Silvesterschäden: Schlag Mitternacht geht´s los

Wien (OTS) - Pünktlich um Mitternacht werden am 31. Dezember
wieder tausende Raketen, Böller, Silvesterknaller und -kracher das neue Jahr begrüßen. Die Freude am Spektakel wird aber allzu schnell durch entstandene Brand- oder Vandalismusschäden getrübt - das ganze Ausmaß der Schäden an Hausrat, Kleidung oder Autos zeigt sich oft erst in den Tagen danach. Versicherungsschutz greift in verschiedenen Varianten, erhöhte Vorsicht ist aber trotzdem unumgänglich.

Welcher Versicherungsschutz greift wann?

Die Sachschäden, die durch Silvesterraketen, Böller etc. im Normalfall verursacht werden können, sind meist in der Haushalt-, Gebäude- oder Kfz-Kaskoversicherung gedeckt.

In der Haushaltversicherung ist der gesamte Hausrat der in der Polizze angegebenen Wohnung versichert. Sie inkludiert auch die Versicherungsleistung im Brandfall, ebenso wie damit zusammenhängende Aufräum-, Reinigungs- und Löschkosten. In jeder Haushaltversicherung ist ergänzend zum versicherten Hausrat auch eine private Haftpflichtversicherung enthalten, die etwa Brandschäden, die der Versicherungsnehmer oder dessen Kinder als Gäste in einem fremden Haushalt oder Gebäude - nicht vorsätzlich - verursachen, deckt. So genannte "Sengschäden" sind nicht standardmäßig, aber schon recht häufig in Haushaltsversicherungen inkludiert - nachzulesen in der Versicherungspolizze, sie zählt alle Deckungen und Ausschließungen auf.

Die Eigenheim- bzw. Gebäudeversicherung deckt Schäden am Haus selbst, etwa an der Fassade. Auch wenn ein Gebäude durch einen Brand im Nebenhaus Schäden erleidet, sollte dieser Umstand auch dem eigenen Gebäudeversicherer gemeldet werden, da etwa der Neuanstrich einer Fassade Sache der Gebäudeversicherung des Hausbesitzers ist.

Wenn Silvesterkracher oder -raketen Schäden am eigenen Auto anrichten, bezahlt die Kfz-Teilkaskoversicherung die entstandenen Brand- und/oder Explosionsschäden. Durch Unbekannte angerichtete Vandalismusschäden (durch böse Absicht entstandene Schäden) an Fahrzeugen werden nur von der Vollkaskoversicherung gedeckt - hier können allerdings auch Selbstbehalte bestehen.

Entstandene Schäden müssen dem Versicherer binnen längstens einer Woche angezeigt werden.

Versicherungsschutz ist abhängig von der Haftung

Immer wenn ein Schaden entsteht, oder jemand verletzt wird, stellt sich rasch die Frage nach der Haftung. Grundsätzlich haftet nach dem ABGB jeder Erwachsene, der anderen rechtswidrig und schuldhaft (absichtlich oder fahrlässig) einen Schaden zufügt, für seine Tat, das heißt, er muss den Schaden auch ersetzen. Kinder bis zum Alter von 7 Jahren haften gar nicht, noch nicht 14-Jährige können in bestimmten Fällen schadenersatzpflichtig sein - nämlich, wenn ihnen das Unrecht der Tat bewusst sein musste. Eltern haften dann für Ihre Kinder, wenn sie nachweislich ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

Werden also Eltern oder Kinder haftbar gemacht, springt die private Haftpflichtversicherung ein.

Die private Haftpflichtversicherung - die meist bereits in der bestehenden Haushaltversicherung inkludiert ist - übernimmt die Bezahlung von berechtigten (bzw. die Abwehr von unberechtigten) Ansprüchen, welche gegen die versicherte Privatperson erhoben werden. Das gilt für Sach- wie auch für Personenschäden.
Neben dem Versicherungsnehmer sind auch der Ehegatte/Lebensgefährte, die minderjährigen Kinder und Verwandte, die im gemeinsamen Haushalt leben, mitversichert.
Nicht gedeckt sind vorsätzlich herbeigeführte Schäden.

Trotz Versicherungsschutz vorsichtig sein

Auch wenn grundsätzlich Versicherungsschutz besteht, sollten beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern und Silvesterknallern, -böller etc. gewisse Vorsichtsmaßnahmen und die auf den Produkten beschriebenen Sicherheitshinweise stets beachtet werden. Bei Nachweis so genannter "grober Fahrlässigkeit" kann die Versicherung leistungsfrei werden.

Das Einhalten einiger einfacher Sicherheitstipps kann Schäden samt deren unangenehmen Folgen vermeiden:

  • Das Auto zu Silvester in die Garage oder in ein Parkhaus stellen.
  • Saubere Autos mit gewachstem Lack sind resistenter gegen Feuerwerkskörper. Sie gleiten leichter ab, Schmauchspuren können eventuell mit Lackreiniger entfernt werden.
  • Nicht in geschlossenen Räumen oder alkoholisiert mit Böllern und Raketen hantieren.
  • Nicht in der Nähe rauchen.
  • Feuerlöscher in Reichweite aufbewahren, wenn der Brand nicht mehr gelöscht werden kann: den Raum verlassen, die Türen zum Brandraum schließen, die Feuerwehr alarmieren und beim Haustor warten.
  • Beim Abbrennen der Feuerwerkskörper: freie und ebene Fläche mit einem Durchmesser von mind. 10 Meter wählen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass keine Bäume, Lager, Tankstellen oder Parkplätze in der Nähe sind.
  • Abschussrampe: Keine freistehenden, gerade ausgetrunkenen Flaschen, sondern eine eingegrabene Flasche bzw. ein Rohr im Boden verwenden
  • Pyrotechnika nicht auf Dachterrassen und Balkonen zünden. Unbeteiligte könnten getroffen werden, oder Rakete könnte in der Wohnung gegenüber landen.
  • Zündschnüre weisen meist eine Verzögerung von vier bis fünf Sekunden auf - weder "Herumtrödeln" noch Hektik sind daher angesagt. Wenn Feuerwerkskörper versagen oder nicht zünden: mit Wasser übergießen, um eine unkontrollierte Zündung zu verhindern.
  • Innerhalb des Ortsgebiets ist das Zünden von Feuerwerken grundsätzlich verboten. Streng verboten ist es in der Nähe von Einrichtungen, wo sich alte, kranke, ruhebedürftige Menschen aufhalten, etwa Krankenhäusern sowie Kinder-, Alters- und Erholungsheimen.
  • Die richtige Bekleidung kann ebenfalls Sicherheit bieten: Schwer entflammbare Materialen wählen, Baumwolle gegen Kunstfaser bevorzugen

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VVO Versicherungsverband Österreich
Mag. Daniela Viktoria Luger
Tel.: +43 1 711 56 261
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