- 20.01.2007, 11:42:01
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Anschober: Überwältigende Mehrheit der OberösterreicherInnen fordert mehr Engagement für Klimaschutz
Umfrage: Grüne engagieren sich mit Abstand am meisten für Klimaschutz
Linz (OTS) - Der Klimaschutz wird von den OberösterreicherInnen
nach der immer extremer werdenden Witterung als das Hauptproblem
betrachtet, für deren Lösung sich die Politik stärker engagieren
muss.
Nach einer von den Grünen beim Linzer Meinungsforschungsinstitut
"market" in Auftrag gegebenen Umfrage sehen 91 Prozent der
OberösterreicherInnen in der Klimaveränderung ein zentrales Problem,
für dessen Lösung sich die Politik stärker engagieren muss. Lediglich
9 Prozent sehen dies nicht so.
Bei der Frage, welche Partei sich in Oberösterreich am stärksten für
die Begrenzung der Klimaveränderung engagiert, nennen zwei Drittel
die Grünen - lediglich 7 Prozent die ÖVP, 4 Prozent die SPÖ und 1
Prozent die FPÖ, niemand das BZÖ.
Anschober: "Dies beweist, dass es in der Bevölkerung eine enorme
Zustimmung
zu unserer Umwelt- und Klimaschutzpolitik gibt". Durch den von
Anschober initiierten Klimapakt zwischen Landesregierung und NGOs
arbeitet Oberösterreich seit Mai 2005 besonders konsequent für mehr
Klimaschutz.
Erste Erfolge stellen sich ein: bei der aktuellsten Klimastatistik
2004 konnten erstmals die CO2-Emissionen in Oberösterreich um 3,9
Prozent verringert werden, obwohl uns die Bundesregierungen seit
Jahren im Stich lassen und trotz dramatischer Zuwachsraten im
Verkehr.
Besonders erfolgreich ist dabei das Energiewendeprogramm von
Umweltlandesrat Anschober: so können etwa durch den geförderten
Pelletsheizungen in den kommenden 15 Jahren die CO2-Emissionen um 2,1
Millionen Tonnen abgesenkt werden.
Weitere konkrete Beispiele für die Verringerung von CO2-Emissionen
durch die neue Energiewendepolitik:
- Pelletsheizungsförderung
Ende des Jahres 2006 waren ca. 12.700 Pelletszentralheizungen in OÖ
installiert und damit führt Oberösterreich in diesem Segment den
Bundesländervergleich an.
Eine aktuelle Studie des Energieinstitutes der Universität Linz hält
deutlich die klimaschutztechnischen positiven Effekte der
Biomasseförderung fest. Eigene Berechnungen zeigen, dass die in den
Jahren 1997 bis 2006 installierten Anlagen in Oberösterreich bis
heute ca. 475.000 Tonnen CO2 eingespart haben, wenn davon ausgegangen
wird, dass als Alternative zu Pellets Heizöl eingesetzt worden wäre.
- Pilotprojekt Schwanenstadt:
Die Hauptschule in Schwanenstadt ist die erste Schulsanierung auf
Passivhausstandard in Europa. Durch die Sanierung kommt es zu einer
Energieeinsparung von 80% jährlich und einer CO2-Einsparung von 90%.
- Biomassekraftwerk der Linz AG
Hier wird seit 01. Februar 2006 Strom und Fernwärme für ca. 20.000
Ökostrom- und ca. 12.000 Biowärme-Haushalte erzeugt. So werden an die
50.000 t CO2/Jahr eingespart.
Zu deutlichen Verringerungen der CO2-Emissionen führen etwa auch die
neue Wohnbauförderung sowie die forcierte Umstellung auf
Bio-Landwirtschaft.
Klima-Sorgenkinder Verkehr und Bundespolitik
Das Hauptproblem des Klimaschutz in Oberösterreich ist mittlerweile
die Verkehrspolitik. Der Verkehr die Rekordzuwächse bei den
CO2-Emissionen zu verzeichnen: von 1990 bis 2004 sind in
Oberösterreich - stärker als in anderen Bundesländern - die
CO2-Emissionen um dramatische 95 Prozent gestiegen (davon rund 20
Prozent durch Tanktourismus).
Anschober: "Hier muss Verkehrslandesrat Haider gemeinsam mit
Verkehrsminister Faymann endlich aktiv werden - so wie es Energie,
Verkehr und die KonsumentInnen längst machen muss endlich auch der
Verkehr seine Hausaufgaben beim Klimaschutz erfüllen, sonst haben wir
überhaupt keine Chance die Klimaschutzziele zu erreichen."
Anschober hofft deshalb auf das von den Grünen initiierte
Gesamtverkehrskonzept, das derzeit im Landtag diskutiert wird und die
CO2-Emissionen aus dem Verkehr einfrieren soll.
Aber auch die Bundespolitik müsse endlich eine Klimaschutzoffensive
starten: die neueste bundesweite Klimaschutzstatistik des
Umweltbundesamtes von dieser Woche zeigt, dass die Emissionen
bundesweit weiter steigen, in der Kyotoperiode von 1990 bis 2005
liegt Österreich bereits um 31,4 Prozent über dem Kyotoziel (die
Kyotozielsetzung sieht eine Emissionsverringerung bis 2012 um 13
Prozent auf Basis des Jahres 1990 vor). Damit zählt Österreich zu den
drei Schlusslichtern in Europa und damit zu den drei größten
Klimasündern Europas.
Anschober: "Das ist ein wirtschaftliches Debakel, weil Österreich
Pönalezahlungen in der Größenordnung von 3 bis 4 Milliarden Euro
drohen. Das ist aber vor allem ein Debakel für die Zukunftssicherung,
denn die Klimaveränderung ist die elementarste Bedrohung unserer
Lebenssituation und vor allem jener der nächsten Generationen."
Anschober ist umso stärker vom Regierungsübereinkommen von SPÖ und
ÖVP
enttäuscht, weil dieses neuerlich keine umfassende
Klimaschutzoffensive beinhaltet: "Auch die neue Regierung droht damit
die wichtigste Zukunftsfrage weiterhin zu verschlafen. Das kann und
darf nicht Wirklichkeit werden, wir brauchen einen umfassenden
Neubeginn für den Klimaschutz in Österreich, dann werden wir auch in
Oberösterreich mehr Möglichkeiten für Emissionsverringerungen haben"
Die notwendigen Eckpfeiler der Klimaschutzoffensive der
Bundesregierung umreißt der OÖ. Umweltlandesrat und Landessprecher
der Grünen OÖ wie folgt:
- neues Ökostromgesetz nach dem Vorbild Deutschlands - bundesweites Energieeffizienzprogramm zur deutlichen Absenkung des Energieverbrauches - bundesweites Ökowärmeprogramm - neues Gesamtverkehrskonzept mit dem Leitziel, die CO2-Emissionen des Verkehrs auf jetzigem Stand einzufrieren
Rückfragehinweis:
Die Grünen Oberösterreich Mag. Dietmar Spöcker Pressereferent Tel.: 0664/831 75 35 mailto: [email protected] http://www.ooe.gruene.at
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