- 08.02.2007, 08:00:00
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Neue Studie des Instituts für Jugendkulturforschung zeigt Österreichs Jugend fernab von Multi-Kulti-Romantik - Frauenfrage liefert Stoff für Integrationskonflikte
Wien (OTS) - Das Verhältnis österreichischer 11- bis 18-Jähriger
zu jungen MigrantInnen charakterisiert sich durch "geteilte Toleranz"
- zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Jugendkulturforschung in
seiner aktuellen "elf/18-Jugendstudie".
Türkische Jugendliche der 2. Generation sind aus Sicht der
Befragten in vielerlei Hinsicht anders als österreichische
Jugendliche: vor allem in Bezug auf die Bedeutung, die sie der
Religion beimessen, in ihrem Geschlechterrollenverständnis, was
Familiensinn, aber auch was den Kleidungsstil, Musikgeschmack oder
die Ess- und Trinkkultur betrifft. Diese wahrgenommene kulturelle
Differenz wird von den Befragten aber nicht automatisch negativ
gewertet. U.a. herrscht in Bezug auf die Religion ein hohes Maß an
interkultureller Toleranz: 7 von 10 Jugendlichen meinen, dass
türkische Jugendliche der Religion in ihrem Alltag einen anderen,
höheren Stellwert geben als österreichische Jugendliche. Jedoch nur
rund ein Drittel davon vertritt die Ansicht, dass sich die jungen
TürkInnen hier an die weltlich orientierten ÖsterreicherInnen
anpassen sollten.
Wie die Studie zeigt, endet die interkulturelle Toleranz der
österreichischen Jugend allerdings dort, wo es um die Rolle der Frau
geht - und zwar unabhängig von Geschlecht oder Parteienpräferenz der
Befragten. "Die Frauenfrage ist aus Sicht der Jugendlichen ein
Knackpunkt für Integrationskonflikte", so Studienleiterin Dr. Beate
Großegger. "Auch wenn es gesellschaftliche Realität ist, dass Frauen
und Männer in vielen Lebensbereichen hierzulande nach wie vor mit
zweierlei Maß gemessen werden, sehen österreichische Jugendliche
Gleichberechtigung als einen Grundwert und Identitätsmarker
westlicher Kulturen an: Zwei Drittel der 15- bis 18-Jährigen meinen,
dass türkische Jugendliche der 2. Generation in Bezug auf ihre
Einstellung zur Gleichberechtigung der Frauen anders seien, und über
80% davon vertreten die Ansicht, dass sich die 2. Generation, was ihr
Rollenverständnis betrifft, in jedem Fall an die Aufnahmegesellschaft
anpassen sollte."
Interessantes Detail der Studie: Jugendliche, die Kontakt zu
türkischen Jugendlichen haben, nehmen kulturelle Unterschiede
insgesamt stärker wahr als jene, die keine türkischen Jugendlichen
kennen, und fordern insbesondere, was die Einstellung zu Sexualität
betrifft, auch in höherem Maße kulturelle Anpassungsleistungen von
der 2. Generation.
Rückfragehinweis:
Institut für Jugendkulturforschung, Tel. 01/532 67 95
Internet: www.jugendkultur.at
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