- 15.01.2007, 11:40:00
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Silver Server sieht Re-Monopolisierung herauf dämmern
Schreiben zur eTel-Übernahme an Bundeswettbewerbsbehörde gerichtet

Wien (OTS) - Der unabhängige Internet Service Provider Silver
Server, nach UPC und Tele2UTA drittgrößter Entbündelungsbetreiber in
Österreich, sieht durch den Kauf von eTel durch die Telekom Austria
die Errungenschaften der Telekom-Liberalisierung infrage gestellt.
In einem Schreiben an die Bundeswettbewerbsbehörde wird auf die
massiven Auswirkungen auf den nationalen Wettbewerb hingewiesen.
"Wenn man gestattet, dass die Telekom Austria, als Betreiber mit
beträchtlicher Marktmacht, seine Mitbewerber sukzessive vom Markt
kaufen darf, dann können die Ziele der Liberalisierung nicht mehr
eingehalten werden. Es wird sich dann mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit kein nachhaltiger Wettbewerb mehr einstellen",
äußert Oskar Obereder, Silver Server-Geschäftsführer.
"Es wäre höchst bedenklich, wenn sich ein Betreiber mit der
Marktmacht der Telekom ein "alternatives Outlet" leisten darf und so
den Wettbewerb nach Belieben steuern kann. Damit könnten auch alle
Auflagenbescheide der Telekom Control Kommission unterlaufen werden",
so Obereder weiters.
Sinnvolle Auflagen zur Schadensbegrenzung
Um den potenziellen Schaden an der Liberalisierung zu begrenzen,
regt Silver Server einige Auflagen zur Zustimmung des
Zusammenschlusses an.
So soll die Telekom Austria in Österreich keine Produkte unter dem
Namen eTel anbieten dürfen. Bestehende eTel-Kunden sollen aus ihren
Verträgen ohne Berücksichtigung von Bindungsfristen oder
Abschlagszahlungen aussteigen dürfen, verbleibende Kunden hingegen
binnen kurzer Frist auf Produkte der Telekom Austria umgestellt
werden. Die gesamte Infrastruktur der eTel ist der Telekom Control
Kommission zu melden.
Weiters sollte die eTel alle bestehenden Kollokationsräume zum
Verkauf an Entbündelungsbetreiber freigeben. Von alternativen
Infrastrukturbetreibern nachgefragte Infrastruktur müsste auf Basis
der eTel-Preise zum Verkauf angeboten werden.
Sollte dem Zusammenschluss gänzlich ohne Auflagen zugestimmt
werden, befürchtet Oskar Obereder einen Zeitsprung ins Jahr 1997 und
eine beginnende Re-Monopolisierung des Geschäftsfeldes: "Über das
Telekommunikationsgesetz und seine Novellen bräuchte sich dann
niemand mehr den Kopf zerbrechen."
/// SILVER:SERVER ///
Silver Server ist ein unabhängiger Internet Service Provider [ISP]
und bereits seit 1994 auf Kunden mit professionellen Ansprüchen
fokussiert. Neben Standard-Produkten, die mit besonders hohen
Qualitätsansprüchen realisiert werden, bietet Silver Server auch
maßgeschneiderte Lösungen, die das ganze Spektrum der
Datenkommunikation abdecken.
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