Fasslabend: Ein guter Moment, um Abschied zu nehmen

Langjähriger ÖVP-Politiker verlässt das Hohe Haus

Wien (ÖVP-PK) - Im Rahmen der heutigen Sitzung des Nationalrates hielt der ehemalige Verteidigungsminister, Dritte Nationalratspräsident und langjährige ÖVP-Abgeordnete Dr. Werner Fasslabend seine Abschiedsrede. "Seit meiner ersten Angelobung im Jänner 1987 sind 20 Jahre vergangen. Jetzt ist eine neue Regierung auf breiter Basis im Amt und das ist ein guter Moment, um persönlich vom Hohen Haus Abschied zu nehmen und für Jüngere Platz zu machen. Ich tue das mit einer gewissen Wehmut, aber vor allem in dem Bewusstsein, dass dies wohl ein Abschied aus dem Parlament, nicht aber aus der Politik ist", sagte Fasslabend. ****

In einer Rückschau erinnerte sich Fasslabend an seine politischen Schwerpunkte, die von der Umweltpolitik über die Verkehrspolitik bis zur Sozialpolitik und dem eigenen persönlichen Schwerpunkt der Sicherheits- und Verteidigungspolitik reichten. "Für mich war es in der Politik immer das Wichtigste, dass die Menschen Arbeit haben, vor allem die Schulabgänger", sagte Fasslabend, der darauf viel Zeit und Energie verwendet hat. Auch die Altersteilzeitregelung sei auf seinem Schreibtisch entstanden. "Es gab viele schöne Momente, es war eine fruchtbare Zeit und ich hatte Gelegenheit, zu sehen, dass aus einer Idee auch etwas werden kann."

In besonderer Weise erinnerte sich Fasslabend an sein Jahrzehnt als Verteidigungsminister. "Nicht nur die Sicherheit für die Menschen an sich, sondern die vorausschauende Beantwortung von Sicherheitsfragen waren dabei für mich von besonderem Interesse. Das führte zu einer Reihe von Beschaffungen", bezog sich Fasslabend darauf, dass in den achtziger Jahren Österreich "wohl als einzige Armee der Welt" keine Lenkwaffen besaß.

Ein "herzliches Dankeschön" richtete Fasslabend an alle, "die mir in all den Jahren geholfen haben". Dies ging vor allem an seine Mitarbeiter und Kollegen, aber auch an die ÖVP-Parteiobmänner Josef Riegler, Alois Mock und Wolfgang Schüssel. "Schüssel ist einer der größten Politiker Österreichs seit Beginn der Republik. Er hat die Weichen gestellt, dass wir für das 21. Jahrhundert fit sind. Von ihm kann man viel profitieren", sprach Fasslabend das Bewusstsein an, für die Zukunft zu arbeiten und zu denken.

In seiner künftigen Arbeit außerhalb des Hohen Hauses werden sicherheitspolitische Fragen und die Frage der Demographie einen hohen Stellenwert haben, sagte Fasslabend und erinnerte daran, dass in Österreich "ein Drittel zu wenig Kinder geboren werden."

Abschließend sprach Fasslabend den Wunsch an die Abgeordneten aus, "selbst in Wahlkampfzeiten den Kontakt zu den anderen Fraktionen zu suchen und zu finden", so wie er selbst es immer gehalten habe. "Es ist wichtig, Position zu beziehen. Aber noch wichtiger, Polarisierungen zu verhindern. Das wäre der beste Dienst an unserer Heimat Österreich und seiner Bevölkerung", schloss Fasslabend. (Schluss)

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