- 28.01.2007, 17:00:00
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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Schreck-Tage" (Von Kurt Horwitz)
Ausgabe vom 29.01.2007
Wien (OTS) - Eine Schrecksekunde kann man das nicht gerade nennen:
FPÖ-Chef Heinz Christian Strache braucht Tage, um sich eine Erklärung
zum Nationalsozialismus abzuringen.
Die Schreck-Tage nach der Veröffentlichung zweideutiger Fotos sind
verständlich. Strache sitzt zwischen zwei Sesseln.
Distanziert er sich von den Neonazis, so brüskiert er die
Ewig-Gestrigen in seiner Partei. Die könnten sich gleich doppelt
rächen: Erstens, indem sie ihn nicht mehr wählen. Und zweitens durch
die Veröffentlichung von Fotos, die womöglich noch ganz andere Szenen
zeigen als einen Gruß, wie er auch unter Neonazis üblich ist.
Distanziert sich Strache aber nicht, so stellt er sich außerhalb des
Verfassungsbogens, wie Andreas Khol einmal gesagt hat. Wolfgang
Schüssel hat das bei Jörg Haider nicht weiter gestört. Ohne den
Ex-Kanzler an der Spitze würde die ÖVP aber vermutlich - nein:
hoffentlich - genug Anstand haben, sich glaubwürdig von der
Strache-FPÖ abzugrenzen.
Damit würde aber auch der anderswo übliche und wünschenswerte Wechsel
zwischen konservativ-liberalen Rechts- und rot-grünen
Links-Regierungen unmöglich. Parteiführer wie Heinz Christian Strache
stehen damit leider nicht nur sich selbst, sondern auch einer
lebendigen Demokratie im Wege.
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