Pirklhuber: Biolandbau hat positive Klima-Effekte - Humusaufbau ist Klimachance

Grüne: Regierungsprogramm für den Biolandbau wenig ambitioniert

Wien (OTS) - "In der österreichischen Strategie für den Klimaschutz muss eine stärkere Berücksichtigung des Biolandbaus als Lösungsansatz stattfinden, denn der Biolandbau wirkt dem Klimawandel effektiv und nachweislich entgegen", fordert Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen.
"Die Landwirtschaft ist nicht nur Opfer, sondern auch Verursacherin des Klimawandels. Von den Milliarden Tonnen CO2, die weltweit jährlich in die Luft geblasen werden, gehen immerhin 15 Prozent auf das Konto der Intensiv-Landwirtschaft. Bio-Bäuerinnen und -Bauern sparen gegenüber der konventionellen Landwirtschaft 60 Prozent der CO2-Emissionen ein, weil sie auf chemische Düngemittel verzichten und in weitaus höherem Maße eigene Futtermittel einsetzen", erläutert Pirklhuber.

Kritik üben die Grünen am wenig ambitionierten Ziel des ÖVP-SPÖ-Regierungsprogramms, das lapidar von einem Ausbau des Biolandbaus spricht, ohne konkrete Ziele, Maßnahmen oder Budgetzahlen anzugeben. "Dies zeugt von einem geringen ökologischen Bewusstsein, denn schließlich ist die im Biolandbau praktizierte Wirtschaftsweise neben der Produktion hochwertiger und gesunder Lebensmittel dafür verantwortlich, dass über hohe Humusgehalte in Böden in großem Maße CO2 aus der Luft gebunden werden kann", erklärt Pirklhuber.

Eine Untersuchung der Universität Graz ergab, dass das bisher ausgestoßene CO2 in etwa 100 Jahren wieder in den Böden gebunden werden könnte, wenn weltweit ausschließlich Biolandbau betrieben würde. Studien belegen, dass der Biolandbau durch seinen Verzicht auf mineralische Düngemittel mit jährlich insgesamt 6,6 GJ je Hektar auskommt, während die konventionelle Landwirtschaft mit ungefähr 20 GJ je Hektar etwa dreimal mehr Energie verbraucht.

"Mit dem offensiven Ausbau des Biolandbaus steht uns ein effizientes Werkzeug zur CO2-Einsparung zur Verfügung, es muss nur global eingesetzt werden", so Pirklhuber, der Bundesminister Pröll auffordert, die Bedeutung des Biolandbaus für den Klimaschutz endlich anzuerkennen und im Agrarumweltprogramm (ÖPUL) diese ökologischen Leistungen deutlich stärker als bisher honorieren. Mit einem Initiativantrag, der am 30. Jänner im Plenum des Nationalrates das erste Mal debattiert werden soll, will Pirklhuber die anderen Parteien dazu gewinnen, den Biolandbau im österreichischen Landwirtschaftsgesetz zum agrarpolitischen Leitbild zu erklären.

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