Stellungnahme der österreichischen Heimtiernahrungsindustrie zum Buch "Katzen würden Mäuse kaufen"

Die 10 unsinnigsten Gerüchte über vorgefertigte Heimtiernahrung

Wien (OTS) - Am 3. März erscheint im Deuticke-Verlag das Buch "Katzen würden Mäuse kaufen" von Hans-Ulrich Grimm. Das Buch befasst sich laut Verlag mit den angeblichen "Machenschaften der Heimtiernahrungsindustrie". Der Autor hat sich als Verfasser mehrerer Skandalbücher über die Lebensmittelindustrie bereits einen einschlägigen Ruf erworben.

Die von Grimm erzählte Geschichte folgt einem bewährten Muster:
Mit einer geschickten Mischung aus Tatsachen, Gerüchten und Spekulationen sowie Fakten, die in keinem Zusammenhang mit dem behandelten Thema stehen, wird der Eindruck erzeugt, ein ganzer Wirtschaftszweig - in diesem Fall die Heimtiernahrungsindustrie -hätte sich dazu verschworen, seine Konsumenten hinters Licht zu führen. Dabei werden auch zahlreiche Unternehmen, Marken und Personen namentlich genannt. Konkrete und direkte Anschuldigungen werden jedoch sorgfältig vermieden, sodass die Betroffenen keine Möglichkeit haben, sich inhaltlich oder juristisch dagegen zur Wehr zu setzen.

Unter anderem beschreibt das Buch über weite Strecken angebliche Praktiken bei der Herstellung von Futter für landwirtschaftliche Nutztiere, die mit der Erzeugung von Nahrung für Heimtiere (wie Hunde und Katzen) nichts zu tun hat, da diese Produktionen völlig unterschiedlichen Voraussetzungen und Vorschriften unterliegen. Zwischendurch sind aber immer wieder kurze Passagen über Heimtiernahrung eingestreut, sodass der normale Leser die beiden Bereiche als ein und denselben empfinden muss.

Zwar muss auch Grimm zugeben, dass die Fachwelt -Ernährungsforscher und Veterinärmediziner - einhellig die Meinung vertritt, dass vorgefertigte Tiernahrung die beste und sicherste Form ist, Hunde und Katzen artgerecht, ausgewogen und gesund zu ernähren. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die Herstellung von Heimtiernahrung gesetzlich besonders streng geregelt ist und nach weltweit anerkannten Normen erfolgt, die auf jahrzehntelanger wissenschaftlicher Erforschung der Ernährungsbedürfnisse dieser Tiere basieren.

Einig sind sich die Fachleute auch, dass die seit den Achtziger Jahren stark gestiegene Lebenserwartung von Heimtieren (um rund drei Jahre bei Katzen und um über zwei Jahre bei Hunden) neben der besseren Gesundheitsversorgung auch auf die bessere Ernährung zurückzuführen ist, die mit der zunehmenden Verbreitung von Fertignahrung einhergeht. Dazu kommt - speziell bei hochwertigen Produkten das Können der Hersteller bei der Zusammenstellung schmackhafter Mahlzeiten, die nicht nur den Nährstoffbedarf der Tiere erfüllen, sondern auch ihre Lebensqualität erhöhen.

Der Autor erklärt diese Fachmeinungen jedoch damit, dass alle Fachleute in diesem Bereich von der Industrie gekauft wären.

Da sich das Buch so jeder sachlichen Diskussion entzieht, kann die Österreichische Heimtierfuttermittel Vereinigung (ÖHTV) als Vertretung des Großteils der in Österreich tätigen Anbieter von Heimtiernahrung diese pauschale Verunglimpfung ebenfalls nur gesamthaft auf das Schärfste zurückweisen.

Um dennoch konkret auf einzelne Gerüchte einzugehen, die über vorgefertigte Heimtiernahrung verbreitet werden, hat die ÖHTV die nachfolgende Liste zusammengestellt.´

Die 10 unsinnigsten Gerüchte über vorgefertigte Heimtiernahrung

Gerücht Nr. 1: Fertignahrung enthält angeblich süchtig machende Lockstoffe.

Die Verwendung von süchtig machenden Stoffen ist für die Herstellung von Heimtiernahrung selbstverständlich ebenso verboten wie für die Produktion menschlicher Nahrungsmittel. Es gibt auch keinen einzigen konkreten Bericht, wonach jemals Suchtstoffe in Heimtiernahrung gefunden worden wären.

