Nur Muttersprache oder gleich zweisprachig? Wie Kinder sprechen lernen

Baierbrunn (OTS) - Wer in letzter Zeit eine neue Sprache erlernt hat, weiß wie mühselig das ist. Um wie viel schwieriger muss es für ein Baby sein und doch scheint es kinderleicht. Und wie großartig ist es, wenn das Baby sein erstes Wort brabbelt. Aber nicht erst jetzt beginnt die Sprachentwicklung, sondern schon sehr viel früher. Wir fragten Chefredakteurin Anne-Bärbel Köhle vom Apothekenmagazin Baby und
Familie: Ab wann lernen Babys eigentlich zu sprechen?

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Wesentlich früher als man denkt, nämlich schon im Mutterleib. Das lässt sich auch durch Untersuchungen feststellen. Experten spielten Ungeborenen zum Beispiel ein Gedicht vor, einmal von einer fremden Frauenstimme gelesen und einmal von der Mutter. Und das Ergebnis war:
Auf die Stimme der Mutter reagierten die Babys ganz dezidiert, nämlich mit einer schnelleren Herzfrequenz und bei der fremden Stimme reagierten sie damit, dass sich die Herzfrequenz eher verlangsamte.

Oft hört man Eltern mit ihren Babys in einer höheren Tonlage sprechen, mit vielen Pausen und Wiederholungen. Ist das albern oder sinnvoll?

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Das ist sogar sehr sinnvoll. Eltern tun damit instinktiv das absolut Richtige. Wissenschaftler nennen das Babytalk. Die einfachen Sätze und die überzogene Satzmelodie führen nämlich dazu, dass das Baby ganz simpel leichter sprechen lernt.

Wenn das Baby nun schon die Muttersprache erlernen muss, ist es da vernünftig, ein Kind auch noch zweisprachig aufwachsen zu lassen?

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Das ist es auf alle Fälle, denn Kinder haben eine angeborene Fähigkeit zur Mehrsprachigkeit. Allerdings geht dieses Fenster der Entwicklung irgendwann einmal zu. Nämlich spätestens ab dem 7.Lebensjahr können die Kinder das dann nicht mehr so ohne weiteres, eine fremde und die eigene Sprache parallel erlernen. Deswegen macht es durchaus Sinn Kinder in zweisprachige Krippen oder Kindergärten zu schicken. Allerdings nur dann, wenn die erlernte Fremdsprache später tatsächlich weiterhin regelmäßig gesprochen wird.

Das heißt also, dass Kinder nicht überfordert sind, wenn sie zweisprachig aufwachsen. Und wer wissen will, wie die Sprachentwicklung der Babys und Kinder abläuft, findet eine ausführliche Liste in der aktuellen Baby und Familie.

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