- 13.02.2007, 09:54:32
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ÖZIV-Voget: Bartensteins Pflegemodell lässt viele Fragen offen
Die Vielschichtigkeit des Problems lässt sich nur durch die umfassende Einbeziehung der Betroffenen wirklich lösen!
Wien (OTS) - Klar äußert sich Dr. Klaus Voget, Präsident des ÖZIV,
in der Sendung "Offen gesagt" zum Thema Pflegemodell. Er fordert die
Verantwortlichen auf, ein Modell zu entwickeln, dass die Vielfalt
dieses Problems entsprechend berücksichtigt. Um den Betroffenen eine
selbstbestimmte, ihren Bedürfnissen entsprechende Lebensführung zu
ermöglichen, wie dies auch im Pflegegeldgesetz unmissverständlich
vorgesehen ist, braucht es differenzierte Ansätze. Der Vorschlag des
Wirtschaftsministers lässt viele Fragen offen. Sind Hilfskräfte um
dieses Geld wirklich zu haben? Was passiert, wenn spätestens 2011 der
EU-Arbeitsmarkt endgültig liberalisiert ist? Wie sollen die
Betroffenen einen monatlichen Betrag von Euro 3.000,-- aufbringen,
wenn der sich aus dem Pflegegeld ergebende Stundensatz zwischen Euro
2,19 und Euro 6,5 liegt?
Ein tragfähiges Modell der Pflegesicherung muss auf eine
zukunftsfähige finanzielle Basis gestellt werden. Voget warnt daher
davor, dass der Ball nun zwischen Bund und Ländern hin und her
geschoben wird, weil zwar alle von Qualität und flächendeckender
Versorgung reden, sich aber keiner zuständig fühlt, wenn es um das
Problem der Finanzierung geht. Bis zu 3.000 Euro entsprechen in etwa
jenen Ausgaben, welche die Länder für Heimunterbringungen zahlen. Es
wäre daher nicht nachvollziehbar, wenn den Ländern die Integration in
die Gesellschaft durch die Betreuung zu Hause und durch die
Unterstützung der pflegenden Angehörigen nicht ebensoviel wert wäre.
In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der ehemalige
Pflegeombudsmann, Dr. Werner Vogt. Er tritt für eine deutliche
Anhebung des Pflegegeldes ein, weil es nicht angeht, dass das Thema
"Alt werden" ein ökonomisches Problem ist, das im Moment oftmals mit
"Verelenden" gleichzusetzen ist.
Voget und Vogt treten dafür ein, dass die derzeit im
Familienverband erbrachten Leistungen (rund 80 % der Gesamtleistung)
mehr gewürdigt und unterstützt werden müssen, da das System ansonsten
wirklich zusammenbricht.
"Im Regierungsprogramm steht, dass jeder Betreuungs- bzw.
Pflegebedürftige die bestmögliche Form der Betreuung nach seinen
Vorstellungen erhalten soll. Daher gehe ich davon aus, dass die
Betroffenen in der weiteren Debatte rechtzeitig einbezogen werden,
damit das zu schaffende Modell sich wirklich an den Bedürfnissen
derer orientiert, um die es eigentlich geht!", resümiert Voget
abschließend.
Rückfragehinweis:
ÖZIV - Österreichischer Zivil-Invalidenverband
Tel.: 01/513 15 35
www.oeziv.at
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