- 28.12.2006, 14:29:46
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SternsingerInnen fordern von der neuen Regierung mehr Anstrengung zur Beseitigung der weltweiten Armut - BILD

Wien (OTS) - Unterwegs als SternsingerInnen weisen 90.000 Kinder
auf die Ungerechtigkeit in unserer Welt hin und werden aktiv: Mit den
Sternsingerspenden werden jedes Jahr 500 Hilfsprojekte in Afrika,
Lateinamerika und Asien finanziert, über eine Million Menschen direkt
unterstützt. Die Kinder leisten beim Sternsingen ihren Beitrag für
eine gerechtere Welt und fordern dies auch von den politischen
Verantwortlichen ein.
Ausbeutung und Unterdrückung sind die Folgen eines ungerechten
Weltwirtschaftsystems: Während die Reichen immer reicher werden, sind
die Folgen für einen Großteil der Menschen auf unserer Welt
dramatisch: In vielen Regionen in der so genannten "Dritten Welt"
werden die Menschen ihrer Lebensgrundlagen beraubt: ihre Umwelt wird
zerstört, viele werden von ihrem Land vertrieben. Entwurzelt und
entrechtet ist für sie kein Platz in unserer neuen globalisierten
Welt.
Sternsingerforderung an Koalitionsverhandlungs-Teams: Plus 200
Millionen Euro jährlich für Entwicklungszusammenarbeit
Die Überwindung extremer Armut ist die Grundvoraussetzung der
Etablierung gerechterer globaler Wirtschaftsstrukturen. Mit 40
Milliarden Euro pro Jahr, diese Summe entspricht in etwa
0,7 % des weltweiten Bruttonationaleinkommens (BNE) entspricht,
könnte der Zugang zu den grundlegenden sozialen Dienstleistungen -
wie Grundbildung, Gesundheitswesen, Ernährung, Trinkwasserversorgung
und sanitäre Einrichtungen - für alle Menschen sichergestellt werden.
0,7 % des Bruttonationaleinkommens zur Beseitigung der schlimmsten
Folgen der weltweiten Armut - das ist nicht unbedingt ein großer
Brocken, nichts was die reichen Länder dieser Welt zu nachhaltigen
Einsparungen zwingen würde. Umso enttäuschender ist, dass bisher nur
5 Länder weltweit dieses Ziel erreicht haben. Österreich ist nicht
darunter, obwohl dies bereits vor numehr 36 (!) Jahren versprochen
wurde. Jetzt ist dieses Ziel für 2015 angepeilt. Und auch da ist
Skepsis angebracht, denn: frisches Geld für die EZA ist in den
vergangenen Jahren nur spärlich geflossen.
"Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar fordert daher die
Verhandlungsteams von SPÖ und ÖVP auf, im Regierungsabkommen einen
Stufenplan zum Ausbau der öffentlichen EZA zu verankern"
konkretisiert Mag. Silvia Schüller, Vorsitzende der Katholischen
Jungschar, den Wunsch nach mehr Solidarität mit den Menschen im Süden
unserer Welt, "Zusätzliche 200 Millionen Euro pro Jahr sind
notwendig, um die versprochenen 0,7 % vom Bruttonationaleinkommen bis
2015 zu erreichen. Gleichzeitig braucht es aber auch mehr Abstimmung
zwischen Außenpolitik, Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik mit dem
Bereich Entwicklungspolitik, sodass Maßnahmen im Bereich der
Entwicklungszusammenarbeit nicht durch eine neoliberale
Wirtschaftspolitik auf Kosten der Armen wieder zunichte gemacht
werden. Als eines der reichsten Länder der Welt muss sich Österreich
dieser globalen Verantwortung stellen."
Die SternsingerInnen überbringen ihre Wünsche nach mehr
Entwicklungszusammenarbeit den Spitzen aus Österreichs Politik auch
persönlich:
- Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, 29.12.2006, 12:00, Hofburg - 2. Nationalratspräsident Dr. Michael Spindelegger: 04.01.2007, 11:00 h, Büro im Parlament - Klubobmann Dr. Alexander van der Bellen: 08.01.2007, 11:30 h, Büro des Grünen Parlamentsklubs (Löwelstraße, 12, 1010 Wien) - EZA-Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr: 08.01.2007, 14:00 h, Säulenhalles des Parlaments - Angefragt sind Dr. Alfred Gusenbauer, Dr. Wolfgang Schüssel, Mag. Barbara Prammer und Dr. Ursula Plassnik
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