"Schluss mit lustvoll zelebrierter Inkompetenz!"

Erschreckend unwürdiges Niveau um angebliche Eurofighter-Alternativen

Wien (OTS) - Georg MADER, langjähriger Luftfahrt- und Defence-Journalist bzw. aufmerksamer Beobachter des jahrelangen Jammers rund um die heimische Abfangjägerbeschaffung hat sich geirrt. Er hält - auch bestärkt durch viele Anrufe und E-Mails - fest: "Man habe sich nicht gedacht, das Niveau der jüngsten Wortmeldungen und Aussendungen rund um vermeintliche Alternativen zu den Eurofightern könne noch sinken. Das war falsch", so Mader. Das technische, rechtliche und ganz allgemein logische Niveau erreicht rund um das heutige hitzige Finale der versuchten Koalitionsbildung tagtägliche neue Minus-Rekorde und "macht uns zur traurigen Lachnummer Europas", berichtet Mader und zählt auf:

"Über 100 Stück F-5 besitzt die Schweiz. Dass man nicht 12 davon an Österreich verleihen könnte, ist kaum vorstellbar!" so der KURIER in einer zum Bild völlig falschen Bildunterschrift. Welche übrigens einen gänzlich von operativen Grundlagen losgelöst, Kosten vergleichenden APA-Artikel vom 5. Jänner illustriert. Mader empfindet das nicht nur wegen der falschen Stückzahl - die Schweiz hat mit den an uns verborgten noch 54 F-5 im Dienst, der Rest ist als abgeflogen ausgeschieden - als Zumutung: "Da borgen uns die Schweizer Regierungsgut im Wert von Abermillionen, für welches der Schweizer Steuerzahler in den letzten Jahrzehnten Milliarden aufgewendet hat -während wir beim Heurigen gesessen sind. Dann dürfen sich die Eidgenossen dafür in unserem Parlament beschimpfen lassen, ihr Gerät wäre 'völlig ungeeignet' (Gaál) ja 'Schrottflugzeuge' (Josef Cap, beide am 16. März 2004). Aber länger dableiben soll es schon, ja? Und wenn das der Schweizer Minister nach vertraglichem Mietende zurückhaben will, wird er ob seines 'Sinneswandels' praktisch noch als Lügner dargestellt!"

Der schweizerische Luftwaffendivisionär Gygax hatte zuvor nachbarschaftliche Hilfe durch weiteres Leasing an Österreich zwar nicht ausgeschlossen, das aber keineswegs von sich aus angeboten! Wozu auch, für ihn beschafft Österreich mit dem Eurofighter ohnehin ein modernes Flugzeug? Was geht es heimische Politiker und Journalisten überhaupt an, welche Dispositionen die Schweizer -41.200 km2, 87 Überschall-Jets versus Österreich 83.500 km2, 12 gemietet, 18 bestellt und am Ende vielleicht wieder 12 - treffen? "Div. Gygax konnte sich auch kaum vorstellen, in welche Schlangengrube seine netten Wort hier fielen", so Mader der sich an dieser Stelle bei allen Schweizern gleichzeitig für die Hilfe bedanken bzw. für den Level vieler unserer handelnden Personen entschuldigen möchte!

"Überhaupt eignet sich die F-5E perfekt als Spiegel der Ahnungslosigkeit so mancher 'Kontrollore'", stellt Mader fest. Lt. dem SP-Rechnungshofsprecher sollen z.B. weltweit gar 'Tausende' davon vorhanden sein! Mader weiß zwar nicht, was jene mit Österreich genau zu tun haben sollten, erläutert aber dass bis 1987 (!) von der etwas jüngeren E-Variante (die älteren A- und B-Serien sind aus den frühen 60ern) inkl. div. Lizenzbauten genau 1.407 Stück gebaut wurden, keine 'Tausenden'. "Vor 10 Jahren waren mit logischerweise abnehmender Tendenz davon noch etwa 700 Stk. in über 20 Ländern vorhanden, die meisten in Staaten der 3. Welt. Nennenswerte Kontingente davon gibt es neben der Schweiz 2007 nur mehr in Taiwan, Südkorea oder Saudi-Arabien. In Asien wurden die F-5E auch - oft mittels israelischer Firmen - modernisiert, was mancherorts oft die finanziellen Größenordnungen unserer Neubeschaffung erreichte", so Mader. ALLE diese Länder betreiben aber die F-5E als Ergänzung zu einem - oder mehreren - neueren Typen, "segensreicher alleiniger Ausweg in ein Faulbett" sind sie nirgendwo, ergänzt Mader.