Dass Tiere bestimmte Produkte besonders gerne fressen, hängt mit deren gutem Geschmack zusammen - nicht anders als bei Menschen, die ebenfalls ihre Lieblingsgerichte haben und dabei bestimmte Rezepte besonders bevorzugen.

Gerücht Nr. 2: Fertignahrung enthält angeblich Tiermehl aus der Tierkörperbeseitigung.

Die Verwendung von sogenanntem Tiermehl aus Tierkörperbeseitigungsanstalten, d.h. von Materialien aus den Kadavern verendeter Tiere, für die Herstellung von Heimtiernahrung ist gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 gesetzlich verboten. Die Heimtiernahrungsindustrie hat aber bereits vor Inkrafttreten dieses gesetzlichen Verbotes auf den Einsatz derartiger Materialien verzichtet.

Gerücht Nr. 3: Fertignahrung enthält angeblich Kot, Klärschlamm oder ähnliche Abfallstoffe.

Die Verwendung von Kot und Urin sowie von aus Abwässern stammenden Materialien (wie z.B. Klärschlamm) ist futtermittelrechtlich verboten und findet dementsprechend nicht statt.

Gerücht Nr. 4: Fertignahrung enthält angeblich genetisch veränderte Rohmaterialien.

Gemäß den gesetzlichen Regelungen für Lebens- und Futtermittel dürfen auch bei der Herstellung von Heimtiernahrung genetisch veränderte Ausgangsmaterialien nur dann verwendet werden, wenn sie behördlich zugelassen sind. Die Verwendung muss auf der Verpackung gekennzeichnet werden. Aufgrund der bestehenden Vorbehalte der Konsumenten gegenüber genetisch veränderten Nahrungsmitteln verzichtet die Heimtiernahrungsindustrie, wie die Lebensmittelindustrie auch, grundsätzlich auf den Einsatz derartiger Materialien.

Spuren von genetisch veränderten Rohstoffen (wie z.B. Soja), die durch die Wiederverwendung von Transportbehältnissen entstehen, lassen sich u.a. aufgrund des weltweiten Warenverkehrs auch bei noch so genauer Kontrolle heutzutage nicht mehr ganz vermeiden. Der Gesetzgeber hat daher für solche nicht vermeidbaren Verunreinigungen (sehr niedrige) Toleranzwerte erlassen, unterhalb derer Lebensmittel und Heimtiernahrung nicht gekennzeichnet werden müssen.

Gerücht Nr. 5: Fertignahrung enthält angeblich minderwertige Rohstoffe.

Vorgefertigte Heimtiernahrung enthält keine minderwertigen Materialien. Die fleischlichen Rohstoffe dürfen ausschließlich von Tieren stammen, die für den menschlichen Genuss geschlachtet und von den Veterinärbehörden als lebensmitteltauglich befunden werden. Pflanzliche Rohstoffe müssen ebenfalls umfangreiche futtermittelrechtliche Vorgaben erfüllen.

Bei der Rohstoffbeschaffung nützen die Hersteller jedoch die unterschiedlichen Nahrungsvorlieben von Mensch und Tier: Während Menschen aus kulturellen und Geschmacksgründen bestimmte Teile geschlachteter Tiere (z.B. viele Innereien) nicht oder nur in geringem Maße essen, werden gerade diese "deftigen² Anteile von Tieren besonders gerne gefressen - und daher auch von den Heimtiernahrungsherstellern bevorzugt verwendet. Mit anderen
Worten: Diese Rohstoffe mögen aus menschlicher Sicht "minderwertig² erscheinen - vom Standpunkt des Tieres ist aber gerade das Gegenteil der Fall.

Gerücht Nr. 6: Fertignahrung enthält angeblich chemische Materialien, die für Nahrungsmittel untauglich sind.

Auf diese allgemeine Anschuldigung kann hier natürlich nur beispielhalft eingegangen werden. So wird z.B. behauptet, Heimtiernahrung enthielte sogenannte "Erdgas-Schnitzel² (Eiweißfermentationsprodukte, die mit Hilfe von Erdgas gezüchtet werden) oder Abfallprodukte aus der Penizillinerzeugung. Beides ist für die Verwendung in Heimtiernahrung nicht zugelassen und wird daher auch nicht verwendet.

