Landau begrüßt Bekenntnis zu Pflege- und Hospizversorgung

Caritas fordert Einführung eines Pflegelastenausgleichsfonds

Wien (OTS) - "Endlich finden sich die wichtigen Themen Pflege und Hospiz in einem Regierungsabkommen!" Mit diesen Worten reagiert Caritasdirektor Michael Landau auf das Bekenntnis der neuen Bundesregierung, die lebensraumnahe Hospiz- und Palliativversorgung auszubauen. "Das Thema Pflege ist eine der großen Herausforderungen der Gegenwart: die Weiterentwicklung von bedarfsgerechten Betreuungs-und Pflegemodellen ist dringend erforderlich."

In die gleiche Richtung wie Caritaspräsident Franz Küberl übt auch der Caritasdirektor Kritik an den Finanzierungsvorhaben: eine einmalige Valorisierung des Pflegegeldes ist völlig unzureichend. "Wir fordern eine jährliche (indexgebundende) Valorisierung", so Landau. Die spezielle Belastung bei der Betreuung von Demenzkranken werde zu wenig berücksichtigt, die Verfahren bei Anträgen dauerten zu lange und die Wartefrist für Umstufungen sei nicht sachgerecht, führte Landau weitere Mängel beim Pflegegeld an. Eine Verpflichtende Pflegeberatung bei Zuerkennung des Pflegegelds sei sehr zu begrüßen.

Leider sei das Thema Finanzierung nur durch eine sehr schwammige Formulierung beinhaltet. Die Caritas fordert in diesem Zusammenhang die Einführung einer solidarischen und vor allem einheitlichen Finanzierungsstruktur und Selbstbehaltsregelung, z.B. durch einen Pflegelastenausgleichsfonds.

Der Ausbau und die Weiterentwicklung bedarfsgerechter Pflegemodelle sei dringend erforderlich - im Sinne der Betreuten ebenso wie zur Entlastung der pflegenden Angehörigen. Das ist auch eine Herausforderung an das Arbeits- und Sozialrecht: "Hier müssen neue Formen von Anstellungen gefunden werden", fordert Landau. "Die Pflege von Mensch zu Mensch braucht gesellschaftliche Anerkennung -das spiegelt sich in Bezahlung und arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen wider."

Die Caritas gehört zu den großen Trägerorganisationen in den Bereichen Pflege und Hospizarbeit. Sie beschäftigt über 4000 hauptamtliche MitarbeiterInnen in der mobilen und stationären Pflege. Über 3000 Menschen werden in den 37 Senioren- und Pflegehäusern betreut, davon rund ein Drittel im Gebiet der Erzdiözese Wien. Im Bereich Hospizarbeit haben die rund 900 ehrenamtlichen und angestellten MitarbeiterInnen der Caritas etwa 2500 Menschen betreut und begleitet.

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Doris Becker
Pressesprecherin Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: (++43-1) 87812 - 221 od. 0664/8482618
dbecker@caritas-wien.at
http://www.caritas-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CAR0004