Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: Noch immer und immer wieder (von Claudia Grabner)

Ausgabe, 31. Jänner 2007

Klagenfurt (OTS) - Österreich rackert sich ab mit seiner Vergangenheit. Noch immer. Schon wieder. Immer wieder. Mehr als 60 Jahre nach dem entsetzlichsten Kapitel unserer Geschichte ist die Politik unfähig, Nachwehen und Nachläufer des verbrecherischen Regimes im Keim zu ersticken. Unfähig, braune Nostalgieverdreher unmissverständlich in die Schranken zu weisen.
Unfähig, individuelle Befindlichkeit nicht zum alles beherrschenden Thema hinaufzuzögern.

Österreich quält sich mit der Vergangenheit eines FPÖ-Chefs, der jetzt - in Verteidigungsnöten - ein "aufrechter Demokrat" sein will und gelobt, hinter Rechtsstaat und Verfassung zu stehen. No na. Warum, bitte, muss ein Vorsitzender einer Elf-Prozent-Partei sich explizit zum Grundprinzip der Demokratie bekennen? Weshalb muss ein gewählter Volksvertreter seine aufrechte Haltung zum Rechtsstaat erklären? Vor allem:
Warum sind uns das National- ratssitzungen, Umfragen, Seiten an Berichterstattung und TV-Schlagzeilen wert? Weshalb beherrscht das geschichtliche Unverständnis von Gestrigen die Zukunft unseres Landes?

Österreich hätte sich die Zukunft verdient. Mehr noch: "Es ist Zeit, sie endlich anzupacken. Ihre Herausforderungen verlangen Kraft, den Blick nach vorne und Visionen. Aber: Noch hat die Politik keine Zeit dafür ...

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