• 03.03.2007, 10:36:08
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Schmied: Bundesregierung hat Wende in der Bildungspolitik beschlossen

2007 und 2008 26.000 zusätzliche Betreuungsplätze

Linz (SK) - "Die Bundesregierung hat die Wende in der
Bildungspolitik beschlossen. Es wird offensiv in Bildung investiert,
weil wir Bildungspolitik als Teil der Wirtschafts- und
Gesellschaftspolitik verstehen", stellte Bildungsministerin Claudia
Schmied am Samstag bei einem gemeinsamen Pressefrühstück mit
Wissenschaftsminister Hahn im Rahmen der Regierungsklausur in Linz
fest. Neben den zusätzlichen 1.500 Lehrerinnen und Lehrern, die für
den ersten Schritt der Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25 im
Schuljahr 2007/08 zur Verfügung gestellt werden, wird es in den
Jahren 2007 und 2008 26.000 neue Betreuungsplätze geben. "Wir wollen
hier auch außerschulische Organisationen einbinden. Sport, Musik und
Kunst sollen viel stärker im Schulalltag integriert sein", so
Schmied. ****

Die Vorbereitungen für das Projekt der Senkung der
Klassenschülerhöchstzahlen seien voll am Laufen. Schmied zeigte sich
hoffnungsfroh, dass die mit Finanzminister Molterer ausverhandelten
Budgetmittel nun auch vom Nationalrat beschlossen würden. "Ab dem
September werden die Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse
Volksschule, Hauptschule und AHS-Unterstufe sowie in der
Polytechnischen Schule mehr Zuwendung durch die Lehrerinnen und
Lehrer erhalten", betonte Schmied. Allerdings gehe es bei der
Implementierung auch darum, ein funktionierendes Controllingsystem
einzuführen, damit die zur Verfügung gestellten Mittel auch
tatsächlich voll für die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl wirksam
werden.

Das zweite große Projekt sei es, "Lust und Leidenschaft am Lernen" zu
stärken. "Der Schlüssel dafür ist die Motivation der Lehrerinnen und
Lehrer", führte Schmied aus. Deshalb werde ab September auch im
Projekt an den Pädagogischen Hochschulen die Ausbildung verbessert
und besonderes Augenmerk auf die didaktischen Fächer und auf
Sozialkompetenz gelegt. "Es ist wichtig, das Niveau der
Lehrerausbildung anzuheben und Schritt für Schritt Richtung
Hochschule zu setzen."

Ein drittes großes Projekt, für das auch bereits die Budgetmittel
ausverhandelt seien, sei die Intensivierung der Tagesbetreuung. "In
den Jahren 2007 und 2008 wird es 26.000 zusätzliche Betreuungsplätze
geben", so Schmied. Die Grundintention hinter all den Projekten sei:
"Es gibt keine Spitzenleistung ohne gute, breite, fundierte Basis.
Deshalb muss es uns auch gelingen, den Übergang zwischen den
Schultypen und zwischen Schule und Universität besser zu
organisieren." Die Drop-Out-Quote sei teilweise erschütternd hoch.
"Hier haben wir konkrete Pläne mit einem Tutoring/Mentoring-Programm,
das hier Abhilfe schaffen soll", erläuterte die Bildungsministerin.
So sollen beispielsweise höhersemestrige Studierende Schülerinnen und
Schüler informieren.

Angesichts der geplanten Wahlaltersenkung sei es auch ein wichtiges
Anliegen im Bildungsbereich, Demokratie und politische Bildung in der
Bildungsarbeit zu intensivieren, so Schmied.

Angesprochen auf Vorschläge, den Anteil von Kindern mit
Sprachschwierigkeiten pro Klasse mit einem Drittel zu limitieren,
stellte Schmied fest, dass dies nicht die richtige Lösung sei. "Wir
würden hier Probleme, die beispielsweise bei der Entstehung von
Stadtvierteln passieren, nicht lösen können. Die entscheidende Frage,
auf die wir Lösungen finden müssen, ist: Wie gelingt Integration ganz
generell - hier möchte ich schon im Bereich der vorschulischen
Frühförderung verstärkt ansetzen", so Schmied, die am Beispiel Linz
die Folgen einer solchen Quote deutlich aufzeigte. "In Linz würden
rund 2.500 Kinder in Volks- und Hauptschulen länger herumfahren
müssen." Dies wären immerhin knapp 25 Prozent der Schülerinnen und
Schüler in Linz. (Schluss) js

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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