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WirtschaftsBlatt Kommentar vom 19.2.2007: Abschied von den bösen" Heuschrecken - von Angelika Kramer
Die Wir-sind-die-Guten-die-die-Bösen-Masche" zieht nicht mehr
Wien (OTS) - Die wollen einfach nur Profit machen und betrachten
uns als Spielwiese, so ähnlich lauten die Wehklagen der Bank Austria
über die Begehrlichkeiten der an der Bank beteiligten Hedge Fonds.
Die Rollenverteilung ist also ganz klar: Auf der einen Seite die gute
alte Hausbank
BA-CA, die sich seit Jahren ausschliesslich um das Wohl ihrer Kunden
und Aktionäre kümmert, auf der anderen Seite die geldgierige
Heuschrecke, die lediglich zu ihrem eigenen Wohl abcashen will.
Genau das versucht uns die BA-CA glauben zu machen. Wie aber verhält
es sich wirklich? Ja, es stimmt, die Hedge Fonds Polygon und
Konsorten wollen Gewinn machen, und das nicht zu knapp. Die Forderung
nach einem Barabfindungsangebot von 171 je Aktie bei einem aktuellen
Höchstkurs der Aktie von rund 137 kann sicher nicht als bescheiden
gewertet werden. Der Gewinn, den die Hedge Fonds aber bei einem
möglichst hohen Angebot erzielen, kommt im Idealfall wiederum deren
Kunden (also Versicherungen und Pen-
sionskassen) und deren Kunden (also einfachen Versicherungsnehmern
und Pensionisten) zugute. Der Vorwurf der BA-CA,
die bösen Hedge Fonds seien nur auf Profite aus, geht also ins
Leere, wenn man bedenkt, für
wen diese Profite letztendlich bestimmt sind.
Und ist es auf der anderen Seite tatsächlich so, dass je weniger die
UniCredit bzw. die Bank Austria ihren Aktionären an Abfindung
bezahlen muss, desto bessere Konditionen bietet sie ihren Kunden an?
Ganz sicher nicht! Die Differenz fliesst auch ganz sicher nicht in
den Ausbau des Stand-
ortes Österreich, denn dass hierzulande in grossem Stil Jobs abgebaut
werden sollen, ist mittlerweile hinlänglich bekannt.
Die Wir-sind-die-Guten-die- Hedge-Fonds-die-Bösen-Masche der BA-CA
zieht also bei genauer Betrachtung nicht. Österreichs Unternehmen
werden sich in Zukunft eine neue Strategie gegen derartig lästige
Aktionäre einfallen lassen müssen.
Denn sicher ist, dass der Einfluss der Heuschrecken auch in
Österreich, so wie in Deutschland, in den kommenden Jahren zunehmen
wird. Auch in unserem Nachbarland musste man mehrfach leidvoll zur
Kenntnis nehmen, dass Diskreditieren allein nicht der Weg zum Erfolg
ist. Vielleicht sollte man doch einmal in Erwägung ziehen, sich mit
den bösen Erpressern an den Tisch zu setzen, um gröberen
Image-Schaden vom Unternehmen und seinen Mitarbeitern abzuwenden.
Genau diese Lektion scheint die Bank Austria aber noch lernen zu
müssen.
Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 60 117/305 oder /280
http://www.wirtschaftsblatt.at
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