• 25.02.2007, 09:00:00
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"trend": Mauthöhe falsch berechnet?

Die Asfinag hat die LKW-Verkehrszahlen unvermutet nach unten revidiert

Wien (OTS) - Die Asfinag könnte den LKW-Verkehr auf den heimischen
Autobahnen jahrelang zu hoch eingeschätzt haben. Wie das
Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Dienstag erscheinenden
Ausgabe berichtet, sind die von der Asfinag ausgewiesenen Zahlen zu
den LKW-Fahrzeugkilometern in Zuge einer Neuberechnung im Jahr 2006
deutlich gesunken. So wurde etwa die LKW-Fahrzeugleistung für das
erste volle Maut-Jahr 2004 noch bei 3,1 Milliarden Fahrzeugkilometer
(laut Asfinag-Geschäftsbericht 2004) beziffert. Im folgenden
Geschäftsbericht werden für dasselbe Jahr 2004 aber plötzlich nur
mehr 2,7 Milliarden Fahrzeugkilometer angeführt und für 2005 kaum
mehr, nämlich 2,75 Milliarden - ein überraschender Schwund von rund
400 Millionen Fahrleistungskilometer, und eigentlich ein nomineller
Rückgang des LKW-Verkehrs.
Die Rechenoperation könnte die LKW-Maut nun automatisch ansteigen
lassen, weil so die Infrastrukturkosten der Asfinag - EU-konform -
auf weniger Fahrzeuge aufgeteilt werden dürfen. Glück für die
Regierungsparteien, die im Regierungsprogramm bereits eine Erhöhung
der LKW-Maut um vier Cent fix angekündigt haben, schreibt der
"trend". Asfinag-Sprecher Harald Dirnbacher will die enorme Änderung
mit einer Umschichtung so genannter Fiskal-LKWs erklären können: "Die
sind eigentlich PKWs zuzurechnen."
Stimmt die neue Zahl, hätte sich die Asfinag bei der Berechnung
der seit 2004 geltenden Mauthöhe vor mehr als drei Jahren jedenfalls
deutlich verschätzt. Denn das beauftragte Consultingbüro Max Herry
hatte damals noch mit rund 3,2 Milliarden LKW-Fahrzeugkilometern
gerechnet und lieferte damit die Grundlage für die letztlich
politisch festgelegten Tarife von durchschnittlich 22 Cent pro
Kilometer. In Wirklichkeit allerdings hätte die Maut offenbar
deutlich höher sein können - hätte man damals schon die Fiskal-LKWs
aus der Statistik rausgerechnet und die übrig gebliebenen LKWs
stärker belastet.
Allerdings: Eine niedrigere LKW-Fahrleistung hätte noch andere -
für die Asfinag äußerst blamable - Konsequenzen. Denn damit sinkt
rechnerisch die Auslastung des Mautnetzes - sprich, die bisher im
Vergleich zu Deutschland ohnehin schon um rund ein Drittel niedriger
eingeschätzte Nutzung der Autobahnen in Österreich muss in
Wirklichkeit noch weit darunter liegen. Umgekehrt steigen aber damit
die relativen Erhaltungskosten - und die lagen, wieder im Vergleich
zu Deutschland, ohnehin schon um ein Drittel höher. Die genaue
Kalkulationsgrundlage für die Berechnung der LKW-Maut wollte die
Asfinag dem "trend" auf Anfrage nicht bekannt geben.

Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402

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