AMI: Internationales Expertenteam klärt Unfallursache des tragischen Zwischenfalls vom 21.12.2006 am Chemiepark Linz

Linz (OTS) -

  • In der Fachwelt bisher unbekannte Gefahrenlage führte zu "Knallgas Explosion"
  • Maßnahmen zur Ausschließung dieses Gefahrenpotenzials eingeleitet
  • Umfassende und detaillierte Aufklärung unter Einbeziehung internationaler Experten

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Am Chemiepark Linz fand am 21.12.06 gegen 08.18 in
einer Anlage der AMI Agrolinz Melamine International im Zuge von Revisionsarbeiten eine Explosion eines Laugenbehälters statt. Bei dieser Explosion wurden zwei mit diesen Arbeiten beschäftigte Mitarbeiter tödlich, ein Sicherungsposten schwer verletzt.

An dem Behälter, der teilweise mit Wasser (sog. "Brüdenkondensat") gefüllt war, wurden "Heißarbeiten" durchgeführt, wobei vorab sämtliche Sicherheitsmassnahmen wie Freigabescheinwesen, Erlaubnisschein, Sicherungsposten, etc. eingehalten wurden.

Seit 02.Jänner 2007 untersuchte ein internationales Team, besetzt mit Experten der DNV, Borealis und einem externen österreichischen Sachverständigen, die Ursache der tragischen Behälterexplosion.

Nach aufwendigen Recherchen - unter anderem wurde das Behältersystem unter Laborbedingungen maßstabsgerecht nachgebaut -konnte die Unfallursache nun aufgeklärt werden.
Der in der Nähe der Ammoniakanlage befindliche Behälter war teilweise mit geringen Konzentrationen von Karbonaten (1g/Liter) enthaltendem Wasser gefüllt. Karbonat ist allgemein bekannt, diese Substanz ist in jedem Mineralwasser in höheren Mengen enthalten und sorgt dort für das bekannte Sprudeln.

Die Wandung des Behälters war aus Baustahl gefertigt. Die Experten fanden heraus, dass durch die Materialbeschaffenheit des Behälters und durch das leicht alkalische Wasser eine Korrosionsreaktion stattfand.

Das Eisen des Behälters oxidierte dabei teilweise zu Rost. Gleichzeitig bildete sich dabei Wasserstoff. Unter den herrschenden Bedingungen war eine signifikante Wasserstoffbildung in der Fachwelt der chemischen Industrie bisher nicht bekannt.

Der entstandene Wasserstoff sammelte sich unter dem Behälterdach (Kegel) und bildete mit dem atmosphärischen Sauerstoff ein explosionsfähiges Gemisch. Mit Aufnahme der Heißarbeiten am Kegeldach kam es in weiterer Folge zu einer Explosion des Wasserstoff-Sauerstoffgemisches.

In der Fachliteratur war bisher nicht bekannt, dass eine derartige Reaktion in einem mit Wasser gefülltem Behälter in dieser Form ablaufen kann.

Sicherheit hat höchste Priorität - umfassende Maßnahmen eingeleitet

Ab sofort werden alle Arbeiten an Behältern - auch wenn sie nur mit Wasser gefüllt sind - unter den gleichen Umständen wie Arbeiten mit gefährlichen Medien durchgeführt. Dabei werden die höchsten Sicherheitsstandards eingesetzt.

Der aktuelle Wissensstand der durch die Experten ermittelt wurde, wird der einschlägigen Industrie zugänglich gemacht um ähnliche Vorfälle in Zukunft verhindern zu können.

Der betroffene Anlagenteil wird in Folge der Wiederherstellung mit einer permanenten Stickstoffspülung ausgestattet, so dass die Bildung explosionsfähiger Gemische ausgeschlossen werden kann.

Die AMI Gruppe

Die AMI Agrolinz Melamine International GmbH veredelt Erdgas zu hochwertigen Rohstoffen für Landwirtschaft und Industrie. Hauptprodukte sind Melamin und Pflanzennährstoffe. Im Geschäftsbereich Melamin ist AMI Marktführer in Europa und weltweit Nr. 2 und nimmt im Bereich Pflanzennährstoffe im Donauraum eine führende Position ein.

Zur AMI Gruppe gehören als Kernunternehmen die AMI Agrolinz Melamine International GmbH mit Standort in Linz (Österreich), weiter die 100%ige Tochtergesellschaft Agrolinz Melamine International Italia S.r.l. mit Standort in Castellanza (Italien), die Agrolinz Melamine International Deutschland GmbH mit Standort in Piesteritz/Sachsen-Anhalt und das Großhandelsunternehmen LINZER AGROTRADE GmbH für den Vertrieb von Düngemitteln, Vertriebsgesellschaften in Ungarn, Tschechien und der Slowakei sowie Vertriebsgesellschaften für Melamin in Chicago/USA, die Agrolinz Melamine International North America Inc. und in
Singapur die Agrolinz Melamine International Asia Pacific Pte Ltd. In der AMI-Gruppe erwirtschaften rund 1.000 Mitarbeiter einen Umsatz von EUR 470 Mio.

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