• 28.01.2007, 09:00:00
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"trend": Eigentümerstreit rund um FACC

Landeshauptmann Pühringer und RLB-Boss Scharinger wollen als stille Gesellschafter einsteigen, Androsch ist dagegen

Wien (OTS) - Der Eigentümerstreit um den oberösterreichischen
Flugzeugzulieferer FACC erreicht einen neuen Höhepunkt, berichtet das
Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner Dienstag erscheinenden Ausgabe.
Der Industrielle Hannes Androsch urgiert, dass Zusagen rund um den
Bau des neuen Werks IV nicht eingehalten werden. Bekanntlich hat
Oberösterreich den Standortwettbewerb gegen die Steiermark gewonnen.
Dabei, so Androsch, sei von einer direkten Beteiligung des Landes in
Höhe von zwölf Millionen Euro die Rede gewesen: "Nun sind es
plötzlich zwei Millionen weniger. Das entspricht nicht dem, was
vereinbart war."
Außerdem drücke sich die Landesregierung vor einer direkten
Beteiligung. Stattdessen sollen die im Landeseigentum befindliche
Energie AG mit drei Millionen sowie Ludwig Scharinger über die RLB
Oberösterreich mit vier Millionen und deren Tochter Hypobank mit
weiteren drei Millionen Euro als stille Gesellschafter einsteigen.
Doch diese Idee seines Kompagnons Scharinger (Androsch und Scharinger
halten über die Salinen zusammen 47,5 Prozent an FACC, weitere 47,5
Prozent entfallen auf die Schifabrik Fischer) käme zu teuer, poltert
Androsch im "trend": "Eine Fremdfinanzierung wäre um die Hälfte
billiger. Das kann doch nicht sein, dass wir stille Gesellschafter in
die FACC hereinnehmen, und dann bekommen die Hauptaktionäre keine
Dividende, während die stillen Gesellschafter eine garantierte
Fixverzinsung haben."
Allerdings zeigt auch Energie-AG-Chef Leopold Windtner nicht allzu
viel Freude über das Investment, zu dem ihn seine Eigentümer
vergattern wollen: "Wir befinden uns selbst in Verhandlungen über die
Hereinnahme eines strategischen oder eines Finanzinvestors
beziehungsweise einen Börsegang. Und da muss man Themen wie eine
branchenfremde Beteiligung rechtfertigen können. Das versuchen wir,
indem wir mit der FACC auch über einen langjährigen
Energielieferbezug verhandeln."
Die FACC, die zur Zeit ohnehin unter der Krise bei Airbus leidet
und möglicherweise auch von einem verspäteten Produktionsstart des
787 Dreamliners von Boeing getroffen wird, kommen diese neuerlichen
Querelen zur Unzeit. Bezüglich der Finanzierung für das Werk IV prüft
FACC-Chef Walter Stephan nun, was eine Fremdfinanzierung kosten
würde. Und er hofft immer noch auf ein Einlenken des Landes. Doch
Landeshauptmann Josef Pühringer bleibt hart. Über seinen Büroleiter
lässt er ausrichten: "Eine Direktbeteiligung des Landes wird es nicht
geben, davon war auch nie die Rede. Es gibt nur das Angebot, dass
sich drei Landesbetriebe beteiligen."

Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402

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