"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Gar nichts verstanden" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 26. Jänner 2007

Wien (OTS) - Wer hätte das geglaubt? Der Gewerkschaftsbonze, der viele Ämter bekleidet, aber keinen Bezug zur Wirklichkeit hat, ist noch immer da. Mit dem Abgang von Fritz Verzetnitsch und Günther Weninger hatte man ja geglaubt, es gebe ihn nicht mehr; doch nein, Fritz Neugebauer lehrt, dass das ein Trugschluss gewesen ist.
Der Chef der Beamtengewerkschaft, des ÖAAB und ÖVP-Nationalratsabgeordnete wurde nicht in den ÖGB-Vorstand gewählt. Die Gründe waren verständlich: Neugebauer war dem entscheidenden Gewerkschaftskongress ferngeblieben, hatte sich zuletzt überhaupt gegen die Gesamtgewerkschaft gestellt, etc.

Wäre Neugebauer ein Politiker des 21. Jahrhunderts, er würde das Votum demütig zur Kenntnis nehmen und schweigen. Tatsächlich poltert er, das Wahlergebnis sei auf eine "konzertierte Aktion" sozialistischer Funktionäre gegen die Beamtenvertreter zurückzuführen. Das ist Unsinn: Wenn dem so wäre, sein ÖVP-Kollege Norbert Schnedel wäre etwa nicht mit Zweidrittelmehrheit zum ÖGB-Vizepräsidenten gekürt worden. Nein, Neugebauer wurde schon allein bestraft.

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