Ihm ist aufgefallen, dass gerade die SPÖ in der Untermauerung international lächerlicher Besessenheit von 'möglichst wenigen und möglichst alten' Flugzeugen recht locker mit fremden Stückzahlen argumentiert. "Vor der Nationalratswahl hat mir die SPÖ in einer Mail vorgerechnet, die Tschechen hätten 223 Jets!", so Mader. "Die haben 32."

Nett war auch der Versuche HC Strache's per OTS vom 5. Jänner, zum Leasen von Jets aus Irland aufzurufen. Nur, Irland hat überhaupt keine Jets (mehr), ein alter Düsentrainer kam von dort sogar zurück an das Museum im Zeltweg! "Der 'neutrale' irische Luftraum wird als Westflanke des britischen Luftverteidigungssystems zum Atlantik hin von der Royal Air Force 'mitbetreut', was auch in Irland bezüglich zivilen Luftnotfällen nicht unumstritten ist.", erläutert Mader. Er hat bisher in jede Richtung seine Hilfe angeboten um derartige Peinlichkeiten abzuwenden - und wird das auch weiterhin tun. "Gerade wenn Mitarbeiter von Abgeordneten im Ausschuss Mails mit der Bitte verschicken ihnen durch den 'Tranchendschungel' (des Eurofighters) zu helfen oder die verschiedene Herkunft seinerzeitig angebotener MiG-29 nicht verstehen können, kann man sich vor deren 'Kontrolle' aber nur fürchten", meint Mader.

Auch der Bundeskanzler in spe ist bezüglich dieser 'Tranchen' vor unsinnigen Sagern nicht gefeit. Da ist offenbar niemand um Alfred Gusenbauer, der verhindert dass er in der PRESSE von sich gibt "es könnte die erste Generation des Eurofighters auch sein, man brauche nicht die sündteuren Kampfjets der 2. Generation!" "Weder ist die erste Tranche des völlig zu Recht und - egal ob 24 oder 18 - ohnehin in international minimaler Stückzahl bestellten Eurofighters irgendwie segensreich pazifistisch. Noch ist die 2. Tranche per Stück teurer als die erste!", wundert sich Mader. Das 2. Baulos hat neuere Rechner mit mehr Reserven, das ist alles. Mehrzweckflugzeuge sind heute tagtäglich das was man darunter hängt, in Österreich eben nur Luft-Luft-Flugköper.

"Das wirft ein Schlaglicht mit welchem Blödsinn in Österreich die öffentliche Meinung beharrlich und ohne Gegenmoment gefüttert wird! Freilich beruft man sich dann mit bedeutungsvoller Stimme stets auf 'uns Menschen', ja beginnt die unsinnigen Selbstläufer selbst zu glauben." Illustriert wird das lt. Mader z.B. vom Statement Erwin Buchinger's in Krems 2007: "Jedes Flugzeug, das nicht gekauft werde, sei ein Riesenerfolg." Angesichts der Tatsache dass man seit 2003 einen rechtsgültigen und guten Vertrag hat und Ende Mai erstmals in der 2. Republik neue Flugzeuge geliefert werden, "ist das trauriges Selbstverständnis bzw. geniale Projektion Österreichs in einem Satz." Georg Mader meint abschließend: "Das Alles hat nirgendwo ein Beispiel. Zwei Generationen von österreichischen Lehrern dürften in Staatsbürgerkunde, Völkerrecht und Nationalbewusstsein völlig versagt haben!"

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Georg MADER, Jane's Defence / MILTECH
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