• 05.03.2007, 13:47:42
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LH Haider: Maßnahmenpaket des Landes Kärnten für mehr Facharbeiter

Ausweitung der täglichen Arbeitszeit auf bis zu 12 Stunden stellt den nächsten Anschlag der SPÖ auf die Arbeitnehmer dar.

Klagenfurt (OTS) - "Die Maßnahmen, die die Bundesregierung gegen
den Facharbeitermangel vorschlägt, gehen in die falsche Richtung. Die
Mobilitätsprämie schafft nicht mehr Facharbeiter, sondern führt nur
zu einem Wettbewerb zwischen Bundesländer und Betriebe. Das Problem
mit einer Öffnung des Arbeitsmarktes für Ausländer lösen zu wollen,
wie es bei der jüngsten Regierungsklausur besprochen worden ist, ist
ebenfalls nicht richtig. Diese Leute haben meist nicht die richtige
fachliche Qualifikation und müssen erst geschult werden. Außerdem
bilden sie eine Konkurrenz zu potentiellen heimischen Facharbeitern",
erklärt Landeshauptmann Dr. Jörg Haider (BZÖ) im Rahmen einer
Pressekonferenz zur aktuellen Diskussion über den Facharbeitermangel
in Österreich.

Die Lösung des Problems liegt für den Kärntner Landeshauptmann bei
der Jugend. "Es ist wichtig, im Ausbildungsbereich anzusetzen. Es
gibt viele junge Menschen, die ihre Ausbildung unterbrochen haben
oder keine Berufsausbildung haben. Sie müssen auf Facharbeiter hin
ausgebildet werden. Hier ist das AMS gefragt. Außerdem müssen die
Kontingente für Facharbeiter-Schulungen aufgestockt werden", so
Haider. In Kärnten sei man sich der Problematik schon seit längerem
bewusst, hier gebe es derzeit 1.000 offene Facharbeiter-Stellen, auf
die rund 300 Arbeitslose kommen.

In Kärnten würden daher jährlich 15 Millionen Euro aus Landesmittel
für die Facharbeiterausbildung zur Verfügung gestellt. "Kärnten ist
auch das erste Bundesland, in dem das Projekt Lehre mit Matura
umgesetzt wird. Dafür werden jährlich 500.000 Euro an Landesmitteln -
gebunden auf 4 Jahre - aufgewendet. In Umschulungs- und
Weiterbildungsmaßnahmen werden 1, 4 Millionen Euro investiert, und
die Mobilitätsförderung in Kärnten ist beispielhaft. 2007 werden 5,2
Millionen Euro für Pendler ausgeschüttet, das ist um 1000% mehr als
der Österreichschnitt", so der Landeshauptmann. Außerdem gibt das
Land Geld für betriebliche Qualifikationen, Arbeitsstiftungen und
Lehrwerkstätten aus. All dies seien Maßnahmen, die dafür sorgen, dass
das Facharbeiterproblem gelöst wird.

Vieles könne aber nur bundesweit gelöst werden. Es müsse dafür
gesorgt werden, dass die Differenz zwischen den Facharbeiter-Löhnen
und den Löhnen der nur angelernten Arbeiter größer wird. "Wenn
leistungsgerechte Löhne gezahlt werden, dann wird die
Facharbeiter-Ausbildung für viele attraktiver. Außerdem muss die
Bundesregierung steuerrechtliche Voraussetzungen schaffen, die den
Mittelstand entlasten. Ein wichtiger Anreiz wäre es, wenn die
Fahrtkosten zu 100% steuerlich absetzbar wären. Außerdem darf es zu
keiner Erhöhung der Mineralölsteuer kommen", so Haider.

Scharf wendet sich Haider gegen die Idee der Bundesregierung, die
tägliche Arbeitszeit auf 10 bis 12 Stunden zu erhöhen. "Hier ist die
Regierung offenbar einen Deal mit der Industrie eingegangen. Denn die
Ausweitung der täglichen Arbeitszeit hat weit reichende Konsequenzen.
Ein 3-Schicht-Betrieb kann dadurch zu einem 2-Schicht-Betrieb werden,
wodurch eine Schicht an Arbeitskräften ausfällt. Von dieser Reglung
profitieren nur die Betriebe, da die Lohnnebenkosten wegfallen. Aber
dafür wird es mehr Arbeitslose geben", kritisiert Haider die
SPÖ-ÖVP-Vereinbarung.

Positiv blickt Haider hingegen auf die Arbeitsmarktsituation in
Kärnten: "Was das betrifft, zählt Kärnten zu den besten
Bundesländern." Die Ursachen dafür ortet Haider darin, dass in
Kärnten in letzter Zeit viele Projekte realisiert worden sind, wie
beispielsweise der Autobahnausbau, der Ausbau des Lake-Side-Parks
oder das Verwaltungszentrum neu. Außerdem hat Kärnten 2006 das größte
Konjunkturpaket aller Bundesländer für die Wirtschaft geschnürt. Die
Früchte dieser Aktivitäten zeigen sich in den aktuellen
Arbeitsmarktdaten: 2006 hat es erstmals über 200.000 Arbeitsplätze
gegeben, die Arbeitslosigkeit ist in den vergangenen sieben Jahren
von 9,6% auf 7,9% zurückgegangen. (Schluss)

Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Landtagsklub
Tel.: (0463) 513 272

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