UNO-Sonderberichterstatter Jean Ziegler klagt über 100.000 Menschen, die täglich am Hunger sterben.

"Wenn der Kapitalismus von Vernunft beseelt wäre, gäbe es aber keinen Hunger"

Wien (OTS) - Der UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, hält in einem ÖSTERREICH-Gastkommentar ein Plädoyer gegen Profitgier und Hunger in der Dritten Welt. Ziegler:
"Auf unserem Planeten sterben jeden Tag 100.000 Menschen am Hunger. Jährlich verhungert alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren."

Seine Wünsche für 2007: "Der Hunger sollte von diesem von Gütern und Kompetenzen überquellenden Planeten verscheucht werden. Die Wahnidee des Neoliberalismus verkörpert Irrationalität. Die Vernunft sollte endlich siegen. Über Religion, und den Hunger in der Welt."

Ziegler kritisiert auch den Verlust der Werte und der sozialen Errungenschaften der westlichen Welt: "In den 122 Staaten der Dritten Welt steigen die Leichenberge, die Goldberge steigen bei uns. Aber der "Dschungel" schreitet auch hier vor: strukturelle Arbeitslosigkeit, Kapitaldiktatur und Erpressung der Gewerkschaften, Abbau sozialer Schutzmaßnahmen." Die "neoliberale Ordnung des Weltmarktes" negiere alle Institutionen, Werte und Handlungsprinzipien, die wir von der Aufklärung geerbt hätten, schreibt Ziegler.

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