Anschober: Überwältigende Mehrheit der OberösterreicherInnen fordert mehr Engagement für Klimaschutz

Umfrage: Grüne engagieren sich mit Abstand am meisten für Klimaschutz

Linz (OTS) - Der Klimaschutz wird von den OberösterreicherInnen nach der immer extremer werdenden Witterung als das Hauptproblem betrachtet, für deren Lösung sich die Politik stärker engagieren muss.

Nach einer von den Grünen beim Linzer Meinungsforschungsinstitut "market" in Auftrag gegebenen Umfrage sehen 91 Prozent der OberösterreicherInnen in der Klimaveränderung ein zentrales Problem, für dessen Lösung sich die Politik stärker engagieren muss. Lediglich 9 Prozent sehen dies nicht so.
Bei der Frage, welche Partei sich in Oberösterreich am stärksten für die Begrenzung der Klimaveränderung engagiert, nennen zwei Drittel die Grünen - lediglich 7 Prozent die ÖVP, 4 Prozent die SPÖ und 1 Prozent die FPÖ, niemand das BZÖ.

Anschober: "Dies beweist, dass es in der Bevölkerung eine enorme Zustimmung
zu unserer Umwelt- und Klimaschutzpolitik gibt". Durch den von Anschober initiierten Klimapakt zwischen Landesregierung und NGOs arbeitet Oberösterreich seit Mai 2005 besonders konsequent für mehr Klimaschutz.
Erste Erfolge stellen sich ein: bei der aktuellsten Klimastatistik 2004 konnten erstmals die CO2-Emissionen in Oberösterreich um 3,9 Prozent verringert werden, obwohl uns die Bundesregierungen seit Jahren im Stich lassen und trotz dramatischer Zuwachsraten im Verkehr.
Besonders erfolgreich ist dabei das Energiewendeprogramm von Umweltlandesrat Anschober: so können etwa durch den geförderten Pelletsheizungen in den kommenden 15 Jahren die CO2-Emissionen um 2,1 Millionen Tonnen abgesenkt werden.
Weitere konkrete Beispiele für die Verringerung von CO2-Emissionen durch die neue Energiewendepolitik:
- Pelletsheizungsförderung
Ende des Jahres 2006 waren ca. 12.700 Pelletszentralheizungen in OÖ installiert und damit führt Oberösterreich in diesem Segment den Bundesländervergleich an.
Eine aktuelle Studie des Energieinstitutes der Universität Linz hält deutlich die klimaschutztechnischen positiven Effekte der Biomasseförderung fest. Eigene Berechnungen zeigen, dass die in den Jahren 1997 bis 2006 installierten Anlagen in Oberösterreich bis heute ca. 475.000 Tonnen CO2 eingespart haben, wenn davon ausgegangen wird, dass als Alternative zu Pellets Heizöl eingesetzt worden wäre.

- Pilotprojekt Schwanenstadt:
Die Hauptschule in Schwanenstadt ist die erste Schulsanierung auf Passivhausstandard in Europa. Durch die Sanierung kommt es zu einer Energieeinsparung von 80% jährlich und einer CO2-Einsparung von 90%.

- Biomassekraftwerk der Linz AG
Hier wird seit 01. Februar 2006 Strom und Fernwärme für ca. 20.000 Ökostrom- und ca. 12.000 Biowärme-Haushalte erzeugt. So werden an die 50.000 t CO2/Jahr eingespart.

Zu deutlichen Verringerungen der CO2-Emissionen führen etwa auch die neue Wohnbauförderung sowie die forcierte Umstellung auf Bio-Landwirtschaft.

Klima-Sorgenkinder Verkehr und Bundespolitik

Das Hauptproblem des Klimaschutz in Oberösterreich ist mittlerweile die Verkehrspolitik. Der Verkehr die Rekordzuwächse bei den CO2-Emissionen zu verzeichnen: von 1990 bis 2004 sind in Oberösterreich - stärker als in anderen Bundesländern - die CO2-Emissionen um dramatische 95 Prozent gestiegen (davon rund 20 Prozent durch Tanktourismus).

Anschober: "Hier muss Verkehrslandesrat Haider gemeinsam mit Verkehrsminister Faymann endlich aktiv werden - so wie es Energie, Verkehr und die KonsumentInnen längst machen muss endlich auch der Verkehr seine Hausaufgaben beim Klimaschutz erfüllen, sonst haben wir überhaupt keine Chance die Klimaschutzziele zu erreichen."

Anschober hofft deshalb auf das von den Grünen initiierte Gesamtverkehrskonzept, das derzeit im Landtag diskutiert wird und die CO2-Emissionen aus dem Verkehr einfrieren soll.
Aber auch die Bundespolitik müsse endlich eine Klimaschutzoffensive starten: die neueste bundesweite Klimaschutzstatistik des Umweltbundesamtes von dieser Woche zeigt, dass die Emissionen bundesweit weiter steigen, in der Kyotoperiode von 1990 bis 2005 liegt Österreich bereits um 31,4 Prozent über dem Kyotoziel (die Kyotozielsetzung sieht eine Emissionsverringerung bis 2012 um 13 Prozent auf Basis des Jahres 1990 vor). Damit zählt Österreich zu den drei Schlusslichtern in Europa und damit zu den drei größten Klimasündern Europas.
Anschober: "Das ist ein wirtschaftliches Debakel, weil Österreich Pönalezahlungen in der Größenordnung von 3 bis 4 Milliarden Euro drohen. Das ist aber vor allem ein Debakel für die Zukunftssicherung, denn die Klimaveränderung ist die elementarste Bedrohung unserer Lebenssituation und vor allem jener der nächsten Generationen." Anschober ist umso stärker vom Regierungsübereinkommen von SPÖ und ÖVP
enttäuscht, weil dieses neuerlich keine umfassende Klimaschutzoffensive beinhaltet: "Auch die neue Regierung droht damit die wichtigste Zukunftsfrage weiterhin zu verschlafen. Das kann und darf nicht Wirklichkeit werden, wir brauchen einen umfassenden Neubeginn für den Klimaschutz in Österreich, dann werden wir auch in Oberösterreich mehr Möglichkeiten für Emissionsverringerungen haben"

Die notwendigen Eckpfeiler der Klimaschutzoffensive der Bundesregierung umreißt der OÖ. Umweltlandesrat und Landessprecher der Grünen OÖ wie folgt:

  • neues Ökostromgesetz nach dem Vorbild Deutschlands
  • bundesweites Energieeffizienzprogramm zur deutlichen Absenkung des Energieverbrauches
  • bundesweites Ökowärmeprogramm
  • neues Gesamtverkehrskonzept mit dem Leitziel, die CO2-Emissionen des Verkehrs auf jetzigem Stand einzufrieren

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