• 12.01.2007, 08:43:36
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  • OTS0017 OTW0017

Landau begrüßt Bekenntnis zu Pflege- und Hospizversorgung

Caritas fordert Einführung eines Pflegelastenausgleichsfonds

Wien (OTS) - "Endlich finden sich die wichtigen Themen Pflege und
Hospiz in einem Regierungsabkommen!" Mit diesen Worten reagiert
Caritasdirektor Michael Landau auf das Bekenntnis der neuen
Bundesregierung, die lebensraumnahe Hospiz- und Palliativversorgung
auszubauen. "Das Thema Pflege ist eine der großen Herausforderungen
der Gegenwart: die Weiterentwicklung von bedarfsgerechten Betreuungs-
und Pflegemodellen ist dringend erforderlich."

In die gleiche Richtung wie Caritaspräsident Franz Küberl übt auch
der Caritasdirektor Kritik an den Finanzierungsvorhaben: eine
einmalige Valorisierung des Pflegegeldes ist völlig unzureichend.
"Wir fordern eine jährliche (indexgebundende) Valorisierung", so
Landau. Die spezielle Belastung bei der Betreuung von Demenzkranken
werde zu wenig berücksichtigt, die Verfahren bei Anträgen dauerten zu
lange und die Wartefrist für Umstufungen sei nicht sachgerecht,
führte Landau weitere Mängel beim Pflegegeld an. Eine Verpflichtende
Pflegeberatung bei Zuerkennung des Pflegegelds sei sehr zu begrüßen.

Leider sei das Thema Finanzierung nur durch eine sehr schwammige
Formulierung beinhaltet. Die Caritas fordert in diesem Zusammenhang
die Einführung einer solidarischen und vor allem einheitlichen
Finanzierungsstruktur und Selbstbehaltsregelung, z.B. durch einen
Pflegelastenausgleichsfonds.

Der Ausbau und die Weiterentwicklung bedarfsgerechter
Pflegemodelle sei dringend erforderlich - im Sinne der Betreuten
ebenso wie zur Entlastung der pflegenden Angehörigen. Das ist auch
eine Herausforderung an das Arbeits- und Sozialrecht: "Hier müssen
neue Formen von Anstellungen gefunden werden", fordert Landau. "Die
Pflege von Mensch zu Mensch braucht gesellschaftliche Anerkennung -
das spiegelt sich in Bezahlung und arbeitsrechtlichen
Rahmenbedingungen wider."

Die Caritas gehört zu den großen Trägerorganisationen in den
Bereichen Pflege und Hospizarbeit. Sie beschäftigt über 4000
hauptamtliche MitarbeiterInnen in der mobilen und stationären Pflege.
Über 3000 Menschen werden in den 37 Senioren- und Pflegehäusern
betreut, davon rund ein Drittel im Gebiet der Erzdiözese Wien. Im
Bereich Hospizarbeit haben die rund 900 ehrenamtlichen und
angestellten MitarbeiterInnen der Caritas etwa 2500 Menschen betreut
und begleitet.

Rückfragehinweis:
Mag.a Doris Becker
Pressesprecherin Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: (++43-1) 87812 - 221 od. 0664/8482618
mailto:[email protected]
http://www.caritas-wien.at

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