- 02.03.2007, 09:14:07
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FORMAT: Bankenausschuss nimmt Stiefelkönig-Kredite der Bawag unter die Lupe
Geschäftsbeziehungs zur Schuhhandelskette kostete die Bank alleine seit 2003 rund 100 Millionen Euro. Auch Bawag-Chef Nowotny will prüfen.
Wien (OTS) - Werner Kogler, der Fraktionsführer der Grünen im
Bankenausschuss, möchte die Geschäftsbeziehungen der ehemaligen
Gewerkschaftsbank zu Stiefelkönig untersuchen. Das berichtet Format
in seiner heute Freitag erscheinenden Ausgabe. Grund dafür sind die
außergewöhnlich großzügigen Kredite, die die Bank dem
Familienunternehmen gewährte, während andere Schuldner wie Atomic mit
härtester gangart zum Konkurs gezwungen wurden.
Firmengründer Manfred Herzl war mit dem späteren Bawag-General helmut
Elsner gut befreundet. Aus Format exklusiv vorliegenden
Bawag-internen unterlagen geht hervor, dass die eigenen
Kreditexperten vor einem noch höheren Engagement bei Stiefelkönig
gewarnt hatten. Dennoch wurden eine Kreditrahmen von bis zu 1,15
Milliarden Schilling eingeräumt.
Alleine Forderungsverzichte und Wertberichtigungen summieren sich, so
geht aus den dem Magazin vorliegenden Unterlagen hervor, seit 2003
auf über 60 Millionen Euro. Hinzu kommen noch die operativen
Verluste. Derzeit beträgt das Obligo von Stiefelkönig 84 Millionen
Euro, davon sind 79 Millionen unbesichert.
Bawag/PSK-Chef Ewald Nowotny will "im Lichte der Causa Gerharter
diesen Fall in Hinblick auf eine Schädigung der Bank genau prüfen."
Mit der Sanierung des Unternehmens sei er zufrieden, erklärte der
Banker gegenüber Format. "Praktisch jede Woche meldet sich ein neuer
Interessent." Mit einem Verkauf der Tochter rechnet Nowotny aber erst
2008.
Rückfragehinweis:
Format Business
Tel.: (01) 217 55/0 S. Klasmann
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