• 23.01.2007, 10:05:21
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Sima: Klimaschutz im Inland als Jobmotor nutzen!

Wien spart jährlich 2,4 Mio. t CO2 ein!

Wien (OTS) - Ganze 2,4 Mio. Tonnen CO2 spart die Stadt Wien durch
die Maßnahmen im Klimaschutzprogramm (KliP) jährlich ein.
"Klimaschutzmaßnahmen sind angesichts des globalen Klimawandels das
Gebot der Stunde - und sie sind zugleich eine enorme Chance für den
heimischen Arbeitsmarkt", betont SPÖ-Umweltstadträtin Ulli Sima. So
wird in Wien beispielsweise seit Jahren die thermische
Wohnhaussanierung forciert, mittels THEWOSAN werden alte,
"energiefressende" Wohnbauten thermisch saniert, die Investitionen in
den Bereichen Wärmedämmung und Wohnhaussanierung sichert Wien damit
rund 2.000 Arbeitsplätze pro Jahr. Die Sanierung von 137.360
Wohnungen zwischen 1990 und 2005 entlastet das Klima um jährlich
216.500 t CO2. "Dieses enorme Potential muss bundesweit genützt
werden anstatt zur Erreichung der international verpflichtenden
Klimaschutzziele nur auf den Ankauf von CO2-Zertifikaten im Ausland
zu setzen", so Sima am Dienstag.

Neben der thermischen Wohnhaussanierung konnte Wien die größten
Erfolge in den Bereichen Fernwärmeausbau, Effizienzsteigerungen in
den Kraftwerken, sowie Ausbau des öffentlichen Verkehrs erzielen.****

Mit dem kürzlich in Betrieb genommenen weltgrößten
Wald-Biomassekraftwerk Simmering werden fossile Brennstoffe von rund
72.000 Tonnen Steinkohle oder 47.000 Tonnen Heizöl oder 40.000 Tonnen
Erdgas eingespart. Dieses Kraftwerk wird eine Reduktion von jährlich
zusätzlichen 144.000 Tonnen CO2-Emissionen in Wien bringen.

Bei Erneuerbarer Energie für Strom und Fernwärme ist Wien seit
Jahren vorbildlich. Zu den zahlreichen Anlagen, wie
Photovoltaikanlagen, acht Windkraftanlagen, Kühlwasser-
Auslaufturbinenanlage Kraftwerk Simmering oder
Deponiegasverstromungsanlage Rautenweg kamen 2005 das
Kleinwasserkraftwerk Nußdorf und der Windpark Unterlaa hinzu. An der
Fortschreibung der aktiven Wiener Klimaschutzpolitik über das Jahr
2010 hinaus wird bereits intensiv gearbeitet, zunächst wird die
bisherige Umsetzung des "KliP I" evaluiert. Aufbauend auf den
Ergebnissen wird ein neues Paket an Klimaschutzmaßnahmen ("KliP II")
ausgearbeitet.

Solarinitiative "Sonne für Wien" auch 2007 fortgesetzt

Auch 2007 wird die bisher sehr erfolgreiche Solarinitiative
"Sonne für Wien" fortgesetzt. Ziel ist die gezielte Information über
Möglichkeiten und Förderungen der Solarenergie in Wien. Im Jahr 2005
wurden in Sachen Solarthermie 154 Förderanträge behandelt, 10 % mehr
als 2004. Insgesamt wurden 2.136,41 m2 Kollektorfläche installiert.
Das bedeutet ein Plus von 8,56 % gegenüber dem Jahr 2004. Besonders
wichtig ist in diesem Zusammenhang die Zunahme von Anlagen mit
Heizungseinbindung, durch die ein weit größerer Klimaschutzeffekt
erzielt werden kann als bei bloßer Warmwasserbereitung. Auch für die
Wirtschaft ist ein positiver Effekt zu verbuchen: Durch die
Ausschüttung von rund 440.000 Euro an Fördermitteln wurde ein
Investitionsvolumen von rund 1,8 Mio. Euro ausgelöst. "Im Jahr 2005
wurde die Fördersumme zur Jahresmitte verdoppelt, um alle Anträge
positiv behandeln zu können", so Sima. Damit konnten 289 Anträge zur
Solarförderung behandelt werden. Das bedeutet einen Anstieg von 89 %
gegenüber 2005. Stark nachgefragt waren im Jahr 2006 Anlagen zur
Warmwasserbereitung. Durch die Solarförderung wurde 2006 ein
Investitionsvolumen von rund 3 Mio. Euro ausgelöst.

Wärme im Kanal - bisweilen österreichweit einzigartig

Energiegewinnung aus dem öffentlichen Kanalnetz ist - in der
Betriebsaußenstelle Süd von Wien Kanal (MA 30) in Wien-Liesing -
bisweilen österreichweit einzigartig. Die Anlage zur Energiegewinnung
aus Abwasser liefert rund 190 Kilowattstunden (kWh) Heizleistung und
150 Kilowattstunden (kWh) Kühlleistung. Im Vergleich zu einer
konventionellen Ölheizung gleicher Leistung ,produziert die Anlage um
rund 80 Prozent weniger Treibhausgase. Die Reduktion des
Kohlendioxid-Ausstoßes beträgt zirka 47 Tonnen pro Jahr. Das Abwasser
im 2.300 Kilometer langen Wiener Kanalnetz weist im Jahresschnitt
eine Temperatur von 16 Grad Celsius auf. Selbst im Winter wird der
Wert von zwölf Grad nicht unterschritten. Verantwortlich dafür ist
etwa der Ablauf aus Duschen, Badewannen oder Geschirrspülern. Auf 30
Metern Länge wurde unter der Betriebsaußenstelle ein Wärmetauscher in
den dort verlaufenden Kanal eingebaut, eine Wärmepumpe nützt den
Temperaturunterschied zwischen Abwasser und Außenluft. Im Winter wird
dem fließenden Abwasser Wärme entzogen, um diese zur Beheizung des
Gebäudes und zur Warmwasseraufbereitung zu verwenden. Der umgekehrte
Effekt wird im Sommer zur Kühlung des Gebäudes genutzt.

"Global denken - lokal handeln" in Wien

"Wien zeigt, dass lokale Maßnahmen im Kampf gegen den
Klimawandel möglich und zielführend sind, Wien setzt seit Jahren eine
Vielzahl von Klimaschutzmaßnahmen in der Stadt, ganz im Sinne des
Grundsatzes 'Global denken - lokal handeln'. Österreich ist leider
Lichtjahre vom Kyoto-Ziel entfernt, der im Regierungsprogramm
festgeschriebene Energie- und Klimaschutzfonds im Umfang von 500
Millionen Euro sei dabei "ein Schritt in die richtige Richtung", so
die Wiener Umweltstadträtin: "Die Aktualisierung der nationalen
Klimastrategie, über deren Umsetzung dann jährlich Berichte
vorzulegen sein werden, ist aber noch überfällig. Sie muss jetzt
rasch erarbeitet werden und darf keinesfalls ein bloßer Papiertiger
bleiben - der Klimawandel ist auch in Österreich längst spürbar, ein
Zuwarten und Verschleppen ist unverantwortlich", so Sima
abschließend."

o Alle Informationen zum Klimaschutz in Wien auf
  www.wien.gv.at/umwelt/klimaschutz/

(Schluss) vor

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Anita Voraberger
Tel.: 4000/81 353
Handy: 0664/16 58 655
mailto:[email protected]

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