"trend": Eigentümerstreit rund um FACC

Landeshauptmann Pühringer und RLB-Boss Scharinger wollen als stille Gesellschafter einsteigen, Androsch ist dagegen

Wien (OTS) - Der Eigentümerstreit um den oberösterreichischen Flugzeugzulieferer FACC erreicht einen neuen Höhepunkt, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner Dienstag erscheinenden Ausgabe. Der Industrielle Hannes Androsch urgiert, dass Zusagen rund um den Bau des neuen Werks IV nicht eingehalten werden. Bekanntlich hat Oberösterreich den Standortwettbewerb gegen die Steiermark gewonnen. Dabei, so Androsch, sei von einer direkten Beteiligung des Landes in Höhe von zwölf Millionen Euro die Rede gewesen: "Nun sind es plötzlich zwei Millionen weniger. Das entspricht nicht dem, was vereinbart war."
Außerdem drücke sich die Landesregierung vor einer direkten Beteiligung. Stattdessen sollen die im Landeseigentum befindliche Energie AG mit drei Millionen sowie Ludwig Scharinger über die RLB Oberösterreich mit vier Millionen und deren Tochter Hypobank mit weiteren drei Millionen Euro als stille Gesellschafter einsteigen. Doch diese Idee seines Kompagnons Scharinger (Androsch und Scharinger halten über die Salinen zusammen 47,5 Prozent an FACC, weitere 47,5 Prozent entfallen auf die Schifabrik Fischer) käme zu teuer, poltert Androsch im "trend": "Eine Fremdfinanzierung wäre um die Hälfte billiger. Das kann doch nicht sein, dass wir stille Gesellschafter in die FACC hereinnehmen, und dann bekommen die Hauptaktionäre keine Dividende, während die stillen Gesellschafter eine garantierte Fixverzinsung haben."
Allerdings zeigt auch Energie-AG-Chef Leopold Windtner nicht allzu viel Freude über das Investment, zu dem ihn seine Eigentümer vergattern wollen: "Wir befinden uns selbst in Verhandlungen über die Hereinnahme eines strategischen oder eines Finanzinvestors beziehungsweise einen Börsegang. Und da muss man Themen wie eine branchenfremde Beteiligung rechtfertigen können. Das versuchen wir, indem wir mit der FACC auch über einen langjährigen Energielieferbezug verhandeln."
Die FACC, die zur Zeit ohnehin unter der Krise bei Airbus leidet und möglicherweise auch von einem verspäteten Produktionsstart des 787 Dreamliners von Boeing getroffen wird, kommen diese neuerlichen Querelen zur Unzeit. Bezüglich der Finanzierung für das Werk IV prüft FACC-Chef Walter Stephan nun, was eine Fremdfinanzierung kosten würde. Und er hofft immer noch auf ein Einlenken des Landes. Doch Landeshauptmann Josef Pühringer bleibt hart. Über seinen Büroleiter lässt er ausrichten: "Eine Direktbeteiligung des Landes wird es nicht geben, davon war auch nie die Rede. Es gibt nur das Angebot, dass sich drei Landesbetriebe beteiligen."

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