• 30.01.2007, 21:29:16
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Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: Noch immer und immer wieder (von Claudia Grabner)

Ausgabe, 31. Jänner 2007

Klagenfurt (OTS) - Österreich rackert sich ab mit seiner
Vergangenheit. Noch immer. Schon wieder. Immer wieder. Mehr als 60
Jahre nach dem entsetzlichsten Kapitel unserer Geschichte ist die
Politik unfähig, Nachwehen und Nachläufer des verbrecherischen
Regimes im Keim zu ersticken. Unfähig, braune Nostalgieverdreher
unmissverständlich in die Schranken zu weisen.
Unfähig, individuelle Befindlichkeit nicht zum alles beherrschenden
Thema hinaufzuzögern.

Österreich quält sich mit der Vergangenheit eines FPÖ-Chefs, der
jetzt - in Verteidigungsnöten - ein "aufrechter Demokrat" sein will
und gelobt, hinter Rechtsstaat und Verfassung zu stehen. No na.
Warum, bitte, muss ein Vorsitzender einer Elf-Prozent-Partei sich
explizit zum Grundprinzip der Demokratie bekennen? Weshalb muss ein
gewählter Volksvertreter seine aufrechte Haltung zum Rechtsstaat
erklären? Vor allem:
Warum sind uns das National- ratssitzungen, Umfragen, Seiten an
Berichterstattung und TV-Schlagzeilen wert? Weshalb beherrscht das
geschichtliche Unverständnis von Gestrigen die Zukunft unseres
Landes?

Österreich hätte sich die Zukunft verdient. Mehr noch: "Es ist
Zeit, sie endlich anzupacken. Ihre Herausforderungen verlangen Kraft,
den Blick nach vorne und Visionen. Aber: Noch hat die Politik keine
Zeit dafür ...

Rückfragehinweis:

Neue Kärntner Tageszeitung
   Viktringer Ring 28
   9020 Klagenfurt
   
   Mag. Claudia Grabner
   Tel.: 0463/5866-532
   E-Mail: [email protected]

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