Gerücht Nr. 7: Fertignahrung enthält angeblich gesundheitsgefährdende Zusatzstoffe.

Zusatzstoffe gehören zu den am besten untersuchten Lebens- und Futtermittelzutaten. Ihre Verwendung ist grundsätzlich an zwei Bedingungen geknüpft: einerseits den Nachweis der gesundheitlichen Unbedenklichkeit (festgelegt wird die Menge, die ein Mensch oder ein Tier ohne negative Wirkungen ein Leben lang zu sich nehmen kann; aus Sicherheitsgründen wird dieser Wert noch einmal durch 100 dividiert) und andererseits den Nachweis, dass dieser Stoff tatsächlich benötigt wird (z.B. Antioxidantien, die verhindern, dass wertvolle ungesättigte Fettsäuren in Trockennahrung ranzig werden). Die Prüfung aller Zusatzstoffe erfolgt durch die wissenschaftlichen Ausschüsse der EU, die auch die Zulassung und die jeweilige E-Nummer verleihen.

Gerücht Nr. 8: Fertignahrung enthält angeblich zu hohe Mengen an Vitaminen und Mineralien.

Zur Sicherstellung einer ausgewogenen, bedarfsdeckenden Ernährung orientieren sich die Hersteller von Heimtiernahrung bei der Zusammenstellung ihrer Produkte an allgemein anerkannten Richtlinien, die auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Ernährungsbedarf der Tiere basieren (NRC, AAFCO, Fediaf Guidelines). Anhand dieser Vorgaben werden Futtermitteln für Heimtiere (nur) so viele Vitamine, Spurenelemente und Mineralien zugesetzt, wie es für die jeweilige Tierart ernährungsphysiologisch erforderlich ist.

Die Behauptung widerspricht im Übrigen der Anschuldigung, die Tiernahrungshersteller würden beim Rohstoffeinsatzin in unzulässiger Weise sparen - denn Vitamine und Mineralien kosten auch Geld.

Gerücht Nr. 9: Fertignahrung macht angeblich Tiere krank.

Auf die Behauptung, wonach alle möglichen Krankheiten auf die Fütterung mit Fertignahrung zurückzuführen wären, kann hier nur allgemein bzw. beispielhaft eingegangen werden. Tatsache ist, dass die Lebenserwartung von Hunden und Katzen seit den Achtziger Jahren deutlich zugenommen hat: rund drei Jahre bei Katzen und über zwei Jahre bei Hunden. Fachleute sind sich einig, dass diese Steigerung -neben der verbesserten tiermedizinischen Versorgung - auch auf die bessere Ernährung zurückzuführen ist, die mit der zunehmenden Verbreitung von vorgefertigter Tiernahrung einhergeht.

Mit der höheren Lebenserwartung werden zwangsläufig auch Krankheiten häufiger, die (ebenso wie beim Menschen) vor allem in einem höheren Alter eintreten, das viele Tiere früher gar nicht erreicht haben. Zu diesen Krankheiten zählen insbesondere Krebs und Diabetes. Dazu kommt eine stark verbesserte Diagnostik bei den Tierärzten, die heute oft ebenso gut ausgerüstet sind wie ihre Kollegen von der Humanmedizin - wodurch viele Krankheiten erkannt und behandelt werden, an denen Tiere früher vorzeitig gestorben sind.

Gerücht Nr. 10: Fertignahrung wird angeblich von den Herstellern absichtlich mit zu hohen Dosierungsangaben versehen.

Alle Alleinfuttermittel (Produkte, die ohne Beigaben zur alleinigen Ernährung des Tieres verwendet werden können) müssen laut gesetzlicher Vorschrift eine Fütterungsempfehlung auf der Verpackung enthalten. Diese Empfehlungen haben den durchschnittlichen Bedarf der Tiere zu berücksichtigen, der mit Hilfe von Fütterungsuntersuchungen ermittelt wird.
Dies kann jedoch nur ein Richtwert sein, da der tatsächliche Nährstoffbedarf eines bestimmten Tieres sehr stark von individuellen Faktoren wie Rasse, Alter, Aktivität und anderen Lebensumständen abhängt. Dies ist bei Tieren nicht anders als bei Menschen. Auf vielen Produkten wird aber dennoch speziell auch auf diesen Punkt hingewiesen.

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Gerda Strass-Hortwig
Generalsekretärin der ÖHTV
Tel.: 02162/601
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