FORMAT: Bankenausschuss nimmt Stiefelkönig-Kredite der Bawag unter die Lupe

Geschäftsbeziehungs zur Schuhhandelskette kostete die Bank alleine seit 2003 rund 100 Millionen Euro. Auch Bawag-Chef Nowotny will prüfen.

Wien (OTS) - Werner Kogler, der Fraktionsführer der Grünen im Bankenausschuss, möchte die Geschäftsbeziehungen der ehemaligen Gewerkschaftsbank zu Stiefelkönig untersuchen. Das berichtet Format in seiner heute Freitag erscheinenden Ausgabe. Grund dafür sind die außergewöhnlich großzügigen Kredite, die die Bank dem Familienunternehmen gewährte, während andere Schuldner wie Atomic mit härtester gangart zum Konkurs gezwungen wurden.
Firmengründer Manfred Herzl war mit dem späteren Bawag-General helmut Elsner gut befreundet. Aus Format exklusiv vorliegenden Bawag-internen unterlagen geht hervor, dass die eigenen Kreditexperten vor einem noch höheren Engagement bei Stiefelkönig gewarnt hatten. Dennoch wurden eine Kreditrahmen von bis zu 1,15 Milliarden Schilling eingeräumt.

Alleine Forderungsverzichte und Wertberichtigungen summieren sich, so geht aus den dem Magazin vorliegenden Unterlagen hervor, seit 2003 auf über 60 Millionen Euro. Hinzu kommen noch die operativen Verluste. Derzeit beträgt das Obligo von Stiefelkönig 84 Millionen Euro, davon sind 79 Millionen unbesichert.

Bawag/PSK-Chef Ewald Nowotny will "im Lichte der Causa Gerharter diesen Fall in Hinblick auf eine Schädigung der Bank genau prüfen." Mit der Sanierung des Unternehmens sei er zufrieden, erklärte der Banker gegenüber Format. "Praktisch jede Woche meldet sich ein neuer Interessent." Mit einem Verkauf der Tochter rechnet Nowotny aber erst 2008.

Rückfragen & Kontakt:

Format Business
Tel.: (01) 217 55/0 S. Klasmann

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMT0001