"KURIER"-Kommentar: Margaretha Kopeinig über die Anbindung des Balkans an die EU

Will die EU am Balkan nicht wieder scheitern, muss sie die Region rasch integrieren.

Wien (OTS) - Tote im Kosovo und Chaos in Serbien: Die Außenpolitik der EU steht seit dem Beginn des Zerfalls Jugoslawiens vor 17 Jahren, dem Ende des Genozids und der Massenvertreibungen an Albanern durch serbische Soldaten mittels NATO-Bomben 1999 vor ihrer größten Herausforderung. Die Balkanpolitik der EU ist eine Chronologie des Scheiterns, eine Abfolge von Missverständnissen, nationaler Egoismen und Unfähigkeit. Nach diesen Erfahrungen und dem diplomatischen Debakel der Europäer im Irak-Krieg kann man von den Außenministern erwarten, dass sie aus alten Fehlern lernen.
Statt die Zügel in den vergangenen Jahren fest in die Hand zu nehmen, hat die EU im Kosovo gezahlt und geschwiegen, den Serben gegenüber gedroht. Will sie vor der schwierigen Entscheidung über den Kosovo-Status nicht zwischen Russland und den USA zerrieben werden, muss die EU jetzt Flagge zeigen: Es ist richtig, mit Belgrad rasch ein Assoziations- und Partnerschaftsabkommen zu verhandeln, die pro-europäischen Kräfte zu stärken und das absurde

Visa-Regime zu lockern. Die Auslieferung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladic wird sich dann von selbst ergeben.

Es gibt für die Union vis-à-vis Serbien, dem Kosovo und dem gesamten Balkanraum nur eine Strategie: Konfliktlösung durch Integration und Europäisierung. Gelingt das, wird der Vorhof der
EU auf Dauer befriedet - und die Außenpolitik kann einen Erfolg verbuchen.

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