- 08.01.2007, 08:45:25
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"Schluss mit lustvoll zelebrierter Inkompetenz!"
Erschreckend unwürdiges Niveau um angebliche Eurofighter-Alternativen
Wien (OTS) - Georg MADER, langjähriger Luftfahrt- und
Defence-Journalist bzw. aufmerksamer Beobachter des jahrelangen
Jammers rund um die heimische Abfangjägerbeschaffung hat sich geirrt.
Er hält - auch bestärkt durch viele Anrufe und E-Mails - fest: "Man
habe sich nicht gedacht, das Niveau der jüngsten Wortmeldungen und
Aussendungen rund um vermeintliche Alternativen zu den Eurofightern
könne noch sinken. Das war falsch", so Mader. Das technische,
rechtliche und ganz allgemein logische Niveau erreicht rund um das
heutige hitzige Finale der versuchten Koalitionsbildung tagtägliche
neue Minus-Rekorde und "macht uns zur traurigen Lachnummer Europas",
berichtet Mader und zählt auf:
"Über 100 Stück F-5 besitzt die Schweiz. Dass man nicht 12 davon
an Österreich verleihen könnte, ist kaum vorstellbar!" so der KURIER
in einer zum Bild völlig falschen Bildunterschrift. Welche übrigens
einen gänzlich von operativen Grundlagen losgelöst, Kosten
vergleichenden APA-Artikel vom 5. Jänner illustriert. Mader empfindet
das nicht nur wegen der falschen Stückzahl - die Schweiz hat mit den
an uns verborgten noch 54 F-5 im Dienst, der Rest ist als abgeflogen
ausgeschieden - als Zumutung: "Da borgen uns die Schweizer
Regierungsgut im Wert von Abermillionen, für welches der Schweizer
Steuerzahler in den letzten Jahrzehnten Milliarden aufgewendet hat -
während wir beim Heurigen gesessen sind. Dann dürfen sich die
Eidgenossen dafür in unserem Parlament beschimpfen lassen, ihr Gerät
wäre 'völlig ungeeignet' (Gaál) ja 'Schrottflugzeuge' (Josef Cap,
beide am 16. März 2004). Aber länger dableiben soll es schon, ja? Und
wenn das der Schweizer Minister nach vertraglichem Mietende
zurückhaben will, wird er ob seines 'Sinneswandels' praktisch noch
als Lügner dargestellt!"
Der schweizerische Luftwaffendivisionär Gygax hatte zuvor
nachbarschaftliche Hilfe durch weiteres Leasing an Österreich zwar
nicht ausgeschlossen, das aber keineswegs von sich aus angeboten!
Wozu auch, für ihn beschafft Österreich mit dem Eurofighter ohnehin
ein modernes Flugzeug? Was geht es heimische Politiker und
Journalisten überhaupt an, welche Dispositionen die Schweizer -
41.200 km2, 87 Überschall-Jets versus Österreich 83.500 km2, 12
gemietet, 18 bestellt und am Ende vielleicht wieder 12 - treffen?
"Div. Gygax konnte sich auch kaum vorstellen, in welche
Schlangengrube seine netten Wort hier fielen", so Mader der sich an
dieser Stelle bei allen Schweizern gleichzeitig für die Hilfe
bedanken bzw. für den Level vieler unserer handelnden Personen
entschuldigen möchte!
"Überhaupt eignet sich die F-5E perfekt als Spiegel der
Ahnungslosigkeit so mancher 'Kontrollore'", stellt Mader fest. Lt.
dem SP-Rechnungshofsprecher sollen z.B. weltweit gar 'Tausende' davon
vorhanden sein! Mader weiß zwar nicht, was jene mit Österreich genau
zu tun haben sollten, erläutert aber dass bis 1987 (!) von der etwas
jüngeren E-Variante (die älteren A- und B-Serien sind aus den frühen
60ern) inkl. div. Lizenzbauten genau 1.407 Stück gebaut wurden, keine
'Tausenden'. "Vor 10 Jahren waren mit logischerweise abnehmender
Tendenz davon noch etwa 700 Stk. in über 20 Ländern vorhanden, die
meisten in Staaten der 3. Welt. Nennenswerte Kontingente davon gibt
es neben der Schweiz 2007 nur mehr in Taiwan, Südkorea oder
Saudi-Arabien. In Asien wurden die F-5E auch - oft mittels
israelischer Firmen - modernisiert, was mancherorts oft die
finanziellen Größenordnungen unserer Neubeschaffung erreichte", so
Mader. ALLE diese Länder betreiben aber die F-5E als Ergänzung zu
einem - oder mehreren - neueren Typen, "segensreicher alleiniger
Ausweg in ein Faulbett" sind sie nirgendwo, ergänzt Mader.
