Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Shanghai liegt um die Ecke (von Eva Weissensteiner)

Ausgabe 1. März 2007

Klagenfurt (OTS) - Wenn in China ein Fahrrad umfällt ... Wie real und aktuell dieser alte Spruch ist, zeigt das weltweite Finanzbeben, das der Börsencrash in Shanghai auslöste. Gerüchte über eine neue Steuer auf Aktiengewinne und offen geäußerte Rezessions-Befürchtungen von US-Notenbankchef Alan Greenspan haben die Anleger in China nervös gemacht. Gerüchte in Peking und Befürchtungen in Washington also haben ausgereicht, um in der Folge die Kurse in Tokio, New York, Frankfurt und nicht zuletzt Wien abstürzen zu lassen.
Wenn auf der anderen Seite der Erdhalbkugel in einer der größten Volkswirtschaften der Welt eine Börse auf Talfahrt geht, dann sitzt in Kärnten jeder Kleinanleger, jeder Fondsbesitzer, jeder Freizeitspekulant bange vor dem Computer, beobachtet, wie sein Vermögen kleiner wird, und fragt sich - verkaufen, halten, verkaufen, halten?
Shanghai liegt um die Ecke, Tokio daneben und New York gleich gegenüber. Da nützen keine Scheuklappen, da hilft kein "Mir san mir"-Geschwätz. Die weite Welt rückt nicht mehr näher, sie ist schon längst da. Die Finanzwelt kennt keine Grenzen mehr, ebenso wenig wie die Welt der Wirtschaft, der Kultur, des Sports, der Forschung und Entwicklung ... Nur die Politik meint manchmal noch, sich hinter Landesgrenzen verschanzen zu können.

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