Greenpeace: Feinstaub-Kampagne von Sima wirkungslos

Stadt Wien muss Maßnahmen setzen, anstatt Infokampagnen zu machen

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert
die heute von der Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima präsentierte Feinstaubkampagne. "Wenn man in der Umweltpolitik nicht mehr weiter weiß, macht man eine so genannte Bewusstseinskampagne. Das ist schon aus der Klimapolitik bekannt, und man sieht, was es bringt, nämlich gar nichts", so Greenpeace-Verkehrssprecher Jurrien Westerhof.

Obwohl das Ausmaß der Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub seit Jahren bekannt ist, bleiben die zur Reduzierung der Belastung notwendigen Maßnahmen weitgehend aus. Auch die Stadt Wien hat bisher zu wenig getan, um die Feinstaubemissionen zu verringern. Vor allem im Verkehrssektor bleiben die Maßnahmen aus, statt dessen werden sogar neue Autobahnen geplant, wodurch die Belastung weiter ansteigen wird.

"Die jetzt von Sima angekündigte Kampagne wird die Feinstaubbelastung nicht verringern", so Westerhof. "Um das Problem zu verringern, braucht es keine Bewusstseinskampagnen, sondern Maßnahmen. Die Menschen wissen ohnehin bereits, dass Feinstaub ein großes Problem darstellt. Außerdem ist es nicht gerade glaubwürdig, die Autofahrer dazu aufrufen, das Auto stehen zu lassen, und gleichzeitig eine komplett neue Autobahn zu bauen", kritisiert Westerhof. "Abgesehen davon ist die Anzahl von 2.400 Feinstaubtoten leider seit langem überholt.. Die neueste EU-Studie berechnet für Österreich 5.500 Feinstaubtote!"

Gerade in Ballungszentren wie Wien ist der Verkehrssektor eine der wichtigsten Ursachen für das Feinstaubproblem, da die meisten Menschen sich sehr nahe an den Staubquellen befinden. "Nur eine Verringerung des Verkehrsaufkommens wird die Belastung für die Menschen wirklich reduzieren", fordert Westerhof. "Deshalb muss man über Maßnahmen wie die Einführung einer Citymaut oder den Verzicht auf neue Autobahnen reden. Diese Themen sind jedoch tabu in Wien, stattdessen versucht die Politik, die Verantwortung zu den Menschen zurückzuspielen. Das wird das Feinstaubproblem aber nicht lösen", schließt Westerhof.

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Thomas Hohenberger, Pressesprecher, 01-5454580-33
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace-Verkehrsexperte, 0664-6126701

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