Volkshilfe Bilanz 2 Jahre nach dem Tsunami

Die Hilfe geht unvermindert weiter

Wien (OTS) - Zwei Jahre nach dem Tsunami vom 26. Dezember 2004
kann die Volkshilfe eine positive Zwischenbilanz zu den Hilfsmaßnahmen für die Opfer ziehen. Dank der Hilfe der ÖsterreicherInnen sind alle Hilfsaktivitäten im Plan.

Soforthilfe:

Die Küste von Nagapattinam Distrikt im Südosten Indiens war eine der vom Tsunami am schwersten getroffenen Gegenden. Mehr als 6.000 Tote hat es auf dem etwa 10 km langen Küstenabschnitt gegeben, über 200.000 Menschen sind von der Katastrophe betroffen. Die Volkshilfe wurde sofort nach der Katastrophe aktiv und versorgte mehr als 30.000 Opfer mit Hilfsgütern und errichtete Notquartiere. In intensiven Programmen werden über 1.600 traumatisierte Kinder betreut und mit Spiel- und Unterrichtsmaterialien ausgestattet.

Wiederaufbau von Wohnhäusern:

Das Wiederaufbauprogramm der Volkshilfe garantiert nachhaltige Hilfe für die ganze Region. 242 Wohnhäuserhäuser konnten neu errichtet werden, wobei gemeinsam mit der Dorfbevölkerung ein Modellhaus geplant wurde, welches den Bedürfnissen der künftigen BewohnerInnen gerecht wird. So gibt es auf Vorschlag der Frauen Dachterrassen, auf denen Fisch getrocknet wird. Die Besitztitel werden an Frau und Mann vergeben, nicht wie sonst üblich nur an den Mann.

Schulbau:

Seit Herbst 2006 werden in den Orten Vellapallam, Seruthur, Manalmedu und Velankanni die ersten vier Schulen schon von Kindern besucht, fünf weitere Schulen werden im Frühjahr 2007 fertig gestellt. Alle Schulen werden auch mit den notwendigen Unterrichtsmaterialien ausgestattet, die laufenden Kosten nach Inbetriebnahme erfolgt durch die indische Schulbehörde. Parallel dazu werden in vier Dörfern Gemeinschaftszentren errichtet.

Fischereiwirtschaft:

Durch die Flutwelle wurden Fischerboote und Netze zerstört und so die Familien ihrer Lebensgrundlage beraubt. Damit die Menschen wieder eine gesicherte ökonomische Zukunft erlangen können, ist die Wiederinstandsetzung der Fischereiwirtschaft von zentraler Bedeutung. Um die notwendige Qualität der Boote sicherzustellen, werden diese in einer eigenen Werkstatt vor Ort unter der Mitarbeit des jeweiligen künftigen Bootsbesitzers hergestellt. Neben dem Bau und der Reparatur von beschädigten Booten wurde auch weitere für die Fischerei notwendige Ausrüstung angeschafft und verteilt. 227 neue und eine Vielzahl reparierter Boote, 427 Netze, 350 Außenbordmotore und 58 Eisboxen zum Transport des Fanges konnten bisher an die Fischer übergeben werden. Etliche Fischergemeinden erhielten Kleinkredite, um ihnen weitere ökonomische Aktivitäten zu erleichtern, etwa die gemeinsame Anschaffung von Lastendreirädern zum Transport und Verkauf des Fanges in größeren Siedlungen.

Zukunft durch Bildungseinrichtungen:

Mittelfristig wird allein der Fischfang nicht das Auskommen der Familien in Südostindien sichern können, weshalb die Volkshilfe in ihren Programmen auch einen Bildungsschwerpunkt setzt. Einerseits befindet sich ein Ausbildungszentrum in Bau, welches dank der finanziellen Unterstützung der Belegschaft und des Betriebsrates der voestalpine gebaut werden kann. In einer zweijährigen Ausbildung können 180 StudentInnen eine staatlich anerkannte Ausbildung in Mechanik, Elektrik und Verwaltung absolvieren. Weiters finden Jugendliche ohne Schulabschluss durch den Bau eines Zentrums für Lehrlingsausbildung eine Zukunft in handwerklichen Berufen.

Frauenförderung:

Für eine langfristige Verbesserung der Lebenssituation für die Tsunami-Opfer legt die Volkshilfe großes Augenmerk auf spezielle Förderprogramme für Frauen. Bislang konnten 2.400 Frauen, darunter viele Lohnarbeiterinnen und landlose Frauen, durch Spar- und Kreditvereinigungen sich eine eigene wirtschaftliche Existenz sichern. So gestärkt entwickeln die Frauen innovative Geschäftsideen und verarbeiten zum Beispiel Blätter der Kokospalmen zu Matten, mit denen Dächer gedeckt werden, oder errichten kleine Läden, in denen selbst hergestellte Produkte wie Körbe, Seile, Besen oder Bürsten verkauft werden.

"Noch ist unser Hilfsprogramm für die indischen Opfer des Tsunami nicht abgeschlossen. Aber alle Projektteile machen gute Fortschritte, viele Häuser werden schon von den neuen Eigentümern bewohnt, die Fischer fahren wieder aufs Meer hinaus und können ihre Familien ernähren. Auch nach 2 Jahren gilt unser Dank allen Spenderinnen und Spendern und allen UnterstützerInnen aus Wirtschaft und Politik, die es der Volkshilfe ermöglichen, in Indien nachhaltige Hilfe leisten zu können. Aber auch nach dem Ende der Tsunamihilfe wird die Volkshilfe weiter aktiv für die lokale Bevölkerung bleiben, denn besonders im Bereich der medizinischen Grundversorgung liegt in der Region vieles im Argen. Und wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die Kinder in den Dörfern zur Schule gehen können und nicht schon in jungen Jahren arbeiten müssen, um den Familien das Überleben zu sichern. Dies gelingt durch einkommenschaffende Projekte für Frauen und der Versorgung mit Schulheften, Schultaschen und Büchern, die sich die Eltern in der Regel nicht leisten können.", dankt Volkshilfe Geschäftsführer Erich Fenninger.

Das Gesamtbudget der Volkshilfe-Programme in Südostindien umfasst rund 3,6 Millionen Euro.

Spendenkonto: Volkshilfe Österreich, Kontonr.: PSK 1.740.400, BLZ 60000, Kennwort: Indien

Bildmaterial zu den Tsunami-Hilfsprojekten der Volkshilfe finden Sie in druckfähiger Qualität unter:
http://www.volkshilfe.at/1070,37,,2.html

Rückfragen & Kontakt:

Rainer Stoiber
stoiber@volkshilfe.at
Tel.: 0676 834 02 216

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