- 15.02.2007, 13:13:14
- /
- OTS0169 OTW0169
Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka: Positiver Fankultur eine Chance geben
Dialog "Fußball: Sport und Sicherheit" mit Experten und Vertretern der Bundesligavereine bringt wichtigen Impuls für Sicherheit in der Bundesliga
Wien, 15. Februar 2007 (OTS) - Für konkrete Vorschläge für mehr
Sicherheit in der österreichischen Bundesliga versuchte heute
Sport-Staatssekretär Dr. Reinhold Lopatka Vertreter aller 22
Bundesligavereine (Präsidenten, Sicherheits- und Fanbeauftragte) zu
gewinnen. "Österreichs Sportplätze sind nach menschlichem Ermessen
sicher, wir können Dank dieses wichtigen Informationsaustausches
weitere Impulse setzen", so Lopatka nach der zweieinhalbstündigen
Sitzung. "Die Diskussion über die Frage, ob wir im Fall des Falles
gerüstet sind, ist nicht nur erlaubt sondern auch notwendig", fasste
er die zahlreichen Diskussionsbeiträge zusammen. "Wir haben viele
Vorschläge gehört und können konkrete Impulse setzen. Sicherheit
braucht neben dem gut organisierten Einsatz der Exekutive eine
intensive Unterstützung durch und Koordinierung zwischen den Klubs.
Mit sozialpräventiven Maßnahmen und konkreten Fanprojekten ist die
Grundlage zu schaffen, um einer positiven Fankultur ein Chance zu
geben", so Lopatka. ****
Gerade punkto Sicherheits- und Ordnerschulungen, die von der
Bundesliga kostenlos angeboten werden, müssten die Vereine mehr
Engagement zeigen, betonte der Sportstaatssekretär. Dasselbe gelte
für eine effiziente Videoüberwachung und Sicherheitskontrollen. "Das
öffentliche Interesse rechtfertigt es, dass in Zukunft Richter im
Zuge eines Strafverfahrens bei Gewalttätern und Rowdies auch die
Verhängung eines Stadionverbotes aussprechen können", so Lopatka. Die
Anti-Rassismus- und Anti-Gewalt-Aktivitäten "Fair play" der
Organisation FARE, die schon in den letzten fünf Jahren mit 130.000
Euro seitens der Bundesregierung gefördert wurde, werden ausgebaut.
Lopatka will den Dialog mit den Bundesliga-Verantwortlichen zu einer
regelmäßigen Einrichtung machen. Am 24. März 2007 kommt er in Graz
das nächste Mal mit den Sicherheitsbeauftragten zusammen.
Die Sicherheitsexperten der Exekutive und der Bundesliga, Dr. Günther
Marek (Bundesministerium für Inneres) und Spielbetriebs-Vorstand
Thomas Zlabinger betonten, dass die Situation der Sicherheitslage im
österreichischen Vereins-Fußball nicht mit jener in Liegen wie in
Italien oder Deutschland vergleichbar ist. Was die Verhängung von
bundesweiten Stadionverboten betrifft, plädierten Marek und Zlabinger
für eine rigorosere Handhabe, wofür sich auch der Sportstaatssekretär
aussprach. In diesem Zusammenhang müsse es klare Richtlinien für die
Weitergabe von Daten an Exekutive und Justiz geben, auch bei der
Videoüberwachung. "Ziel muss sein, das Klubeignes Personal die
Videoanlagen bedient", so Zlabinger. Seitens der Fan-Community sprach
sich Reinhard Krennhuber, Chefredakteur des Fußballmagazins
"ballesterer", für eigene Fanbeauftragte und Fanprojekte aus, "das
verstärkt den Dialog von Fans und Polizei und hat sich bei der WM in
Deutschland bewährt".
Bundesliga-Vorstand Georg Pangl griff den Ball der
Sicherheitsexperten auf, "wir müssen eine konsequente Einhaltung von
Stadiensperren durchsetzen, damit meine 'Vision vom Zaunfreien
Stadion' wie in England auch in Österreich Realität wird". Dazu sei
viel Arbeit von Bundesliga und Vereinen, aber auch der Politik
notwendig. Sportstaatssekretär Lopatka wird soziale Maßnahmen und
Fan-Projekte mit den Landessportreferenten und Stadtgemeinden
besprechen, um den Klubs so die bestmögliche Unterstützung zu geben.
"Gewalt hat mit Fußball nichts zu tun und gegen sie ist in und
außerhalb dder Stadien vorzugehen. Wir müssen der positiven Fankultur
eine Chance geben, im Vordergrund steht das Positive, das ein
Millionen-Publikum vor dem Fernseher und in den Fußballstadien
weltweit Woche für Woche begeistert", so Lopatka abschließend.
Rückfragehinweis:
Roland Achatz Staatssekretariat für Sport Tel.: ++43 1 53 115 4036 Fax: ++43 1 53 115 4065 Handy: +43/664/6106308 E-Mail: roland.achatz@bka.gv.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | STS