Ihm ist aufgefallen, dass gerade die SPÖ in der Untermauerung
international lächerlicher Besessenheit von 'möglichst wenigen und
möglichst alten' Flugzeugen recht locker mit fremden Stückzahlen
argumentiert. "Vor der Nationalratswahl hat mir die SPÖ in einer Mail
vorgerechnet, die Tschechen hätten 223 Jets!", so Mader. "Die haben
32."
Nett war auch der Versuche HC Strache's per OTS vom 5. Jänner, zum
Leasen von Jets aus Irland aufzurufen. Nur, Irland hat überhaupt
keine Jets (mehr), ein alter Düsentrainer kam von dort sogar zurück
an das Museum im Zeltweg! "Der 'neutrale' irische Luftraum wird als
Westflanke des britischen Luftverteidigungssystems zum Atlantik hin
von der Royal Air Force 'mitbetreut', was auch in Irland bezüglich
zivilen Luftnotfällen nicht unumstritten ist.", erläutert Mader. Er
hat bisher in jede Richtung seine Hilfe angeboten um derartige
Peinlichkeiten abzuwenden - und wird das auch weiterhin tun. "Gerade
wenn Mitarbeiter von Abgeordneten im Ausschuss Mails mit der Bitte
verschicken ihnen durch den 'Tranchendschungel' (des Eurofighters) zu
helfen oder die verschiedene Herkunft seinerzeitig angebotener MiG-29
nicht verstehen können, kann man sich vor deren 'Kontrolle' aber nur
fürchten", meint Mader.
Auch der Bundeskanzler in spe ist bezüglich dieser 'Tranchen' vor
unsinnigen Sagern nicht gefeit. Da ist offenbar niemand um Alfred
Gusenbauer, der verhindert dass er in der PRESSE von sich gibt "es
könnte die erste Generation des Eurofighters auch sein, man brauche
nicht die sündteuren Kampfjets der 2. Generation!" "Weder ist die
erste Tranche des völlig zu Recht und - egal ob 24 oder 18 - ohnehin
in international minimaler Stückzahl bestellten Eurofighters
irgendwie segensreich pazifistisch. Noch ist die 2. Tranche per Stück
teurer als die erste!", wundert sich Mader. Das 2. Baulos hat neuere
Rechner mit mehr Reserven, das ist alles. Mehrzweckflugzeuge sind
heute tagtäglich das was man darunter hängt, in Österreich eben nur
Luft-Luft-Flugköper.
"Das wirft ein Schlaglicht mit welchem Blödsinn in Österreich die
öffentliche Meinung beharrlich und ohne Gegenmoment gefüttert wird!
Freilich beruft man sich dann mit bedeutungsvoller Stimme stets auf
'uns Menschen', ja beginnt die unsinnigen Selbstläufer selbst zu
glauben." Illustriert wird das lt. Mader z.B. vom Statement Erwin
Buchinger's in Krems 2007: "Jedes Flugzeug, das nicht gekauft werde,
sei ein Riesenerfolg." Angesichts der Tatsache dass man seit 2003
einen rechtsgültigen und guten Vertrag hat und Ende Mai erstmals in
der 2. Republik neue Flugzeuge geliefert werden, "ist das trauriges
Selbstverständnis bzw. geniale Projektion Österreichs in einem Satz."
Georg Mader meint abschließend: "Das Alles hat nirgendwo ein
Beispiel. Zwei Generationen von österreichischen Lehrern dürften in
Staatsbürgerkunde, Völkerrecht und Nationalbewusstsein völlig versagt
haben!"
Rückfragehinweis:
Georg MADER, Jane's Defence / MILTECH
mailto:[email protected]
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