worten unterstrich der Rechtsanwalt Dr. Manfred Ainedter die Intention hinter der von ihm ins Leben gerufenen Plattform "Rauchfrei(heit)!". Diese präsentierte Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz auch neueste OGM-Umfragedaten (n=500) vom Februar 2007 zu diesem Thema. 75% der Befragten fordern, dass die Politik mehr Informationsarbeit leisten soll, bevor neue gesetzliche Regelungen getroffen werden, und 70 Prozent der ÖsterreicherInnen würden es den Gastwirten selbst überlassen, ob sie ein Raucher- oder Nichtraucherlokal oder ein Lokal mit Raucher- und Nichtraucherbereich einrichten wollen.

Schutz der Nichtraucher ohne Diskriminierung der Raucher, kein gesetzliches Rauchverbot in Österreichs Gastronomie, Ausbau der rauchfreien Bereiche in Gastronomie und Hotellerie auf freiwilliger Basis, dazu mehr Aufklärung und Grundlagenforschung sowie Erhalt der österreichischen Wirtshaus- und Kaffeehauskultur - dafür tritt die Plattform in ihrer Charta "Rauchfrei(heit)!" ein, die von zahlreichen prominenten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterstützt wird und der sowohl Nichtraucher als auch Raucher angehören.

Obwohl überzeugte Europäer, wenden sich die Mitglieder der Plattform strikt gegen "überbordende Regulative seitens der EU" und plädieren für den Weg des Dialoges, der Aufklärung und der Freiwilligkeit. Das betrifft vor allem das immer wieder geforderte generelle gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie - in den Augen der Plattform nicht nur ein Eingriff in die Freiheit der Konsumenten und die Freiheit des Marktes mit der Gefahr deutlich wirtschaftlicher Einbußen, sondern auch ein "Kulturfrevel": "Die heimische Wirtshaus-und Kaffeehaustradition ist ein Teil unseres kulturellen Erbes, auf den wir mit Recht stolz sein können. Wir müssen uns entscheiden, ob wir Orte der Begegnung wollen, Treffpunkte von Kultur, Politik und Gesellschaft, Zentren des Dialogs und des Genusses, oder ob wir ein Monopol anonymer, stereotyper Gastronomieketten wünschen", betonte Ainedter.

Heute steht für die Plattform das Thema Rauchen im Vordergrund, aber, so Ainedter, "das ist wohl erst der Beginn einer Ver- und Gebotswelle in privaten Lebensbereichen. Was kommt nach dem Rauchverbot? Wird die Politik den Themen Alkohol, Ernährung oder Bewegung ebenso mit Verboten entgegentreten wollen?"

Weiters verwiesen Vertreter der Plattform auf das generelle Rauchverbot im öffentlichen Raum, das in Österreich bereits seit zwei Jahren in Kraft sei und auch exekutiert werde - "im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern sind wir hier Vorreiter". In weiterer Folge will die Plattform Kommunikationsaktivitäten initiieren und sowohl im Dialog mit Meinungsbildnern und Entscheidern ihre Anliegen vertreten als auch weitere Untersuchungen und Grundlagenstudien anregen. "Wir setzen auf Dialog statt Verbot, auf Kommunikation statt Konfrontation - das gilt für Raucher wie Nichtraucher, für Politiker wie Wähler, für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer."

ÖsterreicherInnen wollen laut OGM-Umfrage mehr Infos statt Verboten

70 Prozent der ÖsterreicherInnen (83 Prozent der Raucher) in der aktuellen OGM-Umfrage zum Thema "Lebens- und Konsumgewohnheiten" würden es den Gastwirten selbst überlassen, ob sie ein Raucher- oder Nichtraucherlokal oder ein Lokal mit Raucher- und Nichtraucherbereich einrichten wollen. 80 Prozent der ÖsterreicherInnen glauben, dass bei einem Rauchverbot in der Gastronomie eine Verlagerung in andere Bereiche stattfinden würde, und dass deshalb insgesamt nicht weniger geraucht würde.

Dem zufolge sind auch drei Viertel der Befragten der Meinung, dass die Politik mehr Informationsarbeit leisten soll, bevor neue gesetzliche Regelungen getroffen werden. Gesellschaftliche Konflikte sollten nach Meinung von 58 Prozent der ÖsterreicherInnen durch Information und Aufklärung gelöst werden. Nur 9 Prozent der Befragten glauben, dass man über gesetzliche Verbote eine gesündere Lebensweise erreichen kann.

Der Staat soll nach Meinung der ÖsterreicherInnen nur dann eingreifen, wenn es um Jugendschutz geht, meinen 39 Prozent der Befragten. Vor allem Nichtraucher schließen sich dieser Meinung an. Und jedem/r zweiten ÖsterreicherIn ist die eigene Gesundheit am wichtigsten, gefolgt von Toleranz (27 Prozent).

Fast ein Drittel der Befragten ist der Meinung, dass der Staat bisher zu viel in ihr Privatleben eingegriffen hat. Der Großteil der ÖsterreicherInnen glaubt, dass Vorbildwirkung von Medien, Politik, Eltern und Schule am meisten dazu beiträgt, eine gesündere Lebensweise bei der Bevölkerung zu erreichen. Interessant: Raucher meinen, dass am ehesten Aufklärung und Information zu diesem Ziel führen.

In der derzeitigen EU-Raucherdebatte vertreten die ÖsterreicherInnen, allen voran die Raucher selbst, die Meinung, dass die EU bzw. der Staat die Jugend schützen soll, während den Erwachsenen die freie Entscheidung für oder gegen das Rauchen gelassen werden soll.

Über das derzeitige Rauchverbot an öffentlichen Stellen sind die ÖsterreicherInnen sehr gut informiert (80 Prozent), unabhängig davon, ob sie selbst Raucher sind.

Die Plattform "Rauchfrei(heit)!" wird u.a. unterstützt von

  • Dr. Manfred Ainedter, Rechtsanwalt
  • Walter + Eveline Eselböck, Gastronomen
  • Dr. Stefan Gergely, Gastronom
  • Mag. Karl-Heinz Grasser, ehem. BM für Finanzen
  • Dr. Peter Hofbauer, Unternehmer
  • Leo Hillinger, Winzer
  • Brigitte Karner, Schauspielerin
  • Dipl. Ing. Dr. Markus Liebl, Generaldirektor der Brau Union Österreich AG und Obmann des Verbandes der Brauereien Österreichs
  • Heinz Marecek, Schauspieler
  • Mag. Siegfried Menz, Vorstandsvorsitzender Ottakringer Brauerei
  • Toni Mörwald, Koch und Unternehmer
  • Dr. August Ruhs, Psychoanalytiker
  • Dr. Georg Springer, Geschäftsführer Bundestheater-Holding
  • Martin Zimmermann, Gastronom

Infos: www.rauchfreiheit.at
Photos: www.fotodienst.at

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