• 12.02.2007, 16:00:00
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"KURIER"-Kommentar: Margaretha Kopeinig über die Anbindung des Balkans an die EU

Will die EU am Balkan nicht wieder scheitern, muss sie die Region rasch integrieren.

Wien (OTS) - Tote im Kosovo und Chaos in Serbien: Die
Außenpolitik der EU steht seit dem Beginn des Zerfalls
Jugoslawiens vor 17 Jahren, dem Ende des Genozids und der
Massenvertreibungen an Albanern durch serbische Soldaten mittels
NATO-Bomben 1999 vor ihrer größten Herausforderung. Die
Balkanpolitik der EU ist eine Chronologie des Scheiterns, eine
Abfolge von Missverständnissen, nationaler Egoismen und
Unfähigkeit. Nach diesen Erfahrungen und dem diplomatischen
Debakel der Europäer im Irak-Krieg kann man von den Außenministern
erwarten, dass sie aus alten Fehlern lernen.
Statt die Zügel in den vergangenen Jahren fest in die Hand zu
nehmen, hat die EU im Kosovo gezahlt und geschwiegen, den Serben
gegenüber gedroht. Will sie vor der schwierigen Entscheidung über
den Kosovo-Status nicht zwischen Russland und den USA zerrieben
werden, muss die EU jetzt Flagge zeigen: Es ist richtig, mit
Belgrad rasch ein Assoziations- und Partnerschaftsabkommen zu
verhandeln, die pro-europäischen Kräfte zu stärken und das absurde

Visa-Regime zu lockern.   Die  Auslieferung des mutmaßlichen
Kriegsverbrechers Ratko Mladic wird sich dann von selbst
ergeben.

Es gibt für die Union vis-à-vis Serbien, dem Kosovo und dem
gesamten Balkanraum nur eine Strategie: Konfliktlösung durch
Integration und Europäisierung. Gelingt das, wird der Vorhof der
EU auf Dauer befriedet - und die Außenpolitik kann einen Erfolg
verbuchen.

Rückfragehinweis:
KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
[email protected]
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