Schöls zu ÖGB-Konflikt: "Mitglieder werden darunter nicht leiden!"

GÖD hat 17 % der ÖGB-Mitglieder, zahlt aber 30 % ÖGB-Kosten

St.Pölten (OTS) - "Ich bedanke mich bei den Mitgliedern und Funktionären für die Geduld, die sie in den vergangenen Jahre aufgebracht und dem ÖGB trotz BAWAG und Karibik die Treue gehalten haben." Das stellte der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst NÖ, Alfred Schöls, Sonntagabend bei der ORF-TV-Sendung "offen gesagt" an die Spitze seiner Ausführungen. Zugleich leuchtete er die Hintergründe für die jüngsten Vorfälle beim ÖGB-Kongress aus und betonte, dass "die Mitglieder darunter nicht leiden werden!" Schöls kritisierte, dass jetzt "viele wie der Blinde von der Farbe reden" und strich daher die "sehr diffizile Mitgliederbetreuung der GÖD" hervor, welcher die hohe Organisationsdichte von 80-90 % zu verdanken ist. "Wir tun was - vor allem vor Ort!" Die GÖD stelle 17 Prozent der ÖGB-Mitglieder, trage aber 30 % der Kosten der ÖGB-Zentrale.

"War nicht da" gilt nicht als Ausrede für Neugebauer-Nichtwahl

Der Politikwissenschaftler Prof. Ferdinand Karlhofer meinte, die Nichtwahl Neugebauers sei "deutlich eine Motivengeschichte". Hier hakte auch Schöls ein: Neugebauer sei "als Mitglied der parlamentarischen Versammlung des Europarates in Strassburg" und nicht wegen einer Parteifunktion absent gewesen. Überdies war auch die ÖGB-Pensionistenvertreterin beim ÖGB-Kongress entschuldigt, wurde aber mit über 90 % gewählt. Man könne es sich daher "nicht so einfach machen mit der Ausrede: War nicht da!"

BAWAG: "Nichts gegen die Fähigen, aber gegen die zu allem Fähigen!"

Schöls, der zu dieser Sendung in seiner Funktion als Ländersprecher der Christgewerkschafter eingeladen war, gab sich zuversichtlich betreffend die ÖGB-Reform: "Wir sind noch nicht am Ende des Weges!" Im Zusammenhang mit der Entwicklung der GÖD zu einem ÖGB-Zweigverein verwies der GÖD NÖ-Vorsitzende auf das "BAWAG-Debakel, wo wir gesehen haben, wie schlecht die Kontrolle im ÖGB ist." In Richtung Elsner & Co meinte er: "Wir haben nichts gegen die Fähigen, aber gegen die zu allem Fähigen!" (schluss)

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